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Uznach
04.11.2022
05.11.2022 07:20 Uhr

Spitaldirektor geht schon wieder

Wechselt von Uznach nach Sarnen: Spitaldirektor Peter Werder.
Wechselt von Uznach nach Sarnen: Spitaldirektor Peter Werder. Bild: zvg
Peter Werder wurde per 1. Februar 2020 Direktor des Spitals Linth in Uznach. Nach nicht einmal drei Jahren geht er und wird Spitaldirektor des Kantonsspitals Obwalden.

«Dr. phil. Peter Werder» wurde am 20. November 2019 zum Spitaldirektor, oder neudeutsch «CEO», des Linth Spitals gewählt. Er trat per 1. Februar 2020 die Nachfolge des Spitaldirektors «Dr. med. Urs Graf» an, der 24 Jahre lang das Spital Linth geleitet hatte.

Von Journalisten zum Spitaldirektor

Peter Werder hatte sein phil-Studium an der Uni Zürich abgeschlossen. Danach arbeitete er als Journalist, bevor er sich mit einer Zusatzausbildung zum Branchenwechsel in das Gesundheitswesen entschloss und bei einer Krankenversicherung anfing. All das kann man im damaligen Bericht von Linth24 nachlesen: Neuer Chef des Linth Spital.

Am 1. Februar 2020 trat Peter Werder die Nachfolge von Urs Graf an. Unter dem neuen Chef wurde eine «stark erweiterte Geschäftsleitung» vorgestellt und der abtretende Dr. Graf umfassend geehrt (Spital Linth: Neue Führung).

Corona-Pech und faules Erbe

Als Peter Weder im Frühling 2020 antrat; hatte er insofern Pech, dass ab dann Corona zum dominierenden Thema wurde. In verschiedenen Interviews nahm der Ex-Journalist Stellung, beschrieb die Situation im Linth Spital (Spital Linth und Lachen: So ist es mit Corona bei uns!) und kritisierte die Medienberichterstattung der Ex-Kollegen als «faktenfern» (Spital-CEO: «Medien-Berichterstattung ist etwas faktenfern»).

Im Archiv von Linth24 finden sich ab 2020 wenige Berichte zum konkreten Wirken des Spitaldirektors Werder.

Am Anfang war er noch mit Spätfolgen seines Vorgängers belastet. So musste er im Februar 2020 ein Riesendefizit für das Jahr 2019 vermelden (Tiefrotes Spital Linth) und nur wenige Tage später – nach einem Richterspruch – die «Spitalpraxis Bühlpark Jona» schliessen, was ein «sattes Defizit» zur Folge hatte (Spital Linth muss Praxis in Jona schliessen).

Etwas später wurde vermeldet, dass die zuvor ausgelagerte Kinderorthopädie, die Kinderchirurgie und die Physiotherapie am Spital Linth konzentriert werden (Praxis am Bühlpark ab Ende März zu).

PR-Aktionen und Defizite

Als eine der wenigen neuen Meldungen sind im Archiv eine PR-Aktion zum Tag der Kranken vom März 2021 zu finden. Damals wurden den Patienten selbergemachte Macarons verteilt, «um ihnen den Tag zu versüssen.» (Nette Geste zum «Tag der Kranken» im Spital Linth).

Im April 2021 wurde die Verteilung von «Spitzbuben» gefeiert (Grosses Lachen im Spital Linth) und ein halbes Jahr später, dass das Spital-Küchenteam an die Kochweltmeisterschaft in Luxemburg gehen darf (Spital Linth an die Kochweltmeisterschaft).

Am 11. Mai dieses Jahres schrieb die St. Galler Regierung um einiges nüchterner: Das Spital Linth benötige zusätzlich 39.2 Millionen Franken, weil: «Das Eigenkapital des Spitals Linth wird ohne Kapitalerhöhung 2023 aufgebraucht sein.» (39,2 Millionen für das Spital Linth).

Wobei auch hier anzumerken ist: Das Linth Spital ist nicht der einzige kranke Patient im St.Galler Gesundheitswesen.

Lob im Voraus

Den Abgang von Peter Werder per April 2023 meldete das Spital Linth gestern Nachmittag auf seiner Webseite.

Zu Werders Leistungsbilanz schreibt der Verwaltungsrat: «Während seiner gut dreijährigen Amtszeit konnte die erste Phase des Turnarounds erfolgreich abgeschlossen werden.». Hierbei fällt auf, dass nur von einer «ersten Phase» geschrieben wird, wobei nach weniger als drei Jahren vielleicht auch nicht mehr erwartet werden kann.

Und für seinen Weg nach Obwalden schreibt der Verwaltungsrat etwas dünnlippig: «Der Verwaltungsrat bedauert seinen Weggang und wünscht Peter Werder auf seinem weiteren beruflichen Weg alles Gute.» (CEO Peter Werder verlässt das Spital Linth).

Demgegenüber ist der neue Arbeitgeber in Obwalden schon jetzt voll des Lobes, so wie es die Linth Spitalverantwortlichen im November 2019 im Vorfeld auch waren.

Zu seiner Tätigkeit im Uzner Spital schreibt der Obwaldner Spitalrat euphorisch: «Seit anfangs 2020 ist Peter Werder CEO des Spitals Uznach. Während dieser Zeit setzte er erfolgreich einen Turnaround um und verbesserte nachhaltig die finanzielle Situation des Spitals.»

Nachfolger gesucht

Der Abgang des Kurzzeit-Direktors gibt dem Linth-Verwaltungsrat unerwartet Arbeit. Er schreibt: «Die Suche nach einem Nachfolger bzw. einer Nachfolgerin wird demnächst in Angriff genommen.»

Mario Aldrovandi, Linth24