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Rapperswil-Jona
09.04.2021
09.04.2021 06:26 Uhr

Polenmuseum: Behörden gegen «Lösung um jeden Preis»

Für die Stadtbehörden steht das «Haus zum Pfauen» weiterhin als Lösung fürs Polenmuseum im Fokus. Bild: Linth24 / Stefan Knobel
Der Museumsverein hat gegen die Auflösung des Mietverhältnisses Einsprache erhoben. Er verhandelt mit Ortsgemeinde und Stadt weiter über den Pfauen. Ohne Einigung verzögert sich der Schlossumbau.

Am Mittwoch informierten Ortsgemeinde und Stadt Rapperswil-Jona in einer Mitteilung über den aktuellen Stand der Gespräche über einen neuen Standort des Polenmuseums ausserhalb des Schlosses.

Die Stadtbehörden gaben bekannt, dass der Verein «Freunde des Polenmuseums» nun gegen die offizielle Kündigung per Ende März 2022 Einsprache erhoben hat. Jedoch gebe es weiterhin auf allen Seiten Gesprächsbereitschaft. Ortspräsident Matthias Mächler sagt in der Linth-Zeitung, dass das Schlichtungsverfahren sistiert sei.

Museum im Pfauen möglich – Investitionen nötig

Nach der Einsprache nahmen Ortsgemeinde und Museumsverein Gespräche über einen neuen Standort auf, unter Beizug der Stadt. Konkret im Blickfeld ist das markante «Haus zum Pfauen» in Rapperswil, das der stadtnahen Stiftung «Volksheim» gehört. Deren gemeinnütziger Zweck schränke die Nutzungsmöglichkeiten ein. Für eine städtische Nutzung sieht Stadtpräsident Martin Stöckling in der Linth-Zeitung aktuell jedoch keinen Bedarf.

Als Gesprächsbasis tätigte die Ortsgemeinde Rapperswil-Jona Vorabklärungen zur «bau- und planungsrechtlichen Machbarkeit eines Polenmuseums» im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss des betreffenden Gebäudes. Sie ist dort selbst eingemietet, plant aber ihren Auszug.

Das Resultat: Ein Museumsbetrieb sei in den Räumlichkeiten «grundsätzlich möglich», allerdings seien beim Brandschutz und bei der Barrierefreiheit gewisse Defizite noch zu beheben. Im Raum steht auch eine mögliche Kostenübernahme für entsprechende Investitionen durch die städtischen Körperschaften. Je nach Höhe der Kosten werden sich allenfalls die BürgerInnen dazu äussern können.

Der Mietzins für das Polenmuseum soll «fair und angemessen» sein; Einzelheiten seien noch zu verhandeln. Museumsvertreter hatten zuvor eine langfristige Vermietung zu einem «symbolischen Preis» gefordert.

Bereitschaft für Lösung, aber «nicht um jeden Preis»

Stadt und Ortsgemeinde betonen ihr grosses Interesse an einer «einvernehmlichen und verhältnismässigen Lösung», ohne Rechtsstreit, damit der Umbau des Schlosses planmässig und ohne Verzögerungen durchgeführt werden kann. Zudem hoffen sie auf eine «würdige Fortsetzung des international ausgerichteten Polenmuseums».
Allerdings schreiben sie auch: «Weder der Ortsverwaltungsrat noch der Stadtrat sind bereit, eine Lösung um jedem Preis anzustreben.» Ortspräsident Mächler erwartet laut Linth-Zeitung Klarheit bis Mitte Jahr.

Redaktion Linth24