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Rapperswil-Jona
05.11.2020
05.11.2020 15:14 Uhr

Polenmuseum im Schloß: Es droht ein Rechtsstreit

Blick in einen Ausstellungsraum des Polnischen Nationalmuseums im Schloss Rapperswil.
Blick in einen Ausstellungsraum des Polnischen Nationalmuseums im Schloss Rapperswil. Bild: Polenmuseum.ch / Wojciech Walkiewicz
Der Ortsverwaltungsrat Rapperswil-Jona und der Vorstand des Museumsvereins erarbeiteten einen Kooperations-Vertrag fürs neue Schloss. Nun sagen die Vereinsmitglieder Nein. Es droht ein Rechtsstreit.

Kürzlich hiessen Rapperswil-Jonas StimmbürgerInnen den Kredit für den Schlossumbau ab Ende 2021 bis 2024 gut (Linth24 berichtete).

Zukunft des Polenmuseums im neuen Schloss

Für das seit 1870 im Schloss ansässige Polenmuseum wurde nach einer neuen Lösung gesucht.

Wie die Linth-Zeitung berichtet, einigten sich der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde als Schloss-Besitzerin und die Führung des Museum-Betreibervereins auf eine Absichtserklärung. Darin waren für den Verein ein stimmrechtsloser Sitz im erweiterten Schlossrat, eigene Führungen durch Räume zur polnischen Geschichte und Nutzungsvorrechte bei Räumlichkeiten vorgesehen.

Vereinsmitglieder fordern mehr und verwerfen Vertrag

An einer ausserordentlichen Generalversammlung warb die Vereinsleitung vergeblich für den Vertrag. Von den rund 700 Mitgliedern war wegen Corona nur ein Bruchteil anwesend: Etwa 30 sagten Nein, 10 Ja.

Bei den Mitgliedern herrsche die Ansicht vor, die Ortsgemeinde hätte für die 150-jährige Präsenz sowie die Verdienste um den Schloss-Erhalt zu wenig und Unverbindliches geboten, so Vereinspräsident Marek Wieruszewski in der Linth-Zeitung. Der Verein fühle sich mehr als «geduldeter Gast» denn als «Bereicherung der Stadt».

Beide Vertragsparteien seien offen für neue Gespräche. Dennoch trauert Ortsgemeindepräsident Matthias Mächler der verpassten Chance nach.

Zeitplan in Gefahr: Verein erwägt Mieterstreckung

Für den planmässigen Schlossumbau müsste der Museumsverein seine Räume bis spätestens Ende März 2022 freigeben. Bis Ende 2020 stellt die Ortsgemeinde die Kündigung zu.

Doch der Verein erwägt eine Mieterstreckung und liess bereits ein Rechtsgutachten erstellen. Ein Auszug könnte sich dann um Monate oder Jahre verzögern und den Zeitplan zur Makulatur machen. Für Wieruszewski laut Linth-Zeitung eine «Lose-Lose-Situation».

Redaktion Linth24