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Rapperswil-Jona
22.01.2021
22.01.2021 14:30 Uhr

Porthof: Die Pflegeabteilung wird gebaut!

Freude herrscht: Der Porthof erhält nun doch eine Pflegeabteilung. Die Stiftung Alterswohnungen hat umgedreht. Grosse Klasse! Bild: Linth24
Die Vernunft hat gesiegt. Die Stiftung Alterswohnungen Jona hat entschieden: Die Pflegeabteilung im Porthof wird gebaut. Der Kindergarten ist vom Tisch. Von Bruno Hug

Die Stiftung Alterswohnungen Jona zeigt Mut und Kraft. Sie teilt mit, sie halte an der geplanten Pflegewohnung im Neubau des Porthofs fest. In der Alterssiedlung werde damit kein Kindergarten gebaut.
Das wird viele Bürgerinnen und Bürger in der Stadt freuen und ist ein kluger Entscheid (siehe Kommentar).

Die Stiftung Alterswohnungen Jona, unter dem Präsidium von Tanja Zschokke (Grüne), teilt mit, «nach jahrelanger Planung und in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung RaJoVita» habe die Stiftung im Porthof die dritte Etappe mit 51 Alterswohnungen und einer Pflegeabteilung mit 19 Betten in Angriff genommen. Der Bau stehe nun kurz vor Fertigstellung und werde Mitte 2021 in Betrieb genommen.

RaJoVita – ungünstiger Zeitpunkt

Der unerwartete Entscheid (vom Sommer 2020) von RaJoVita, den Betrieb der Pflegewohnungen im Porthof nicht zu übernehmen, habe die Stiftung zu einem sehr ungünstigen Moment erreicht und «vor grosse Herausforderungen» gestellt.
Seit Herbst 2020 habe man dann «intensiv an möglichen Lösungsansätzen gearbeitet, um einen drohenden finanziellen Schaden zu minimieren». So sei auch der Einbau eines Kindergartens geprüft worden.

Stiftungsrat hält an Pflegewohnung fest

Vor wenigen Tagen habe die Stiftung Alterswohnungen von der Stadt «eine konkrete Absichtserklärung zur Realisierung des Kindergartens im Porthof» erhalten. «Nach einheitlicher Meinung des Stiftungsrates» vermöge diese «jedoch weder die baulichen noch die finanziellen Risiken für die Stiftung ausreichend abzusichern». Nun habe sich «der Stiftungsrat entschieden, den Ausbau der Pflegewohnung voranzutreiben».

Suche nach einem Betreiber

Der Stiftungsrat sucht nun für die Pflegeabteilung einen geeigneten Betreiber. In den nächsten Tagen will die Stiftung dazu Gespräche führen.
Der Stiftungsrat Alterswohnungen Jona teilt weiter mit, er halte somit «am ursprünglichen Konzept des Neubaus fest». Er sei der Überzeugung, dass «eine Pflegewohnung im Porthof nach wie vor einem grossen Bedürfnis der älteren Bevölkerung dieser Stadt entspricht». Zudem soll der Entscheid Klarheit schaffen für die zukünftige Entwicklung der Alterssiedlung Porthof.

Neuer Geschäftsführer Andreas Fuchs

Der Stiftungsrat hat gestern zudem entschieden, in der Person von Andreas Fuchs einen teilzeitlichen Geschäftsführer anzustellen. Der Umfang der geschäftlichen Aktivitäten rund um die 110 Wohnungen im Porthof erfordere dies.
Andras Fuchs kennt die Region. Er ist in Rapperswil-Jona aufgewachsen und leitete von 2002 bis 2005 die örtliche Spitex.
Ihre (erfreuliche) Mitteilung beendet die Stiftung mit folgenden Aussagen: «Die Stiftung Alterswohnungen freut sich, auch weiterhin ein wichtiger Akteur der Altersstrategie der Stadt Rapperswil-Jona zu sein.»

Kommentar von Bruno Hug

Sieg der Vernunft – und Ende der Desinformation

Man kann dem Stiftungsrat Alterswohnungen Jona nur gratulieren! Sich in dieser schwierigen Situation einen Ruck zu geben und zur Pflegeabteilung zu stehen - das hat grosse Klasse. Die grösste Alterssiedlung der Stadt, in der künftig 150 Betagte wohnen, gewinnt mit der Pflegeabteilung aus allen Blickwinkeln an Format.

Dass die Stiftung derart offen dazu steht, in welch immense Probleme sie die städtische Altersorganisation RaJoVita gebracht hat, ist richtig. Denn es braucht nach einem derartigen Vertrauensbruch klare Worte. Wie der Stadtrat und RaJoVita den Abschuss der Pflegeabteilung im Porthof eingeleitet und «vereinbart» haben, ist untragbar. Nur mit viel Glück konnte die von ihnen eingeleitete Fehlentwicklung noch abgewendet werden.

Untragbar war auch die Medienmitteilung des Stadtrates vom 18. Dezember 2020, in der es wörtlich hiess: «Die Idee, den Kindergarten Porthof in der Alterssiedlung einzuquartieren, lag deshalb auf der Hand und wurde eingehend geprüft. Der Stadtrat hat auf der Basis von vertieften Abklärungen nun entschieden, die Räumlichkeiten für einen Kindergarten im Mietverhältnis zu nutzen. Der neue Kindergarten soll auf das Schuljahr 2021/2022 in Betrieb genommen werden. Der bestehende Kindergarten im Porthof wird aufgehoben.»

Der Stadtrat hat damit die Bevölkerung gezielt in die Irre geführt. Er hat ihr mit dieser Mitteilung vorgaukelt, es sei alles gefixt und sonnenklar und am Entscheid gebe es nichts mehr zu rütteln. Was alles falsch war. Berücksichtigt man erst noch die Aussage der Stiftung in ihrer jetzigen Information, dass ihr der Stadtrat erst «vor wenigen Tagen eine konkrete Absichtserklärung zur Realisierung des Kindergartens im Porthof» zustellte, war die damalige Stadtratsmitteilung schon fast eine dreiste Lüge.

Ich hoffe, dass es das letzte Mal war, dass die Stadt die Bevölkerung derart (des)informiert.

Alle Linth24-Artikel zum Porthof in Reihenfolge:

Folge 1, Folge 2, Folge 3, Folge 4, Folge 5, Folge 6, Folge 7, Folge 8

Bruno Hug, Linth24