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Rapperswil-Jona
19.10.2019
29.10.2019 06:01 Uhr

«Avenida»: Kritik am Gewerbe-Vorstand

Der Vorstand des «Gewerbe Rapperswil-Jona» hat sich öffentlich für ein JA zum Projekt «Lebensader/ Avenida» ausgesprochen. Dafür erntet er Kritik.

Am Donnerstag wurde folgender Kernsatz veröffentlicht: «Das Gewerbe Rapperswil-Jona sagt JA zum Projekt «Stadtraum St. Gallerstrasse/Neue Jonastrasse». Es gehe dabei um mehr als nur eine Strasse, sondern «Es geht um nicht weniger als die zukünftige Entwicklung unserer Stadt.». Die Bevölkerung solle deshalb bei der Abstimmung am 17. November ein JA in die Urne legen.

Das Problem: Nicht das Gewerbe sagt ja, sondern der Vorstand des Gewerbevereins. Die Parole wurde ohne Konsultation der Mitglieder beschlossen. Das stösst einigen Mitgliedern und Gewerblern sauer auf.

Sven Rudolfsen hält auf der Facebook Seite «Du bisch von Rappi, wenn …» zuerst einmal nüchtern fest: «Man beachte hier, dass es die Meinung des Vorstandes ist. Die Mitglieder wurden nicht befragt.»

Voll auf den Vorstand zielt Martin Bächli: «Meistens sind im Vorstand Studenten, die Praktiker fehlen.»

Raphael Weber hat als Direktbetroffener Gewerbler auf der Facebook Seite «Gemeinde Rapperswil-Jona» ein Foto veröffentlicht:

Raphael Weber schreibt dazu:

«Danke lieber Gewerbevorstand, Stelle fest dass es der Vorstand zu so einem einschneidenden Projekt nicht für nötig hält, die über 100 Gewerbe-Mitglieder miteinzubeziehen. Als solches fühle ich mich übergangen! Als direkt betroffener Gewerbler und Mitglied des Gewerbe RJ hätte ich erwartet, dass dazu ein Podium mit Pro und Kontra stattgefunden hätte. An der Expo wäre dazu eine gute Gelegenheit gewesen.»

Josef Zupppiger meint auf derselben Webseite: «80 bis 100 Millionen und das Verkehrschaos bleibt (siehe Projektstudie Cityplatz) Städtebauliche Weitsicht geht anderst.»

Auch der Taxiunternehmer Kurt Weber ist sauer: «Eine Hand wäscht die Andere. Ist das treffende Sprichwort. Hoffentlich haben die Mitglieder auch noch eine eigene Meinung.».

Gewerbe Präsident Adrian Haller an der letzten Generalversammlung am 16. Mai 2019. Foto: Hanspeter Haussener.

Gewerbe-Präsident bezieht Stellung

Linth24 befragte Adrian Haller, Präsident von «Gewerbe Rapperswil-Jona»:

Das Ja zur «Lebensader» oder «Avenida» hat der Vorstand alleine gefällt. Warum wurden die Mitglieder nicht befragt?
Adrian Haller: Korrekt, wir haben diesen Entscheid als Vorstand geschlossen gefällt. Als Gewerbeverein haben wir das Thema aus Sicht der Stadtentwicklung und nicht aus Sicht von Interessen einzelner Mitglieder beurteilt.

Die Abstimmung ist erst im November. Weshalb haben Sie schon jetzt eine Stellungnahme veröffentlicht?
Haller: Das Thema kam bei uns auf den Tisch und wir haben uns die Sache kritisch angeschaut. Wir hatten keinen Grund, länger zu warten.

Kritiker sagen, dass es vorab eine kritische Auseinandersetzung zum Beispiel in Form eines Podiums an der Gewerbeschau gebraucht hätte. Was sagen Sie zu dieser Idee?
Haller: Wir sehen die Organisation eines Podiums nicht als die Aufgabe unseres Vereins. Jedes Mitglied ist frei, ein solches Podium zu organisieren.

Stehen Sie weiterhin zu Ihrem Vorgehen?
Haller: Auf jeden Fall. Dieses Projekt ist enorm wichtig für die Entwicklung unserer Stadt.

In einem Monat findet die Abstimmung über die «Lebensader/Avenida» statt. Die Diskussion ist lanciert.

Mario Aldrovandi, Linth24