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Rapperswil-Jona
07.08.2021
20.08.2021 08:56 Uhr

Veloabenteurer treffen Bären und landen in Las Vegas

In Las Vegas leuchtet die Nacht fast so hell wie der Tag.
In Las Vegas leuchtet die Nacht fast so hell wie der Tag. Bild: Jérôme Stern/LInth24
In der siebten Folge erzählt der Rapperswiler Dani Koller, wie Velofahrer sympathische Unterkünfte finden und weshalb im Silicon Valley keine Interviews stattfinden können.

In der letzten Folge waren die beiden Veloabenteurer Dani Koller und Silvan Bissegger in San Francisco angekommen. Nachdem sie die Stadt ein paar Tage erkundet hatten, radelten sie auf dem legendären Highway 1 zuerst in südliche Richtung ins Silicon Valley. Dort sollte das telefonische Interview mit Linth24 wie gewohnt stattfinden, doch mussten sie überrascht feststellen, dass es ausgerechnet hier, im High-Tech-Zentrum der USA, nirgendwo eine taugliche WLAN-Verbindung gab. 

«Manchmal hatten wir zwar eine Internetverbindung, doch die reichte nur, um Mails abzurufen, aber nicht für ein Gespräch via WhatsApp», erklärt Koller die Lage. Dass es genau in dem Gebiet, wo Google, Microsoft und Apple daheim sind und ihre Pläne schmieden, keine mobile Internetverbindung gab, ist für den Rapperswiler ziemlich absurd. Einen Vorteil hatte die Sache: Das Fehlen von modernen Kommunikationsmöglichkeiten habe das Ferienfeeling noch verstärkt. 

Auch in Kalifornien gibt es ein Zürcher Café. Bild: Jérôme Stern/LInth24

Ein Schwarzbär lässt sich nicht so einfach stören

Vom Silicon Valley radelten Koller und Bissegger rund 200 Kilometer zum Yosemite National Park, wo sie eine denkwürdige Begegnung hatten. «Wir fuhren in dem riesigen Park gerade gemächlich entlang eines Flusses, als Silvan rief, er sehe einen Bären», erzählt Koller mit unüberhörbarer Begeisterung. Hatten sie Angst? Der Rapperswiler verneint. Das Tier habe auf der anderen Seite des Flusses in 15 Metern Entfernung nach Fischen gejagt. Zudem seien Schwarzbären viel scheuer als Grizzlybären. 

«Heutzutage werden die Schwarzbären im Park konsequent vergrämt, deshalb kann man sie nur noch selten sehen.» In Kollers Stimme spürt man Bedauern. «Irgendwann stellte er sich auf die Hinterbeine, schaute rundum und entdeckte uns.» Darauf habe er sich in die Büsche geschlagen. Als sie anschliessend mit einem Park Ranger über die Begegnung sprachen, versicherte dieser Ihnen, dass Angriffe von Schwarzbären unbekannt seien. «Wahrscheinlich hatte der Bär bei unserem Anblick mehr Angst als wir.»

Gleichwohl müsse man vorsichtig sein, weiss Koller. «Sie riechen sehr gut, und wenn sie deine Vorräte wittern, kommen sie ans Lager.» Deshalb müsse man Esswaren gut verpacken und verstecken. «Ein Schwarzbär ist etwa gleich gross wie ein europäischer Braunbär, da kann eine überraschende Begegnung ungemütlich werden. Zumal er mächtige Tatzen und Zähne hat.»

Ein Schwarzbär lässt sich von den beiden Velofahrern nicht beim Fischen stören. Bild: zVg

Vom Nationalpark ging es weiter in den Süden bis nach Las Vegas, wobei die Temperaturen beachtlich stiegen. Tagsüber könne es sehr heiss werden, deshalb seien sie immer früh losgefahren, sagt Koller. In der berühmten Spielerstadt gönnten sich die beiden zum ersten Mal auf ihrem Trip ein richtiges Luxushotel. «Wir waren im Pyramid, wochentags ist das durchaus bezahlbar, doch an den Wochenenden kostet es bis zu 500 Franken pro Person.» Wobei sie es in der künstlichen Glitzerwelt in der Wüste Nevadas nur drei Tage ausgehalten hätten. 

Spannende Begegnungen

Apropos Übernachten: Bis jetzt konnten die beiden Veloabenteurer in den Vereinigten Staaten fast immer gratis unterkommen. Und zwar mithilfe der Plattform «Warmshowers», die speziell für Velofahrer gedacht ist. Privatpersonen bieten da weltweit einfache Unterkünfte sowie eine Waschgelegenheit kostenlos an. Doch das Schönste sind die Begegnungen, wie Koller erzählt: «Einmal wohnten wir bei einem Paar, hatten unseren eigenen Hausteil mit Bad. Sie kochten für uns Mittag- und Abendessen, bereiteten sogar ein Frühstücksbuffet zu.» Es sei unglaublich gewesen. Er könne die Plattform allen Velofahrern nur empfehlen. «Auch für Schweizer, die gerne Gäste bei sich haben, bietet das spannende Begegnungen mit Menschen aus der ganzen Welt. An Komfort braucht es nur eine Dusche und ein Bett.»

Hat Koller in Rapperswil auch schon selber «Warmshowers»-Gäste beherbergt? «Natürlich», sagt er. «Und ich werde das sicher auch in Zukunft tun.»

Dani Koller (rechts) geniesst die Gastfreundschaft in Kalifornien. Bild: zVg
Jérôme Stern, Linth24