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Rapperswil-Jona
02.10.2021

Wehmütiger Abschied mit ZZ Top

Dani Koller im Amphitheater von Pelopenes
Dani Koller im Amphitheater von Pelopenes Bild: zVg
In der neusten Folge erzählt der Rapperswiler Velo-Abenteurer Dani Koller, weshalb er sich dazu entschlossen hat, seinen Velo-Trip in Europa fortzusetzen.

Fünf Monate waren Dani Koller und sein Kollege Silvan Bissegger in Mittelamerika und den USA mit dem Velo unterwegs. Dabei begegneten sie unter anderem einem Bären, liessen sich als Helden feiern, machten etliche neue Bekanntschaften – und fuhren durch wunderbare Landschaften. In der neunten Folge heisst es Abschied nehmen vom neuen Kontinent und von der gemeinsamen Reisezeit. Denn für Bissegger ist die Tour nach dem Flug nach Europa zu Ende, während Koller noch ein paar Wochen anhängt. 

«Nach dem 90-tägigen USA-Aufenthalt war unser Visa zu Ende und wir mussten abreisen.» Ein kurzer Abstecher nach Kanada, um anschliessend wieder in die Staaten einzureisen, war keine Option. «Erstens ist es dort schon recht kalt. In Ontario hat es schon geschneit. Und zweitens war unsicher, ob wir dann überhaupt wieder einreisen durften.» 

Nach dem amerikanischen Food geniesst Dani Koller wieder europäisches Essen. Bild: zVg

Zum Schluss ein Konzert

In Milwaukee verabschiedeten sich Koller und Bissegger, feierten noch ein letztes Mal bei einem Konzert von ZZ Top. «Es war an einem riesiges Open-Air mit über 50 Bands. Die drei Musiker hatten es wirklich im Griff und waren sackstark. Schliesslich machen sie auch seit 50 Jahren Musik.» Anschliessend flogen Silvan Bissegger nach Madrid – und Dani Koller nach Athen. 

Bestohlen in Griechenland

Am Flughafen der griechischen Hauptstadt war Koller gerade dabei, sein Velo zusammenzubauen, als etwas passierte, mit dem er nicht hier gerechnet hatte: Er wurde ausgeraubt. «Es ist schon ironisch. Da sind wir quer durch Mexiko und Mittelamerika gereist und wurden nie behelligt. Und kaum bin ich in Europa, geschieht es.» Koller erinnert sich: «Als ich den Velopneu aufpumpte, hatte ich für fünf Sekunden meine Fronttasche nicht im Auge. In dieser Zeit öffneten sie die Tasche und stahlen das  Portemonnaie.» Tatsächlich kriegte er den Raub gar nicht mit. Erst nachdem er eine Videoaufzeichnung gesehen hatte, wusste er, was geschehen war. 

Auch den Kanal von Korinth besuchte Dani Koller auf seiner Griechenland-Tour. Bild: zVg

Lieber Velofahren als fliegen

Nachdem er den Schock verdaut und sich um die notwendigen Formalitäten betreffend Ausweis und Bargeld gekümmert hatte, durfte sich Koller wenigstens auf eine schöne Strecke bei besten Wetter freuen. Direkt heimfliegen kam für ihn nicht in Frage. «Immer wenn du fliegen musst, spickt es dich von einem Ort zum anderen. Beim Velofahren kann ich dagegen ganz langsam wieder in die europäische Kultur eintauchen.»

Was er während seiner Fahrt durch das griechische Festland besonders genoss, war das Essen. «In Amerika sind Lebensmittel meistens überzüchtet, übertrieben. Das Essen ist dort ein Industrieprodukt.» Dazu fällt ihm ein eindrückliches Beispiel ein: «Wenn du in ein Heidelbeer-Muffin beisst, schmeckt das wie 50 Kilo Beeren.» Griechenland habe dagegen eine ganz einfache Küche. Er habe sich zuerst einmal quer durch die Speisekarte eines Restaurants gegessen.

Die Rio-Andirrio-Brücke überquert den Golf von Korinth bei Patras. Bild: zVg

Willkommen in Albanien 

Nach zehn Tagen in Griechenland zog es Koller weiter und so überquerte er die Grenze nach Albanien. Mittlerweile weilt er seit ein paar Tagen dort. Dass er nun alleine unterwegs ist, bedeutet für ihn allerdings eine neue Situation: «Ich muss mich komplett neu einstellen. Am Abend konnte ich mich vorher jeweils austauschen – das muss ich mir jetzt suchen.» 

So schwer fällt es Koller zum Glück nicht, Menschen zu treffen. Am Abend sei er ja oft auf Campingplätzen und da gebe es sehr viele Schweizer und Deutsche. «Die kommen eh alle und wollen wissen, was ich mache und wie ich reise.»

Sein aktueller Plan? Er möchte noch vier, fünf Wochen durch Europa fahren und dann heimkehren. 

Jérôme Stern, Linth24