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20.10.2021
20.10.2021 15:04 Uhr

Schweizer Männlichkeiten in Buchform analysiert

Ein neues Buch spricht von der «Krise von Männlichkeit als Zeichen grundlegenden Wandels». (Symbolbild)
Ein neues Buch spricht von der «Krise von Männlichkeit als Zeichen grundlegenden Wandels». (Symbolbild) Bild: Pixabay
Die Gesellschafts- und Geschlechterverhältnisse wandeln sich. Was dies für Schweizer Männer bedeutet, wird noch selten erforscht. «Zeitdiagnose Männlichkeiten Schweiz» macht eine erste Bestandsaufnahme.

Mit dem Buch «Zeitdiagnose Männlichkeiten Schweiz» ist ein in dieser Form einzigartiger Sammelband aus dem Forschungsfeld der kritischen Männer- und Männlichkeitenforschung im Seismo Verlag erschienen. Das Buch widmet sich einem in der Schweiz bisher eher wenig beachteten Forschungsbereich und hat zum Ziel, die Bedeutung kritischer Männer- und Männlichkeitenforschung in, zur und für die Schweiz aufzuzeigen.

Dies gelingt in einer Art Tour d’Horizon durch die interdisziplinäre Schweizer Männlichkeitenforschung. Die versammelten Autoren, zu denen unter anderem Andrea Maihofer, Claudia Opitz-Belakhal, Ueli Mäder, Christa Binswanger und Brigitte Liebig zählen, geben Einblicke in den aktuellen Forschungsstand zum Wandel von Männlichkeit und liefern Denkanstösse für die Diskussion über Männlichkeit und Männlichkeitsbilder.

Männlichkeitskrise als Zeichen grundlegenden Wandels

Verschiedene Texte im Sammelband zeichnen die historischen und gesellschaftlichen Kontexte und Entwicklungen nach, welche zur Herausbildung des heutigen Verständnisses von Männlichkeit geführt haben.

Durch die zeitdiagnostische Perspektive bleibe es jedoch nicht bei einer Analyse der Entstehungsprozesse. Sondern es wird danach gefragt, was die aktuellen Veränderungen in Erwerbs- und Familienarbeit, Liebesbeziehungen, Elternschaft, Freundschaft, Sexualität oder Freizeitgestaltung für Männer an Herausforderungen in sich tragen.

Hieraus ergibt sich ein grosser Bedarf an Diagnosen und Einordnungen, da oftmals nicht klar ist, was sich im aktuellen Wandel genau wie verändert und wie die paradoxe Gleichzeitigkeit von Wandel und Beständigkeit angemessen erfasst werden kann. Dies ist ein Anliegen, das nicht nur seit oder auf Grund von «#metoo» von breitem Interesse ist. Auch Männer reflektieren vermehrt über ihre Vorstellungen und Ideen von Männlichkeit. so die OST.

Vielgestaltigkeit von Männlichkeiten dynamisieren

Mit dem Buch soll die wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte über die Vielgestaltigkeit von Männlichkeiten in der Schweiz an Dynamik und Beständigkeit gewinnen. Das Buch liefere dafür wertvolle Denkanstösse und lanciere die Diskussion über die Analyse von Männlichkeiten in der Schweiz in seiner ganzen Bandbreite, behauptet die Fachhochschule.

Die Herausgeber Diana Baumgarten, Matthias Luterbach, Martina Peitz, Sarah Rabhi-Sidler, Steve Stiehler, Tobias Studer, Anika Thym und Isabelle Zinn sind in der AG «TransforMen» der Schweizerischen Gesellschaft für Geschlechterforschung organisiert.

Hierbei handelt es sich um eine schweizweite, überinstitutionelle Zusammenarbeit von Mitarbeitern des Departements Soziale Arbeit der OST, des Fachbereiches Geschlechterforschung der Universität Basel, der Careum Hochschule Gesundheit, der Faculté des sciences sociales et politiques der Université de Lausanne und des Institutes Integration und Partizipation der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW.

Buch im Open Access verfügbar

Das Buch erscheint in der Reihe «Geschlechterfragen/Questions de genre/Gender Issues» des Seismo Verlags. Die Open-Access-Buchpublikation wurde durch den Schweizerischen Nationalfonds finanziert und der Buchdruck durch die Graduiertenschule Social Sciences der Universität Basel.

PD, OST – Ostschweizer Fachhochschule