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Freizeit
01.05.2021
03.05.2021 06:58 Uhr

In 360 Tagen von Rappi mit dem Velo um die Welt

Dani Koller freut sich – die erste Station Cancun ist erreicht. Bild: zVg
Dani Koller möchte sich seinen Traum erfüllen. Gemeinsam mit einem Freund fährt er per Velo um die Welt. Linth24 berichtet regelmässig über ihre Abendteuer. Die erste Herausforderung ist der mexikanische Alltag.

Der Rapperswiler Dani Koller brauchte eine Auszeit: Der Geschäftsführer von «e-domizil», dem grössten Schweizer Anbieter von Ferienwohnungen, konnte sich vor Arbeit kaum mehr retten. Die Zahl der Anfragen war seit Beginn der Pandemie regelrecht explodiert. Dabei hatte er ursprünglich bereits vor einem Jahr eine Weltreise unter die Velopedale nehmen wollen.

Diesem Plan hatte Corona einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Doch dieses Mal galt es ernst: Vor zwei Wochen flog er gemeinsam mit Silvan Bissegger, den er auf einer Reiseplattform kennengelernt hatte, nach Cancun, Mexiko. Weshalb ausgerechnet Mexiko? «Weil alle Länder rund um die Schweiz eher Schliessungs- denn Öffnungstendenzen zeigen», sagt er beim telefonischen Interview mit Linth24. 

Traumziel der Schweizer heisst Mexiko

Im Flieger stellte der 41-Jährige schnell fest, dass er beileibe nicht der einzige Schweizer war. Koller: «Der Flug war komplett ausgebucht, unsere Landsleute gehen gerne in die Ferien, wenn man kann.» Nach 10-stündigem Flug, gehörigem Jetlag und ein bisschen Schlaf erkundeten die beiden die Umgebung rund ums Hotel in einem Vorort von Cancun. «Das war weit von weg von den grossen Hotelanlagen – mexican real Life, sozusagen.» Alles was man als Pauschaltourist üblicherweise nicht sieht, hätten sie  hier gefunden, erzählt er, hörbar bewegt vom Kulturschock. 

Dani Koller (rechts) und Silvan Bissegger sind bereit fürs Abenteuer Mexiko. Bild: zVg

Velos sind heil angekommen

Die Velos für ihre Welttour liessen die beiden gleich im selben Flug transportieren. Wobei sie froh waren, dass sie den Transport unbeschädigt überstanden hatten. «Das mag daran liegen, dass wir für die Verpackung extrem stabile Kartons verwendeten und einen Direktflug gewählt haben.» Aufgefallen sei ihnen, dass sie beileibe nicht die einzigen Velo-Touristen waren. Koller: «Wir trafen einige Velofahrer, die für ihre Tour ein Land gewählt haben, in dem man möglichst wenig Grenzen überqueren muss.»

Wie sehen die Corona-Schutzmassnahmen in Mexiko aus? «Ausser der üblichen Maskenpflicht gibt es im Landesinnern nichts. Wir mussten bei der Einreise nicht mal einen Test machen.» Die einzige Massnahme sei ein Fragebogen, bei der nach Anzeichen von Krankheiten gefragt werde.

Dani Koller dreht vor Freude ein Rad. Bild: zVg

Der Alltag ist die Herausforderung

In den nächsten Tagen soll es nun auch sportlich losgehen. Wo ortet Dani Koller die grössten Herausforderungen ihrer Velotour – bei der Kondition? «Mein halbes Leben bin ich schon am Mountainbiken und Rennvelofahren, das bereitet mir am wenigsten Bauchweh.» Eine wahre Herausforderung sei das tropisch heisse Klima bei 35 Grad. Da könne man nicht einfach mal locker 150 Kilometer fahren wie in der Schweiz.

Ein paar echte Schwierigkeiten biete der Alltag, schmunzelt Koller. «Die Strassen sind nicht gut und ich muss 26 Kilogramm Gepäck auf dem Velo mitführen.» Für ihn ist klar: «Was uns am meisten beschäftigen wird, ist die komplett andere Kultur.»

Jérôme Stern, Linth24