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Lifestyle
08.05.2021
07.05.2021 20:16 Uhr

Gestalten Sie Ihr eigenes Naturgartenparadies!

Die Vielfalt des eigenen Naturgartens lädt immer wieder zum Entdecken ein. Bild: Bernadette Gerber
Es ist ganz einfach, sein eigenes Paradies im Garten zu gestalten. Hobby-Naturgärtnerin Bernadette Gerber aus Eschenbach erklärt die ersten Schritte und worauf man achten soll.

Wenn man einen Platz zur Verfügung hat, wo noch nichts wächst, also nur leere Erde ist, zum Beispiel bei einem Neubau, dann ist es am einfachsten! Man kann, anstatt Rasen, gleich eine Blumenwiese ansäen. Es muss darauf geachtet werden, dass es einheimische Samen für unser Klima sind. Säen am besten erst nach Mitte Mai, nach den Eisheiligen.

Zuerst würde ich allerdings die Sträucher und Bäume pflanzen, die man gerne möchte, damit man nachher nicht mehr auf die gesäte Wiese stehen muss! Nachher kann man gut drumherum säen.

Es kann auch nur einen Teil Blumenwiese gemacht werden und einen Teil Rasen. Wenn man Kinder hat, dann braucht man vielleicht schon einen Teil Rasen, wo die Kinder spielen können oder wenn Erwachsene gerne mal einen Liegestuhl rausnehmen, um sich zu sonnen, dann geht das besser auf einem Rasenstück.
Der Rasen wird aber nur geschnitten, es darf kein Gift drauf gesprüht oder gestreut werden, sprich Pestizid, Insektizid, Fungizid oder Kunstdünger. Man bekommt dann eben einen Blumenrasen, der auch sehr schön ist, man muss ihn den Sommer über so alle zwei Wochen mähen.

Einheimische Bäume

Bäume kann man natürlich nur pflanzen, wenn man genug Fläche hat, denn man muss den nötigen Grenzabstand einhalten, das kommt auf den Kanton an, da müsste man sich erkundigen.

Ich zähle hier ein paar einheimische Bäume auf, die in Frage kommen könnten:

  • Laubbäume: Birke, Eiche, Esche, Eberesche, Ulme, Rotbuche, Hainbuche, Spitzahorn, Bergahorn, Feldahorn, Walnussbaum, Winterlinde, Sommerlinde, Erle, Weide.
  • Wenn man gerne Früchte hat, steht auch nichts im Wege, einen Apfelbaum, Birnbaum, Kirschbaum oder Zwetschgenbaum zu pflanzen, dann gäbe es auch noch Pfirsichbäume oder Aprikosenbäume. Diese sind zwar eher Exoten, aber sie sind schon sehr lange in unseren Breitengraden heimisch.
  • Nadelbäume: Weisstanne, Rottanne oder auch Fichte genannt, Eibe, Föhre, Lärche (sie verliert im Herbst die Nadeln).
  • Dann gibt es noch die Stechpalme, sie hat zwar Blätter, aber dicke Blätter mit Stacheln.

Einheimische Sträucher:

  • Schwarzer Holunder, roter Holunder, Wildrose, Weissdorn, Schwarzdorn, Schneeball, Hartriegel, Kornelkirsche, Haselstrauch, Pfaffenhütchen, Liguster (die Blätter bleiben teilweise oder ganz am Strauch im Winter).

Ich gehe nicht auf alle verschiedenen Varianten ein, denn es gibt von einigen Bäumen und Sträuchern wiederum verschiedene Sorten. Ich nenne hier nur die üblichsten einheimischen Bäume und Sträucher.

Bei bereits bestehendem Rasen

Wenn man bereits ein Stück Rasen hat, kann man entweder aus einem Teil des Rasens oder den ganzen Rasen als Naturgarten machen.
Nun kann man zuerst mal im Frühling einfach den Rasen wachsen lassen und sich überraschen lassen, was alles kommt. Die Natur ist fantastisch, sie wird Euch überraschen, was sie alles für Wunder vollbringt. Blumen, Sträucher und Bäume werden spriessen, die Ihr vorher nie gesehen habt im Rasen.
Man kann natürlich nicht alle Bäume und Sträucher stehen lassen, die einfach wild kommen, dafür sind die meisten Gärten zu klein. Aber diejenigen, die man behalten möchte und die gerade am richtigen Ort stehen, lässt man dann wachsen, denn so werden sie besonders kräftig, weil sie sich ihren Standort sozusagen selber ausgesucht haben!

Wenn man das Gefühl hat, man hat doch noch zu wenig verschiedene Blumen, welche hervorgekommen sind beim Rasen wachsen lassen, dann kann man dazwischen ein wenig Rasen entfernen und Wildblumen einsäen. Nur ist es so, dass einige noch im gleichen Jahr zum Blühen kommen, aber andere dann erst im nächsten Jahr blühen.
Oder man kauft Wildblumen in einer Bio-Gärtnerei direkt vor Ort oder man kann sie auch an einigen Orten online bestellen, diese kann man dann auch einfach an den Standort setzen, wo man sie gerne haben möchte. Allerdings kann es sein, dass sie im nächsten Jahr ein paar Zentimeter weg wachsen oder gar noch weiter weg. Das ist eben die Dynamik des Naturgartens.

So hat man bereits im ersten Frühling einen ganz tollen Naturgarten, der einem Freude bereitet und man immer wieder Neues entdeckt.

  • Solche (Frühlings-)Blumen spriessen, wenn man den Rasen wachsen lässt. Bild: Bernadette Gerber
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  • Ein Naturgarten bedeutet, sich von der Dynamik der Natur überraschen zu lassen. Bild: Bernadette Gerber
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  • Selbstverständlich lässt sich auch ein Teich naturnah gestalten. Bild: Bernadette Gerber
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  • Bunt: In der Nähe des Holzbänklis sind Pflanzen in mehreren Farben gewachsen. Bild: Bernadette Gerber
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Bernadette Gerber, Hobby-Naturgärtnerin