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Rapperswil-Jona
14.04.2021

Zürichsee-Schifffahrt verdoppelt Geld-Forderungen

Die ZSG baute ihr regionales Angebot auf die Saison 2020 aus, leidet aber an einer tiefen Eigenfinanzierung. Bild: Linth24
Ab 2022 soll die Stadt Rapperswil-Jona der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) einen mehr als doppelt so hohen Pauschalbeitrag von 600'000 Franken bezahlen. Dafür gibt es zwei Gründe.

Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) ist tarifmässig in den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) eingegliedert. Dies führt einerseits zu vergleichsweise tiefen Tarifen für Schiffsbillette, andererseits zu einem sehr tiefen Kostendeckungsgrad.

Politik fordert höheren Eigenfinanzierungsgrad

Um die Eigenfinanzierung gemäss politischen Vorgaben auf 50 Prozent zu verbessern, hatte der ZVV zwischenzeitlich einen Zuschlag von 5 Franken auf ZSG-Schiffen eingeführt – den Schiffsfünfliber. Nach Protesten wurde der umstrittene Zuschlag Ende 2018 wieder abgeschafft.

Nun soll eine neue Finanzierungsvereinbarung mit den einzelnen von der ZSG angelaufenen Zürichsee-Gemeinden den Kostendeckungsgrad erhöhen, wie die Linth-Zeitung berichtet. Der ZVV hat deshalb die bestehende Vereinbarung vorsorglich per Ende 2021 gekündigt.

Früher 150'000, jetzt 270'000, künftig 600'000 Fr.

Die Stadt Rapperswil(-Jona) beteiligt sich seit 1991 an den ungedeckten ZSG-Kosten. Bis 2019 lag der jährliche Pauschalbeitrag bei 150'000 Franken, aktuell sind es 270'000 Franken. Dieser Beitrag ist zu tief, zumal die ZSG auf die Saison 2020 ihr Angebot in der Region verbessert hat.

Neu soll Rapperswil-Jona jedes Jahr 600'000 Franken entrichten. Stadtpräsident Martin Stöckling bezeichnet den Betrag in der Linth-Zeitung als «Verhandlungsergebnis», die ZSG habe ursprünglich gar 750'000 Franken verlangt.

Die Höhe des Betrags erkläre sich aus der Bedeutung des Anlegestandorts Rapperswil sowie aus der fehlenden Unterstützung durch den Kanton St.Gallen. Der Stadtrat halte diesen Betrag für vertretbar, da das ZSG-Angebot wichtig für die Standortattraktivität Rapperswil-Jonas sei.

Ein Urnen-Nein bliebe vermutlich nicht folgenlos

Am 9. Mai 2021 werden die StimmbürgerInnen der Stadt über den Pauschalbeitrag abstimmen. Falls ein Nein resultiere, «würde die ZSG vermutlich ihr Angebot in Rapperswil reduzieren», so Stöckling in der Linth-Zeitung.

Redaktion Linth24