Home Region Sport In-/Ausland Magazin Agenda
Leserbrief
Kanton
21.05.2021
20.05.2021 13:05 Uhr

«Sauberes Trinkwasser zu fordern ist nicht extrem»

«Wasser ist Leben. Es muss geschützt werden», so Leser Urs Bernhardsgrütter. (Symbolbild)
«Wasser ist Leben. Es muss geschützt werden», so Leser Urs Bernhardsgrütter. (Symbolbild) Bild: Pixabay: Kiều Trường
Um die Reinheit des Wassers in der Schweiz steht es nach Leser Urs Bernhardsgrütter wegen des Pestizid-Einsatzes viel schlechter als vermutet. Ein Ja zur Trinkwasser-Initiative sei dringend.

«Wasser ist Leben. Es muss geschützt werden. Die Reinheit des Wassers in der Schweiz ist viel schlechter als viele von uns vermuten: Jedes Jahr vergiften über 2'000 Tonnen Pestizide unser Grund- und Trinkwasser. Synthetische Pestizide schaden der Gesundheit, den Insekten und zerstören die Fruchtbarkeit der Böden nachhaltig und neuerdings vermutet man sogar, dass die Fruchtbarkeit der Männer darunter leidet.

Unsere Konsumgesellschaft hat die Landwirtschaft zu stark zu einer Produktionslandwirtschaft gemacht, die dem Boden und so auch dem Wasser schadet. Wirtschaftliche Gründe und Abhängigkeiten zu den Agrar-Konzernen führten in der Vergangenheit zu einer massiven Übernutzung der Böden und viel zu viel Pestiziden im Grund- und Trinkwasser.

Sauberes Trinkwasser ist keine Extremforderung

Sauberes Trinkwasser zu fordern ist keineswegs extrem. Es braucht jetzt mehr Solidarität der Lebensmittelproduzenten mit dem Wasser und mehr Solidarität des Konsumenten mit den regionalen Bauern.
Die Initiative ‹Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung› verlangt, dass nur noch diejenigen Landwirtschaftsbetriebe mit Direktzahlungen oder Subventionen unterstützt werden, die keine synthetischen Pestizide einsetzen, in ihrer Tierhaltung ohne prophylaktischen Antibiotika-Einsatz auskommen und nur so viele Tiere halten, wie sie mit eigenem Futtermittel ernähren können.
Es ist ein liberaler Ansatz mit keinen zusätzlichen Verboten. Das Mittel ist die Umschichtung der Subventionen. Umweltschädigende Produktionsweisen sollen nicht mehr wie bisher mit Direktzahlungen und weiteren Subventionen gefördert werden. Wir brauchen eine bäuerliche und naturnahe Landwirtschaft und eine soziales und klimagerechtes Ernährungssystem, das allen Menschen gesundes und pestizidfreies Essen garantiert.

Darum gilt es dringend, am 13. Juni ein Ja zur Trinkwasser-Initiative einzulegen.»

Urs Bernhardsgrütter, Jona