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Kanton
24.10.2021
24.10.2021 16:23 Uhr

Über 1'000 Führungskräfte am KMU-Tag in St.Gallen

Moderatorin Steffi Buchli (l.) in Diskussion mit Unternehmer Konrad Hummler, Gründer des St.Galler Thinktanks M1AG, und Christian Jott Jenny (r.), Kulturveranstalter und Gemeindepräsident von St.Moritz
Moderatorin Steffi Buchli (l.) in Diskussion mit Unternehmer Konrad Hummler, Gründer des St.Galler Thinktanks M1AG, und Christian Jott Jenny (r.), Kulturveranstalter und Gemeindepräsident von St.Moritz Bild: Schweizer KMU-Tag/Roger Sieber
Am 18. Schweizer KMU-Tag in St.Gallen tauschten sich über 1'000 KMU-Führungskräfte dazu aus, wie Unternehmen sich nach Überraschungen flexibel an die neuen Bedingungen anpassen.

Am Freitag nach der Olma konnte der Schweizer KMU-Tag – als erster Grossevent nach dem coronabedingten Unterbruch auf dem Messeareal – gut 1‘000 UnternehmerInnen und KMU-Führungskräfte begrüssen.

Das bereits für 2020 vorgesehene Tagungsthema: «KMU und Überraschungen – Knall auf Fall!» mit der Frage nach einem «New Different» erhielt nach der Verschiebung um ein Jahr unverhofft zusätzliche Aktualität.

Aktiv in neue Ära starten

Gastgeber Tobi Wolf vom Schweizerischen Institut für Klein- und Mittelunternehmen an der Universität St.Gallen (KMU-HSG) stellte zu Beginn die Resultate der diesjährigen KMU-Tag-Studie vor, an der rund 450 KMU-Führungskräfte und -InhaberInnen teilnahmen.

Die Befragung zeigt: Rund 60 Prozent der Antwortenden will den Wendepunkt, an dem Wirtschaft, Gesellschaft und damit ihre Unternehmen stehen, nutzen, um in eine neue Ära aufzubrechen. Dank Agilität, Neugier und Lust am Neuen sind sie gut dafür gerüstet, mit Überraschungen umzugehen. Weitere rund 25 Prozent wollen sich anpassen an ein «New Different». Zu dieser neuen Realität gehören etwa eine gewisse Deglobalisierung und ein Boom der Regionalität ebenso wie die Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle zu kreieren.

Flexibilität, Freunde, Fusionen

Der ganze Tag gab Einblick in verschiedene Rezepte, mit denen UnternehmerInnen auf neue Umstände reagieren. Vormittags plädierten Konrad Hummler, Gründer des St.Galler Thinktanks M1AG, und Christian Jott Jenny, Kulturveranstalter und St.Moritzer Gemeindepräsident, im Umgang mit Risiken je aus ihrer Sicht für 3F: Flexibilität, Freunde und, so Jott Jenny, «Vielfalt trotz Fusion».

Beide platzierten auch je einen Appell: Konrad Hummler für die Bedeutung von Zeit und menschlicher Interaktion, Christian Jott Jenny für das Kleinunternehmertum der meisten Schweizer Kulturschaffenden.

Kaspar& gewinnt Startup-Pitch

Zum zweiten Mal nach 2019 präsentierten sich in einer «Inspiration Session» nach der Mittagspause Startups in je 8-minütigen Pitches. Dieses Jahr stellten sich drei Startups dem Publikumsvoting: Andreas Brenner von Avrios, Jan-Philip Schade mit Kaspar& und Sandra Tobler von Futurae Technologies AG.

Der Gewinner dieses Votings, Jan-Philipp Schade mit Kaspar&, und die beiden anderen Pitch-Teilnehmenden erhielten von Sponsor Frischknecht Juwelier je einen wertvollen Chronographen von Porsche Design.

Der vorgesehene vierte Teilnehmer, Marc Schlegel von lizza.de, wurde nach dem Voting aus Griechenland zugeschaltet und inspirierte das Publikum mit seiner Geschichte: Er und sein Mitgründer haben ihr rasch gewachsenes Unternehmen inzwischen bereits erfolgreich für die weitere Entwicklung verkauft. Die beiden Unternehmer sehen sich selbst mehr als hervorragende Gründer denn als Manager.

Entscheide sind immer relativ

Das Schlussbouquet boten Lutz Jäncke, Professor für Neuropsychologe an der Universität Zürich, und die Osteopathin Gabi Schenkel, die 2019 als erste Schweizer Frau unbegleitet über den Atlantik gerudert ist. Jäncke beleuchtete die Frage, wie das menschliche Hirn (auch) mit Überraschungen umgeht. Er belegte eindrücklich, dass das Gehirn nicht vernünftig funktioniert und keine absoluten Urteile fällt, sondern immer relativ: «Wir müssen jede neue Kultur lernen.»

Schenkel inspirierte das Publikum mit der Kraft der Motivation, die sie – immer den Horizont vor Augen – über den Atlantik und über zahlreiche Überraschungen trug.

75 Jahre KMU-HSG

Zum Jubiläum des KMU-HSG, 1946 als Schweizerisches Institut für Gewerbliche Wirtschaft gegründet, blickte der St.Galler Stimmkünstler Martin O. virtuos in Bild und Wort auf die 75 Jahre des Instituts zurück.

Dieses widmet sich schweizweit als einziges Institut ausschliesslich der Förderung von Klein- und Mittelunternehmen. Die drei Säulen KMU, Family Business und Entrepreneurship bilden die Basis seiner Aktivitäten. Dazu gehört auch der Schweizer KMU-Tag, dessen bisherige 17 Ausgaben Martin O. ebenfalls Revue passieren liess.

«An keiner Tagung sind sich die Schweizer KMU näher»

Organisiert wird der der Schweizer KMU-Tag seit 2003 vom Schweizerischen Institut für Klein- und Mittelunternehmen an der Universität St.Gallen (KMU-HSG) und von der Agentur alea iacta ag.

Der Schweizer KMU-Tag steht unter dem Patronat des Schweizerischen Gewerbeverbands (SGV), von economiesuisse, der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell und des Kantonalen Gewerbeverbands St.Gallen.

Unterstützt wird der Anlass durch langjährige Hauptsponsoren, denen KMU-Anliegen sehr wichtig sind: Helvetia, Raiffeisen, OBT, ABACUS und Swisscom.

Und der Termin für den nächsten Schweizer KMU-Tag steht ebenfalls bereits fest: Er findet statt am Freitag, 28. Oktober 2022.

KMU-Ratgeber «Fit für das New Normal in KMU»

Bereits zum neunten Mal haben die KMU-Tag-Organisatoren einen KMU-Ratgeber herausgegeben: Urs Fueglistaller, Roger Tinner, Walter Weber und Tobias Wolf geben zu 7 x 3 Fragen konkrete Antworten und pragmatische Tipps und Hinweise dazu, was (vielleicht) kommt, und dazu, was bleibt – zur Zukunft von Klein- und Mittelunternehmen.

Der Ratgeber gibt Tipps und stellt kritische Fragen an KMU-Führungskräfte, die ihre eigenen Haltungen und Handlungen damit überprüfen und vergleichen können.

Zu bestellen über info@kmu-tag.ch.

PD, Schweizer KMU-Tag