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Leserbrief
Schänis
03.06.2022
03.06.2022 09:02 Uhr

«Bei Tempo 30 kommt es zu mehr Stau und Lärm»

Sollte die Tempo-30-Zone im Unterdorf Schänis kommen, rechnet Yves Schnyder mit Stau, reduzierter Strassenkapazität und mehr Lärm. (Themenbild)
Sollte die Tempo-30-Zone im Unterdorf Schänis kommen, rechnet Yves Schnyder mit Stau, reduzierter Strassenkapazität und mehr Lärm. (Themenbild) Bild: Pixabay
Leser Yves Schnyder analysiert das Lärmsanierungsprojekt Schänis, das unter anderem Tempo 30 im Unterdorf vorsieht. Sein Fazit: Eine Tempo-Reduktion ist weder notwendig noch zweckmässig noch verhältnismässig.

«Vor über hundert Jahren wurde das erste Automobil erfunden mit dem Zweck der schnelleren individuellen Fortbewegung. Viele waren damals begeistert, lange Distanzen konnten immer schneller überwunden werden. Der Individualverkehr entwickelte sich immer weiter und die Reisegeschwindigkeit nahm stetig zu. Irgendwann kam es dann zu den ersten staatlichen Restriktionen und es wurden die ersten Geschwindigkeitsbegrenzungen ausgesprochen. Erst mit Begründung der Sicherheit, heute wegen Lärm und Schadstoffen.

Die Sicherheit der Fahrzeuge wird stetig besser und die Lärm- und Schadstoffemissionen immer geringer. Unbeachtet dieses technischen Fortschritts bewegen wir uns dennoch immer langsamer vorwärts durch immer mehr Restriktionen, sollen aber immer weitere Distanzen auf uns nehmen, z.B. beim Arbeitsweg. Wo endet das? Wieder bei der Pferdekutsche oder beim E-Bike, welches 80 km/h fahren könnte, während aber überall nur noch Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist?

Nun genug der Historie und Aufregung und zurück zum Alltag. Wie bereits öffentlich mitgeteilt wurde ist das Tiefbauamt St.Gallen derzeit daran, das 17. Strassenbauprogramm umzusetzen. In Schänis ist auf einer Hauptverkehrsachse Tempo 30 km/h geplant statt den bisherigen 50 km/h. Damit habe mich ausführlich befasst und möchte gerne meine Meinung dazu äussern.

Karte der Massnahmen in Schänis: Perimeter «Geschwindigkeitsreduktion» im Unterdorf (blau) und «lärmarmer Belag» im Oberdorf (dunkelgrau). Bild: ewp AG

Fakten sprechen gegen Geschwindigkeitsreduktion

Die Reduktion der Geschwindigkeits-Signalisation von 50 km/h auf 30 km/h betrachte ich als äusserst kritisch, nicht aus emotionalen Gründen, sondern faktenbasiert.

Eine Geschwindigkeitsreduktion ist bedingt notwendig, nicht zweckmässig, noch verhältnismässig. Detaillierte Angaben dazu können in einer Analyse des technischen Berichts entnommen werden, welcher der Redaktion vorliegt.

Summa summarum kann man sagen, dass es durch eine solche Reduktion der Geschwindigkeit im Abschnitt Unterdorf in Schänis nur zu einem Stau und somit zu mehr Lärm kommen wird, da die Kapazität der Strasse drastisch reduziert wird. Dass die Fuchswinkelstrasse, welche bis dato eine entlastende Funktion innehatte, für den Durchgangsverkehr auch gesperrt werden soll, verschlimmert die ganze Situation nochmals zusätzlich.

Dieser Streckenabschnitt kann nicht umfahren werden, somit ist Stau nur die einzig logische Schlussfolgerung.

Bei dem besagten Abschnitt handelt es sich um einen Teil einer Hauptverkehrsachse, welche immer genügend Kapazität aufweisen sollte!

Unbeachtet dessen wird für die betroffenen Anwohner nichts gegen den vorhandenen Lärm unternommen, auch mit Tempo 30 werden diese noch vom Lärm belastet sein.

Schallschutzfenster als einzige sinnvolle Massnahme

Schallschutzfenster sind meiner Ansicht nach die einzige sinnvolle Massnahme, welche getroffen werden kann, um die Anwohner zu schützen und die Kapazität der Strasse aufrecht zu erhalten.

Ich bitte das Tiefbauamt St.Gallen und die Gemeinde Schänis, die Fakten zu prüfen, sich nochmals Gedanken darüber zu machen und sich klar gegen eine solche Geschwindigkeitsreduktion auszusprechen.

Es werden viele Verkehrsteilnehmer sehr dankbar sein.»

Yves Schnyder