Rapperswil-Jona
24.05.2019

RJ: NEUE «LEBENSADER» KOSTET 56 BIS 105 MIO FRANKEN

Der Strassen zwischen Dionys und dem Cityplatz bezeichnet der Stadtrat  als «Lebensader» von Rapperswil-Jona. Die Aufwertung dieses Raumes soll nach einer groben Kostenschätzung bis 105 Mio Franken kosten.

Der Stadtrat hat zum kantonalen Strassenprojekt «Stadtraum Neue Jonastrasse – St. Gallerstrasse» einen positiven Vernehmlassungsbeschluss gefasst. Er begrüsst die Aufwertung dieses zentralen Stadtraums und die Verbesserung der Mobilität auf der wichtigsten Ost-West-Achse vom Dionys bis zum City-Platz.

Der Stadtraum Neue Jonastrasse/St.Gallerstrasse liegt an der Lebensader der Stadt. Auf dieser Hauptverbindungsachse bewegen sich grösstenteils Bewohnerinnen und Bewohner, Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher. Darum  pulsiert hier auch der Verkehr: öffentlicher Verkehr, motorisierter Individualverkehr sowie Fuss- und Radverkehr.

Mit der Neugestaltung des Strassenraums wird die Attraktivität und Sicherheit für alle verbessert und es werden Impulse gesetzt, damit sich Rapperswil-Jona im Zentrum des gemeinsamen Stadt- und Lebensraums weiterentwickeln kann.

Impulse setzen – Lebensraum gestalten

Die Stadt Rapperswil-Jona soll sich innerhalb des bestehenden Siedlungsgebiets entwickeln. Mit der Neugestaltung des Strassenraums entlang der Hauptverbindungsachse Neue Jonastrasse – St. Gallerstrasse werden Impulse für die Realisierung von zentralem Wohn- und Arbeitsraum gesetzt. Der Stadtraum soll zudem die Quartiere verbinden – nicht trennen. Wer an dieser Lebensader wohnt, arbeitet oder einkauft wird den urbanen lebendigen Charakter des neu gestalteten Stadtraums schätzen. Die Gestaltungselemente der Beleuchtung und Vorgärten sowie die Bepflanzungen mit Strassenbäumen und Grünstrukturen unterstützen diese Idee. Damit wird die Aufenthaltsqualität auf der ganzen Achse verbessert. Ohne Bäume käme die verbreiterte Strasse grau und unwirtlich daher. Bäume spenden zudem Schatten, nehmen neben Abgasen auch Staub auf und kühlen durch die Verdunstung von Wasser die unmittelbare Umgebung. Grünräume haben einen positiven Effekt auf das Mikroklima und die Luftqualität. Die Elemente der Strassengestaltung sind nicht unmittelbarer Bestandteil des kantonalen Strassenprojektes, sondern fallen in die Zuständigkeit der Stadt. Da das Strassenprojekt und die Gestaltungselemente ein Gesamtkonzept darstellen, werden letztere aber in die Pläne zum kantonalen Strassenprojekt integriert.

Mobilität ermöglichen

Die Stadt braucht eine direkte innerörtliche Verbindung, damit alle so schnell wie möglich von A nach B kommen. Zu diesem Zweck soll der Verkehr neu organisiert werden. Verbesserungen beim öffentlichen Verkehr wie auch beim Fuss und Veloverkehr spielen dabei eine wichtige Rolle.

Das hohe Verkehrsaufkommen auf der Neuen Jonastrasse und der St.Gallerstrasse ist während den Morgen-, Abend- und Wochenendspitzen oft mit Staus verbunden. Das beeinträchtigt die Pünktlichkeit des öffentlichen Verkehrs auf der Strasse und vermindert die Attraktivität der Stadtbusse. Aufgrund dieser Ausgangslage ist es das Ziel des Kantons, die Situation für den öffentlichen Verkehr mit sogenannten Busbevorzugungsmassnahmen zu verbessern. Zu diesem Zweck werden die lichtsignalgesteuerten Knoten busbevorzugt ausgerüstet. Stadteinwärts ist mit Ausnahmen von Engpässen eine separate Busspur geplant, teils in Kombination mit dem Veloverkehr. Damit kann der Bus unabhängig vom Verkehrsaufkommen zirkulieren, was zu einer Erhöhung der Fahrplanstabilität beiträgt.

Mit dem Strassenprojekt „Stadtraum Neue Jonastrasse – St.Gallerstrasse“ ist keine Kapazitätserweiterung für den motorisierten Individualverkehr vorgesehen. Durch die geplanten Massnahmen kann aber eine Verbesserung des Verkehrsflusses erzielt und die negativen Auswirkungen der regelmässig vorkommenden Überlastsituationen reduziert werden.

Sicherheit steigern

Die Stadt muss über sichere Verbindungen verfügen. Dazu gehören bequeme und soweit möglich gefahrfreie Routen für Fussgänger und Velos. Die Situation für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie für Radfahrende ist heute auf dieser städtischen Hauptachse unbefriedigend. Zur Komfortsteigerung und Erhöhung der Sicherheit ist deshalb neu sowohl stadtein- als auch stadtauswärts ein durchgehender Rad- und Fussweg geplant. Durch die Aufwertung des Strassenraums soll dieser insbesondere für Fussgängerinnen und Fussgänger attraktiver werden.

Projekt in Etappen

Die Erneuerung und Aufwertung „Neue Jonastrasse – St.Gallerstrasse“ umfasst einen Strassenabschnitt von rund 2.7 km Länge. Die Realisierung erfolgt in mehreren Etappen und wird sich an der städtebaulichen Entwicklung mit den entsprechenden Projekten orientieren. Mit der Umsetzung des Strassenprojektes kann frühestens ab 2024 begonnen werden.

Finanzen

Nach heutigen Kostenschätzungen belaufen sich die Gesamtkosten für das Projekt auf rund 82 Mio. Franken (Grobkostenschätzung: Genauigkeit+/- 30 Prozent). Es ist vorgesehen, dass der Bund über den Agglomerationsfonds maximal 6.55 Mio. Franken mitfinanziert. Die verbleibenden Aufwendungen nach Abzug von ohnehin anfallenden Sanierungskosten teilen sich der Kanton und die Stadt wie folgt: 65 Prozent der Kosten trägt der Kanton, 35 Prozent die Stadt. Bei Lichtsignalanlagen übernehmen Kanton und Stadt je 50 Prozent der Kosten. Die Stadt Rapperswil-Jona hat voraussichtlich einen Beitrag von rund 28,5 Mio. Franken zu leisten.

Vorgeschichte

Das Projekt „Stadtraum Neue Jonastrasse – St.Gallerstrasse“ geht zurück auf das Jahr 2011, als der Kanton die Ortsplanungsrevision der Stadt genehmigte. Dabei wurde aber der Bereich Neue Jonastrasse ausgenommen, weil die vorgesehene neue Zonierung entlang des Strassenraumes auf das notwendige Strassenprojekt Neue Jonastrasse - St.Gallerstrasse abgestimmt werden sollte. Es folgte ein Studienauftrag mit Beteiligung verschiedener Büros und ein zur Weiterbearbeitung empfohlenes Gesamtkonzept für den "Stadtraum Neue Jonastrasse - St.Gallerstrasse". Gestützt auf dieses Konzept erarbeitete der Kanton bis 2016 eine Vorstudie für die etappenweise Neugestaltung dieser Achse.

Nachdem die Stimmbevölkerung die erste Teiletappe am Knoten St.Gallerstrasse – Feldlistrasse im März 2017 abgelehnt hatte, haben sich Stadt und Kanton entschieden, das Projekt auf der ganzen Achse zu bearbeiten und der Stimmbevölkerung als Gesamtkonzept zu unterbreiten. Nun liegt das ganzheitliche Kantonsstrassenprojekt vor. Die Vernehmlassung des Stadtrates ist positiv ausgefallen. Die Stimmbevölkerung von Rapperswil-Jona wird im Rahmen des obligatorischen oder fakultativen Referendums über den Vernehmlassungsbeschluss des Stadtrates befinden können.

(OM, Autor: Stadtrat Rapperswil-Jona)