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Kanton
29.04.2021
29.04.2021 09:33 Uhr

«Die positiven Reaktionen überwogen 10:1»

Christopher Chandiramani erhielt durch seinen Beitrag «Rappi hat sich vor einer Bewilligung gedrückt» viele Feedbacks.
Christopher Chandiramani erhielt durch seinen Beitrag «Rappi hat sich vor einer Bewilligung gedrückt» viele Feedbacks. Bild: Linth-Zeitung
Kantonsrat Christopher Chandiramani wurde nach seinem Beitrag «Rappi hat sich vor einer Bewilligung gedrückt» eingedeckt mit Kommentaren und Feedbacks. Auf Linth24 nimmt er erneut Stellung.
  • Kommentar von Christopher Chandiramani

Zum Glück verlief die Kundgebung in Rapperswil-Jona ruhig, friedlich und gesittet, ohne Sach- und Personenschäden. Eine Abfallflut gab es nicht, die Polizei verhielt sich still, ein Einsatz mit Augenmass. Bei einer Räumung von über 4’000 Personen hätte es Verletzte geben können. 

Kritik an den Demonstrationen auch von den Printmedien

Nicht nur in den sozialen Medien, Facebook und Twitter, gab es kritische Stimmen zur Demonstration, auch die Regionalpresse übte Kritik und unterstützte Kreise, welche ein härteres Vorgehen der Polizei gefordert hatten und nahm Exponenten in die Zange, welche Verständnis für die unzufriedene Bevölkerung zeigten. Besonders angeprangert wurde im Bericht «Rappi hat sich vor einer Bewilligung gedrückt» der Vergleich mit mutigen Helden der Vergangenheit, welche sich für die Schwächeren eingesetzt hatten.

Die «Linth-Zeitung» hat in ihrem Artikel im Wesentlichen auf einer Äusserung von einem einzelnen User auf Facebook aufgebaut. Dieser schrieb: «Kantonsrat Chandiramani drückt sich vor seiner Verantwortung, zeigt mit Fingern auf andere und muss mit seinem Engagement von seinen Nichttaten im Parlament ablenken». Dabei hat aber die Redaktion die Teilnahme in rund 40 Kommissionen und die 52 Vorstösse im Kantonsrat vergessen zu erwähnen, alles im Internet (Ratsinformation) ersichtlich und mehr als der Durchschnitt der St. Galler Parlamentarier bewältigt. Nicht erwähnt hat die Zeitung auch, dass die positiven Reaktionen überwogen, etwa im Verhältnis 10:1 im Vergleich zu den kritischen.

Die dreifache Angst

Seit einem Jahr wendet – basierend auf dem Epidemie-Gesetz – der Bundesrat sehr stark ins Alltagsleben eingreifende Schutzmassnahmen an, um das Corona-Virus zu bekämpfen. Eine Spirale: Mit mehr Tests hat die Bevölkerung auch zunehmende Angst vor Ansteckungen. Seit den Lockdowns steigt die wirtschaftliche Überlebensangst ebenfalls. Es gibt zunehmend Kurzarbeit, Arbeitslose, immer häufiger Betriebsschliessungen in Branchen wie Tourismus, Gastgewerbe, Events, Sport u.a. Die Lockerungen erfolgen trotzdem immer noch sehr zögerlich.

Die von der Regierung versprochene Hilfe lässt oft lange auf sich warten, die Arbeitsvermittler (RAVs) sind überlastet. Hauptthema der aktuellen Demonstrationen ist jedoch die zunehmende Angst vor Abschaffung unserer direkten Demokratie. Einige Verfassungsartikel wurden bereits ausser Kraft gesetzt. Notrecht dauert normalerweise höchstens sechs Monate, wurde aber verlängert und erst im Juni darf das Volk darüber abstimmen.

Christopher Chandiramani, Kantonsrat SG