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Rapperswil-Jona
04.04.2021
04.04.2021 07:02 Uhr

Polenmuseum: Polen-Stiftung ist noch reicher!

Die Polenmuseum-Stiftung «Libertas» besitzt auch in Rüti 2 Vier-Familienhäuser. Sie eignet Häuser im Wert von über 10 Mio. Franken, will sich aber lieber praktisch kostenlos im städtischen Haus «Zum Pfauen» in der Rapperswiler Altstadt einmieten. Bild: Linth24
Linth24 deckt auf: Die Polen besitzen auch Häuser in Rüti, wollen aber ein städtisches Haus zum «symbolischen Mietpreis» belegen. Stadtrat reagiert auf Linth24-Fragen. Von Bruno Hug

Die hinter dem Polenmuseum stehende Stiftung «Libertas» besitzt nicht nur in Rapperswil wertvolle Liegenschaften, sondern auch in Rüti ZH. Die Stiftung ist millionenschwer.

Da erstaunt es, dass Rapperswil-Jonas Ortsbürger den Polen anbieten, nach dem Auszug im Schloss im prächtigen Altstadthaus «Zum Pfauen» ihr Polenmuseum zu eröffnen. Dabei wollen die Polen erst noch die Miete diktieren. Museums-Präsident Wieruszewski will im «Pfauen», wie er der Linth-Zeitung sagte, nur eine «symbolische Miete» bezahlen – und verlangt dazu noch einen langjährigen Vertrag.

Polen-Häuser für über 10 Millionen

Trotz dieser Kühnheit wird das Projekt Polenmuseum durch die Ortsbürger vorangetrieben und durch die Stadt gestützt. Mit der Planung im «Pfauen» ist das Büro «Raumfindung» Rapperswil beauftragt. Wer das bezahlt ist (noch) unklar.

Klar ist jedoch: Die Polen brauchen keine milden Gaben und «symbolische» Mieten. Die hinter ihrem Museum stehende Stiftung «Libertas» ist steinreich. Sie besitzt – wie Linth24 letzte Woche berichtete – am Schlossaufstieg ein Riesenhaus. Und an der Etzelstrasse 7 in Rapperswil einen 12-Familien-Wohnblock. Wert der Häuser: Mindestens 7 Millionen Franken bei Jahresmieten von gegen 300'000 Franken.

2 Vier-Familienhäuser in Rüti

«Libertas» besitzt aber noch mehr Häuser. So in Rüti an der Lindenbergstrasse 36 bis 42 zwei Mehrfamilienhäuser mit 8 Wohnungen. Mieteinnahmen pro Jahr rund 150'000 Franken, Wert über 3 Millionen.

Die Polenstiftung besitzt somit (bisher bekannte) Immobilien für über 10 Millionen Franken. Sie braucht kein städtisches Haus. Sowieso nicht zum Billig-Preis und könnte ihr Museum im eigenen Haus am Schlossaufstieg selbstfinanziert realisieren.

  • 12-Familienhaus der Polenstiftung «Libertas» an der Etzelstrasse 7 in Rapperswil. Die Stiftung besitzt Immobilien für Millionen. Bild: Linth24
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  • Haus «Burghof» am Schlossaufstieg. Gehört ebenfalls der reichen Polenstiftung «Libertas» und wäre – direkt unterhalb dem Schloss gelegen – ideal für deren Polenmuseum geeignet. Bild: Linth24
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  • Auch diese Vier-Familien-Häuser an der Lindenbergstrasse 36 bis 42 in Rüti gehören der Polenstiftung «Libertas». Bild: Linth24
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Stadt informiert nächste Woche

Linth24 hat Stadtpräsident Martin Stöckling zum Vorhaben Polenmuseum Fragen zugestellt. Er antwortete letzten Mittwoch: «Wir werden bis Mitte kommender Woche zu den aufgeworfenen Fragen eine Medienmitteilung versenden».

Die Fragen von Linth24

Linth24 stellte an die Stadt folgende – hier etwas gekürzte – Fragen:  

  • Warum verhandeln die Ortsbürger mit den Polen über den «Pfauen», obwohl das Haus durch drei Stadtvertreter verwaltet resp. vertreten wird?
  • Gäbe es für den «Pfauen» nicht auch städtische Mieter, z. B. für soziale, kulturelle oder Jugend-Organisationen?
  • Wie gross soll das Polenmuseum im «Pfauen» werden?
  • Wer hat den Planungsauftrag an das Architekturbüro «Raumfindung» zur Prüfung des Museums-Einbaus im «Pfauen» erteilt, wie hoch belaufen sich die Kosten bis jetzt und wer bezahlt diese?
  • Wer würde den Umbau des Hauses (Projekt, Brandschutz, Fluchtwege, Lifteinbau usw.) bezahlen?
  • Wie hoch werden die allfälligen Umbaukosten für das Museum geschätzt?
  • Warum soll das Haus an die Polen zum «symbolischen» Preis vermietet werden?
  • Würden allfällige Verträge mit dem Polenmuseum offengelegt werden?
  • Warum zieht das Polenmuseum nicht ins eigene Haus am Schlossaufstieg?
  • Haben die Polen der Stadt-Verwaltung ein Museums-Konzept vorgelegt?
Bruno Hug