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26.04.2020
26.04.2020 00:13 Uhr

Die neue Reihe «Name & Geschichte»

Das Schloss und das Hafen-Quartier von Rapperswil.
Linth24 stellt seine neue zwölfteilige Serie näher vor. Worum geht es hier genau und worauf stützen sich die Beiträge?

«Namen sind (nur) Schall und Rauch», lautet ein Sprichwort. Es bringt zum Ausdruck, dass Namen vergänglich und nicht von Bedeutung seien. Auf den ersten Blick könnte man dazu neigen, sie als eher uninteressant abzutun. Völlig zu Recht?

Namenforschung? Auch im Linthgebiet?

Dessen ungeachtet existiert eine kleine, aber lebendige sprachwissenschaftliche Disziplin, die sich eingehend mit dem Namengut der Sprachen beschäftigt: die Onomastik, auch Namenforschung genannt. Sie untersucht die Bedeutung, Herkunft und Verbreitung von Personen- und Ortsnamen. Als fächerübergreifender Forschungszweig tauscht sie sich inhaltlich und methodisch mit vielen anderen Disziplinen aus. Was sie an Erkenntnissen hervorbringt, ist für andere Fächer durchaus von Belang und wird unterstützend als Hilfswissenschaft beigezogen.

Um einen kleinen Einblick in den Kosmos der Namenforschung zu bieten, nimmt Linth24 Sie mit auf einen Streifzug durchs Linthgebiet. Im Zentrum stehen dabei für einmal die lokalen Ortsnamen. Wir bereiten dazu aktuelle Forschungsergebnisse häppchenweise auf und würzen das Ganze mit geschichtlichen Informationen.

Doch bevor wir losziehen, präsentieren wir Ihnen heute die zwei Hauptressourcen, die sich gratis im Internet konsultieren lassen. Aus unserer Sicht ist es zu begrüssen, dass die Wissenschaft ihre Erkenntnisse der Allgemeinheit zugänglich macht; Forschung wird nicht zuletzt durch Steuergelder mitfinanziert.

Am Ende des Obersees in Schmerikon.

Ein Internetportal zur Schweizer Ortsnamen-Forschung

Wer sich für Schweizer Orts- und Flurnamen interessiert, kommt an ortsnamen.ch nicht vorbei. Die Informationsplattform bündelt laufend Forschungsresultate aus jüngerer Zeit in Datenbankform und stellt Interessierten (Fach-)Literatur zur Verfügung.

Momentan enthält die Datenbank mehrere hunderttausend Datensätze. Eine Abfrage liefert – im günstigen Fall – eine Fülle an Informationen zu einer Ortsbezeichnung: Geo-Koordinaten, dialektale Aussprache, Deutung, Belegquellen und einiges mehr. Mit dabei sind auch diverse Landkarten und Luft-/Satellitenbilder zur Visualisierung, inklusive Zoomfunktion zum Vergrössern und Verkleinern.

Blick von einem Benkner Hügel in Richtung Kaltbrunn.

Das Mammutwerk zur Schweizer Geschichte

Hinter jedem einzelnen (Orts-)Namen steckt eine Geschichte. Um diese zu erhellen, greifen wir auf die Online-Ausgabe des Historischen Lexikons der Schweiz zurück: «ein wissenschaftlich erarbeitetes, vernetztes, aktuelles und multimediales Fachlexikon zur Schweizer Geschichte», mit je über 36'000 Artikeln in drei Landessprachen.

Da seine Online-Version keinen endgültigen Redaktionsschluss hat, kann das Historische Lexikon der Schweiz rasch auf Aktualitäten und neu gewonnene Erkenntnisse reagieren. Gemäss seinem Leitbild unterstützt es aktiv die «Open Science»-Bestrebungen zwecks Öffnung der Wissenschaft und richtet sich auch an die interessierte Öffentlichkeit.

Ressourcen

ortsnamen.ch: https://www.ortsnamen.ch/

Historisches Lexikon der Schweiz (HLS): https://hls-dhs-dss.ch/

Stefan Knobel, Linth24