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Lifestyle
19.07.2021

Naturgarten im Süden

Ein Naturgarten in Italien – Bernadette Gerber macht's vor.
Ein Naturgarten in Italien – Bernadette Gerber macht's vor. Bild: zVg
Egal wo man wohnt, überall kann man einen Naturgarten machen, so südlich der Schweiz – in Italien. Hobby-Naturgärtnerin Bernadette Gerber zeigt wie's geht.

Hier auf den südlicheren Breitengraden, genauer gesagt in Italien, liegt unser Paradies: Schmetterlinge, Käfer, Libellen, Eidechsen, Heuschrecken, Mäuse, Siebenschläfer, Fledermäuse, Hornissen, Rehe und Wildschweine sind zu entdecken. Diesen Frühling stand doch sogar tatsächlich ein wunderschöner Ziegenbock vor dem Wohnzimmerfenster und schaute hinein.

Schachbrettfalter – zarte Schönheit

Der Schachbrettfalter ist ein schwarzweisser Schmetterling, er ist nicht sehr gross, aber man erkennt ihn sofort an seinem Muster. Er ist eine zarte Schönheit in schwarz-weiss. Er bevorzugt Waldlichtungen, was er hier in Italien eben genau hat. Seine Nahrung holt er sich vor allem auf nährstoffarmen, blütenreichen Wiesen. Wichtig ist, dass diese nicht vor Ende Juli gemäht werden. Genau darum habe ich einen Teil stehen lassen, damit diese Schmetterlinge überleben können. Er ernährt sich vor allem vom Nektar violetter Blüten, wie der Flockenblume, dem Kratzdistel und der Skabiose.

Der Name des Schachbrettfalters kommt von seiner schwarz-weissen Musterung. Bild: zVg

Zahlreiche Heuschrecken

Hier gibt es viele verschiedene Heuschrecken, sie sehen alle sehr schön aus, sie sind aber teilweise sehr zahlreich und werden fast zur Plage. Sie fressen die Blätter der Bäume und Sträucher, sodass diese total verlöchert sind. Aber bis jetzt hat sich die Natur immer wieder von selber erholt.

Heuschrecken können schnell zur Plage werden. Bild: zVg

Hortensien: Schöne Farbtupfer

Eigentlich gehören Hortensien nicht in den Naturgarten, aber solch schöne Farbtupfer finde ich, darf man durchaus auch dazwischen haben, denn sie erfreuen unser Auge, was psychologisch gesehen auch unserem Befinden gut tut. Wenn man hier die rosa Hortensien pflanzt werden sie immer mehr blau. Die einen sind zwar dunkelviolett und die anderen tiefblau. Zu Hause werden sie rosa, auch wenn sie vorher blau waren. Man kann ihnen zwar ein Mittel ins Wasser geben, damit sie auch im Norden blau bleiben. Aber ich lasse sie, so wie sie sich selber verfärben.

Im Süden werden Hortensien blau bis dunkelviolett. Bild: zVg

9-12mm grosse Pinselkäfer

Diesen schönen grüngelben Käfer mit schwarzen Punkten auf dem Rücken findet man nicht mehr oft, denn er hat durch den immer mehr eingeschränkten Lebensraum gelitten. Die Pinselkäfer bevorzugen Doldengewächse, moderndes Holz wie Buchen oder Birken. Darum haben wir eine Birke stehen lassen, die abgestorben war. Jetzt ist sie noch eine zeitlang sehr nützlich für viele Insekten, die davon leben. Dieser Käfer isst Blütenteile und Pollen. Seine Entwicklung dauert 2 Jahre.

Der Bestand der Pinselkäfer verkleinert sich mehr und mehr. Bild: zVg

Die altbekannte Birke

Vermutlich jede/r kennt die Birke mit dem weissen Stamm. Sie ist ein Pionierbaum, das heisst, sie wächst vorzugsweise an Orten, wo noch keine anderen Bäume stehen, z. B. gerne auch an Autobahnborten, wenn das Bort neu gemacht wurde, es also noch Kies und Schotter hat. Ebenso liebt sie Moore, wo noch keine anderen Bäume stehen. Es gibt 40 verschiedene Birkenarten, z. B. die Moorbirke und die Weissbirke.

Ein vielseitiger Baum

Die Birke ist ein sehr vielseitiger Baum, man kann die Blätter als Tee verwenden, er wirkt gegen Rheuma und Gicht, bei chronischen Nierenerkrankungen und bei Nierenentzündung. Die Blätter sollten am Besten im Mai und Juni gesammelt werden, später kann man trotzdem noch Tee machen, die Wirkung ist dann nicht mehr ganz so stark. Die Blätter eignen sich sogar zum Baden. 3 Handvoll getrocknete Birkenblätter werden in 2 Liter Wasser aufgekocht, dann den Absud in die Badewanne geben. Hilft bei unreiner Haut, Schuppenflechte usw. Sogar ein Birkenschnaps lässt sich aus den Knospen herstellen und Birkenwein aus der Rinde!

Der Baum ist ein Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens. Er soll sogar impotenten Männern helfen und den Frauen als Schönheitsmittel dienen. Der Birkenzeisig ist ein Vogel, er lebt vornehmlich in Birken- und Erlenwäldern des Nordens und ernährt sich von den reifen Samen der Birke.

Die bekannte Birke ist ein Pionierbaum. Bild: zVg

Anmerkung zum letzten Bericht

Betreffend Zwergfledermaus: Sie hat überlebt, ich habe sie im Toggenburg bei der Fledermausstation abgeholt und konnte sie hier in ihrer Heimat wieder fliegen lassen, sie wird wieder bei ihrer Familie sein.

Bernadette Gerber, Hobby-Naturgärtnerin