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Leserbrief
Rapperswil-Jona
03.05.2021
03.05.2021 18:10 Uhr

«Irreführenden Schifffahrts-Kredit ablehnen!»

Esther v. Ziegler schreibt, dass durch die Schiffssubventionen die Nutzer der Schiffe auf Kosten der Allgemeinheit «Schiffli» fahren. Bild: Jérome Stern/Linth24
Eine Linth24-Leserin aus Rapperswil-Jona schreibt: «Zweifelsohne müssen wir die Subventionen – die keine Kredite sind – ablehnen.»

«Im Abstimmungsbüchlein von Rapperswil-Jona für die Urnenabstimmung vom 9. Mai 2021 wird beantragt, «einen Kredit betreffend Kosten Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft» (ZSG) zu gewähren. Ein Kredit muss aber zurückbezahlt werden. Der Abstimmungs-Titel ist somit (bewusst?) irreführend. Liest man die Unterlagen genauer durch, stellt man nämlich fest, dass es sich um jährlich wiederkehrende à fonds perdu Beiträge von je CHF 600'000 handelt, also um eine reine Subvention. Diese betrug 2018 und 2019 noch rund 111'000 Franken, 2020 bereits 267'000. Nun sollen es 600'000 Franken sein! Eine Kostenexplosion für einen Staatsbetrieb, der völlig abgekoppelt von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen funktioniert, keinem Wettbewerb und keinen Kostenvorgaben ausgesetzt ist!

Schifffahren auf Kosten der Allgemeinheit

600'000 Franken entsprechen für jeden Einwohner (inklusive Kinder) der Stadt einer Zwangsabgabe von 22 Franken. Pro Jahr!

Diese enormen Schiffssubventionen bedeuten, dass die Nutzer der Schiffe auf Kosten der Allgemeinheit «Schiffli» fahren. Das wäre in etwa dasselbe, wie wenn die Allgemeinheit den Restaurantbesuch oder den Skitag anderer zu subventionieren hätten. Wieso muss die Allgemeinheit das individuelle Vergnügen Einzelner mitfinanzieren? Zur Information: Bereits jetzt sind ohnehin schon 63% der ZSG-Kosten vom Steuerzahler finanziert.

Andere Schiffsbetriebe rentieren

Klar ist auch, dass die viel zu hohen Beiträge die nötigen Anpassungen bei der ZSG verhindern. Heute rechnet sie aus, was eine Verbindung kostet und macht danach die hohle Hand beim Steuerzahler. Die Berechnungen werden mit überdimensional grossen Schiffen gemacht, die zu viel Personal benötigen. Die ZSG muss sich auch nicht bemühen, ihre Schiffe zu füllen. Die Kosten bezahlt ja eh der Steuerzahler! Wieso soll man sich da noch anstrengen oder mit anderen, effizienten Schifffahrtsbetrieben wie derjenigen am Obersee kooperieren?

Zudem ist zu erwähnen, dass viele Schifffahrtsgesellschaften – selbstverständlich vor Corona – rentieren, so diejenige auf dem Bodensee, dem Untersee, dem Vierwaldstättersee, dem Walensee und vielen weiteren Seen.

Subventionen ablehnen!

Zweifelsohne müssen wir diese Subventionen – die, wie erwähnt, keine Kredite sind – ablehnen. Und wenn uns angedroht wird, im Falle einer Ablehnung würde Rapperswil weniger angefahren werden, dann ist dies eine völlige Verkennung der Bedürfnisse. Die Touristen möchten nach Rapperswil. Die ZSG würde damit nur beweisen, dass sie am Markt vorbeifährt. Die ZSG muss effizienter werden. Das tut sie aber nur unter Druck.»

Esther v. Ziegler aus Rapperswil-Jona