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Kultur
29.01.2021
29.01.2021 15:37 Uhr

Kunstbesuch geht auch online

Das Bildschirmfoto zeigt, wie dieser virtuelle Besuch funktioniert hat – ein Rundgang und ein Wiedersehen. (Bild: Fritz Schoch) Bild: ZVG / Fritz Schoch, Kunstverein Oberer Zürichsee
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und so besuchte der Kunstverein Oberer Zürichsee Peter Kuypers Ausstellung «Harmonikal» im Kulturzentrum Eichen in Schänis schlicht und einfach via Zoom-Meeting.

Die Zeiten für Kunst und Kultur sind schwierig, immer noch. Aber so ergeben sich auch Möglichkeiten, vollkommen neue Wege zu beschreiten.

Der am vergangenen Montagabend geplante Ausstellungsbesuch, der die erste Veranstaltung im Jahresprogramm des Kunstvereins Oberer Zürichsee sein sollte, konnte im üblichen Sinne leider nicht stattfinden. Und dies ist nicht nur für die interessierten BesucherInnen sehr schade, sondern ganz besonders für den Künstler Peter Kuyper, der viel Arbeit und Engagement in diese Ausstellung gesteckt hat.

Ehrenpräsident Bruno Glaus hat sich aber etwas einfallen lassen. Per E-Mail wurden die Mitglieder informiert, dass via Zoom-Meeting ein virtueller Besuch mit Künstlergespräch stattfinden wird. Die Reaktion war so gross, dass sogar zwei Sendezeiten vereinbart wurden und es zeigte sich an den herzlichen Begrüssungen der zugeschalteten Teilnehmer, dass das Wiedersehen auch virtuell einfach schön ist.

Ehrenpräsident Bruno Glaus (r.) im Gespräch mit Künstler Peter Kuyper. (Bild: Fritz Schoch) Bild: ZVG / Fritz Schoch, Kunstverein Oberer Zürichsee

Fritz Schoch, Präsident von «kultur schänis» begrüsste die zugeschalteten Mitglieder, Präsidentin Cornelia Brändli fungierte als Kamerafrau und Bruno Glaus stellte kurz den 1942 in Utrecht geborenen Künstler vor, der seit 1954 in der Schweiz lebt. Die Malerei ist für Peter Kuyper ein Mittel, um auf optische Weise gestalterische Gedanken zu verwirklichen. Als Vertreter der konkreten, bzw. konstruktiven Kunst entstehen seine Werke auf der Suche nach höheren Ordnungen und ganzheitlichen Harmonien.

Der Künstler erzählte, dass er sich schon sehr früh mit der konkreten Kunst auseinandergesetzt hat. Während seines Studiums an der ETH Zürich durfte er einen der berühmtesten Vertreter dieser Kunstrichtung kennenlernen – Max Bill. Dieser hätte ihn sehr beindruckt und auch beeinflusst. Kuypers Vorgehensweise sei, dass er seine Bilder bereits im Kopf habe, bevor er anfange. Und dann käme noch rein intuitiv die Auswahl der verwendeten Farben dazu.

Das Triptychon erzählt die Geschichte eines holländischen Politikers: Jugend, Glaube und Politik. (Bild: Fritz Schoch) Bild: ZVG / Fritz Schoch, Kunstverein Oberer Zürichsee

Die ausgestellten Werke, konkrete harmonikale Malerei sowie Stelen und Wandreliefs, strahlen eine erstaunliche Frische und Direktheit aus und laden zum Entdecken ein. Bis auf wenige Ausnahmen, malt der Künstler mit Acrylfarben auf Holzpaneelen. Die Ausstellung «Harmonikal» im Kulturzentrum Eichen, Schänis, wird noch bis Sommer andauern. Infos dazu unter www.kultur-schaenis.ch.

Marie-Eve Hofmann-Marsy, Kunstverein Oberer Zürichsee