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Rapperswil-Jona
12.01.2021
11.01.2021 21:21 Uhr

Porthof: Der Schaden geht in die Millionen

Linth24-Verleger Bruno Hug kommentiert das Porthof-Debakel – die unverständliche Fehlentscheidung muss korrigiert werden.
Folge 6. Der Stadtrat stolpert von Unglück zu Unglück. Im Porthof droht ein Millionen-Schaden. Die Stiftung Alterswohnungen und die Stadt müssen zurück auf Feld 1. Kommentar von Bruno Hug

Fast immer, wenn dieser Stadtrat die Möglichkeit hat, schreiten seine Mitglieder wie Lämmer hinter ihrem Präsidenten in den Abgrund. Das belegt der Fall Porthof einmal mehr. (Folge 1, Folge 2, Folge 3, Folge 4, Folge 5)

Was diesmal jedoch «abgeht», übertrifft alles Bisherige. Die Eliminierung der Pflegeabteilung ärgert das Volk masslos. Allein der erste Linth24-Bericht zum Porthof-Desaster in Folge 1 wurde bis gestern um 18 Uhr von 6'089 Personen gelesen. Zwei Aktionskreise, die Linth24 kontaktierten, möchten eine Petition starten. Eine sehr vermögende Rapperswilerin teilte mir mit, sie werde den Widerstand gegen «diese Dummheit» finanzieren.

Reine Geldverschwendung

Die absurde Versenkung der Porthof-Pflegeabteilung ist kreuzfalsch. Dazu folgende Fakten:

  • Eine bis ins Detail geplante und im Rohbau erstellte Pflegeabteilung teils wieder einzureissen und daraus einen Kindergarten entstehen zu lassen, ist reine Geldverschwendung.
  • Die Alterssiedlung Porthof wird mit dem Pflegeabteilungs-Aus drastisch geschwächt. Was unterscheidet die grösste Alterssiedlung der Stadt mit 150 Betagten ohne Pflegeabteilung und ohne permanentem internen Pflege-Service noch von einem normalen Wohnblock? Da können die Betagten gleich zuhause wohnen bleiben. Auf Facebook schrieb Denise Frei Lehmann: «Ich kenne Senioren, die sich für Alterswohnungen im Porthof interessiert haben und sich nun nach einer anderen Möglichkeit umsehen.» Schon jetzt ist klar: Die Vermietung der Alterswohnungen im Porthof wird schwieriger. Das drückt auf die Mieteinnahmen und die Rendite der Altersbaute. Der Stiftungsrat Alterswohnungen wird, wenn er sich dem Diktat des Stadtrates weiter beugt, seiner Verantwortung nicht gerecht.
  • Der Abschuss der Pflegeabteilung vermindert den Wert der ganzen Alterssiedlung massiv, weil ihr künftig das Herz, die Pflegeabteilung und der Rundum-Pflegeservice fehlt.

Benachteiligung der Betagten

Der vom Stadtrat «in Absprache» mit RaJoVita eingeleitete Schaden geht, wenn er durchgezogen wird, in die Millionen. Es summieren sich: Totale Vernichtung der Pflege-Planung, Abriss bestehender Bauten, Neuplanung Umbau, Wertvernichtung der Alterssiedlung wegen eingeschränkter Nutzung sowie reduzierte Mieteinnahmen aus Wohnungen und den freiwerdenden Pflegeflächen. Nicht zu reden von der Benachteiligung der Betagten, die im Porthof auf Service und Sicherheit verzichten müssen!

Vermietung drastisch im Verzug

Der Irrsinn ist kaum in Worte zu fassen. Die Schuldigen sollten wenigstens die Grösse haben, ihren kapitalen Fehlentscheid sofort rückgängig zu machen.

Und es eilt! Seit der Stadtrat mit RaJoVita den Ausstieg beim Porthof «vereinbart» und letzten Herbst die aufkommende Lösung aktiv verhindert hat, kann die Stiftung Alterswohnungen den Wohn-Interessenten nicht einmal sagen, welche Services im Porthof geboten werden. Die Vermietung der Alters-Wohnungen ist deshalb drastisch im Verzug!

Der Bau im EG des Neubaus steht still. Mit jedem Tag geht weiteres Geld verloren. Das Volk wartet auf Antworten. Linth24 wird heute Stadtpräsident Martin Stöckling und die Präsidentin der Stiftung Alterswohnungen, Tanja Zschokke, via Mail fragen, was sie zu tun gedenken. Die Antworten werden publiziert.

Wo sind die politischen Parteien?

Zudem wird Linth24 die politischen Parteien befragen. Es ist höchste Zeit, dass sie ihre Stadträte nicht endlos schützen. Es geht hier nicht mehr nur um die zwischenzeitlich schon fast normal gewordenen Fehlprojekte aus dem Stadthaus, sondern um unsere betagten Mitmenschen, die nicht Opfer politischer Machtspiele und Gedankenlosigkeit werden dürfen.

Bruno Hug, Linth24