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Lifestyle
19.06.2020
19.06.2020 06:09 Uhr

Hygiene oder Hygienewahn?

Lucia Pangratz: «Wie viel Hygiene braucht es und wie viel macht krank? Bakterien ermöglichen überhaupt erst Leben.»
Unsere Naturheilpraktikerin Lucia Pangratz warnt vor einem übermässigen Hygienewahn, der sich negativ auf unser Immunsystem auswirken kann.

Der grösste Fortschritt im Gesundheitswesen der letzten 100 bis 150 Jahre bestand zweifelsohne in der Verbesserung der Hygiene sowie der verbesserten Ernährung. Es ist nicht die «Erfindung» des Penicillins wie uns weithin weisgemacht werden sollte. Dieses war lediglich imstande, infizierte Wunden zu heilen – d.h. den ganz natürlichen bakteriellen Abbauprozess zu stoppen und die Abbaubakterien zu eliminieren. Diesen Fortschritt möchten wir auch weiterhin nicht missen, wenn es zur «Reparatur» durch Krankheit und/oder Unfall kommt.

Vorbeugen im Einklang mit der Natur

Als absolut wichtig erachte ich jedoch Prävention. Bakterien sind nicht unsere Feinde. Sie erledigen die ihnen natürlich bestimmte Aufgabe. Wenn diese Aufgabe im Abbau von toter oder kranker organischer Substanz liegt, heisst das nicht, dass Bakterien etwas Schlechtes sind. Im Gegenteil. Aus Sicht des Patienten ist diese Sichtweise sicherlich verständlich. Die Industrie hat diese Sichtweisen meines Erachtens gedankenlos ausgenutzt. Weitere Antibiotika wurden entwickelt und der Einsatz stieg ins Unermessliche. Doch Bakterien sind lernfähig, so dass heute jährlich mehr Menschen an Antibiotikaresistenzen sterben als an Grippe und Viruspandemien. Es ist hier festzuhalten, dass die Forschung nach neuen Antibiotika vor Jahren schon eingestellt wurde. Woran das liegen könnte, überlasse ich Ihnen.

Bakterien ermöglichen Leben

Aus der Quantenphysik wissen wir, dass alles Schwingung ist, d.h. Materie nicht existiert. Aus diesem Gesichtspunkt bekommt die Aussage des römischen Dichters Juvenal einen ganz anderen Stellenwert. Ebenfalls wissen wir, dass ohne Bakterien kein Leben auf der Erde je entstanden wäre und dass es auch heute kein Leben gäbe. Bakterien können auch zu Viren mutieren. Klartext:

  1. Alles ist Geist! Materie ist durch einen gesunden und starken Geist demnach auch beeinflussbar.
  2. Bakterien ermöglichen überhaupt erst Leben.

Gesunder Dreck – kranke Hygiene?

Hände waschen, Zähne putzen, Staubsaugen – Sauberkeit ist zweifellos wichtig. Doch wie viel Hygiene braucht es und wie viel macht krank? Fest steht: Wir brauchen den Kontakt mit Dreck, vor allem in den ersten Lebensjahren! «Dreck und alls füllt den Hals», eine bekannte Redewendung von Eltern (zumindest noch vor 20 Jahren). War man sich damals des vorbeugenden Schutzes gegen Bakterien und Viren schon bewusst, wenn man diese in kleinen Mengen im natürlichen Umfeld aufnahm? War das der Vorreiter moderner Impfung?

Je natürlicher, gesünder und vielfältiger die Umgebung ist, in der Kinder aufwachsen, desto besser kann sich das Immunsystem entwickeln. Je steriler und einfältiger, desto schwieriger die Entwicklung von Geist und Körper. Natürlichkeit, gesund, vielfältig aus Sicht der Evolution, der Natur und nicht des menschlichen Mainstream-Seins. Lassen Sie Ihre Kinder demnach auch unbeschwert auch mal im Dreck spielen, das stärkt auf ganz natürliche Weise das Immunsystem. Ich kenne auch keine bessere Vorsorge gegen Allergien.

Desinfektionsmittel überflüssig

«In privaten Haushalten sind Desinfektionsmittel überflüssig», sagt Ralf Dieckmann vom Bundesinstitut für Risikobewertung BfR. «Wägt man Nutzen und Risiko von Desinfektionsmitteln gegeneinander ab, überwiegen ganz klar die Risiken», sagt der Chemiker. Das BfR, das Robert Koch-Institut und das Umweltbundesamt unseres Nachbarlandes raten schon lange davon ab, Desinfektionsmittel zu benutzen. Aus vielen Gründen.

Man bedenke: In unserem Körper leben zehnmal mehr Bakterien als eigene Körperzellen. Wenn wir in einer bakterienfreien, sterilen Umgebung aufwachsen, kann unser Immunsystem – Körper und Geist – nicht lernen.

Auf Dreck programmiert

Die Evolution hat unseren Körper auf Dreck programmiert. Nehmen wir diesen als natürlich an und gehen damit um – das können wir seit Jahrtausenden. Mit einfachen Hygienemassnahmen der Körperpflege (mit normaler Seife ohne Desinfektionsmittel), Distanzhalten, gesunde Ernährung und genügend Schlaf tun wir mehr für unsere Gesundheit als mit dem Zuführen widernatürlicher, steriler Substanzen. Nehmen wir uns Zeit für Psychohygiene und befreien uns aus dem geistigen Gefängnis der Lobbys.

Webseite: www.complimed.ch

Lucia Pangratz, Eidg.dipl. Naturheilpraktikerin