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Rapperswil-Jona
24.10.2021
28.10.2021 08:46 Uhr

Triumphales Heimspiel für Starregisseur

Morgane Ferru und Michael Steiner sind auf die Reaktion des Rapperswiler Publikums gespannt.
Morgane Ferru und Michael Steiner sind auf die Reaktion des Rapperswiler Publikums gespannt. Bild: Jérôme Stern/Linth24
Das Rapperswiler Kino Leuzinger zeigte als Vorpremiere Michael Steiners neuen Film «Und Morgen seid ihr tot». In der Fragerunde zeigten sich die Zuschauer durchs Band begeistert.

Es ist Sonntagnachmittag, 14 Uhr. In wenigen Sekunden beginnt der neue Film des Rapperswiler Erfolgsregisseur Michael Steiner. Im Saal der Kinobar Leuzinger herrscht Spannung: Wird Steiners neuester Streich so überzeugend wie seine vorherigen Filme, darunter «Wolkenbruch» oder «Mein Name ist Eugen»? Dass bei weitem nicht alle Plätze besetzt sind, dürfte jedenfalls an dem strahlendem Herbstwetter liegen. 

Die Geschichte beginnt ganz harmlos, zeigt wie Daniela Widmer und David Och in ihrem Bus quer durch Asien reisen und in Pakistan beschliessen, noch eine kleine Tour durch den Norden unter die Räder zu nehmen. Schon jetzt ist die Spannung beinahe unerträglich, da man als Zuschauer weiss, was passieren wird. Klar ist auch, dass der Regisseur die Story äusserst gekonnt aufbaut. 

Michael Steiner und Morgana Ferru (mitte) freuen sich über das Interesse der Zuschauer. Bild: Jérôme Stern/Linth24

Fantastische Schauspieler zum Fürchten

Die dramatische Wende kommt mit einer Reifenpanne: Nachdem Widmer und Och von der  pakistanischen Polizei unerwartet alleine gelassen wurden, braust plötzlich ein Geländewagen mit bewaffneten Kriminellen heran. Sie werden übel geschlagen, gefesselt und entführt. Wobei die Gangster nicht etwa Taliban sind, sondern aus Geldgier westliche Touristen an die Terroristen verkaufen. 

So landet das Schweizer Paar schliesslich nach einem langem Fussmarsch in einem von den Taliban beherrschten Dorf irgendwo im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan. Die Zuschauer sind längst völlig im Bann der atemberaubend spannend erzählten Geschichte, wobei der Regisseur wirklich alle Register zieht. Selbst die Actionszenen können locker mit amerikanischen Vergleichen mithalten. Und die Darsteller spielen derart überzeugend, dass man ihnen lieber nicht alleine begegnen möchte. Nicht mal in Rapperswil-Jona. 

Kinobetreiber Hansjörg Beck ist mit der Vorpremiere zufrieden. Bild: Jérôme Stern/Linth24

Medien und EDA kommen schlecht weg

Über die abschliessende Flucht sei hier nichts verraten, nur so viel: Neben dem eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten kommen auch die Medien im Film schlecht weg. Sie zweifelten nämlich an einer Flucht und vermuteten, dass die Schweizer Behörden mit den Taliban einen Deal gemacht hatten und diesen nun vertuschen wollten. 

Klar ist, dass die begeisterten Zuschauer den Regisseur und seine Hauptdarstellerin in der abschliessenden Fragerunde beinahe in Verlegenheit brachten. Sie überschütteten die Beiden geradezu mit Komplimenten.  

Jérôme Stern, Linth24