Home Gemeinden In-/Ausland Sport Magazin Agenda
Leserbrief
Rapperswil-Jona
29.04.2021
30.04.2021 21:41 Uhr

Rappi-Demo: Zahlreiche Feedbacks von LeserInnen

Am 24. April 2021 demonstrierten in Rapperswil ca. 4'000 Personen friedlich gegen Corona-Massnahmen. Bild: Linth24
Die Rapperswiler Corona-Kundgebung am Samstag und die Berichterstattung haben bei der Leserschaft unterschiedlichste Reaktionen ausgelöst. Linth24 mit einer Zusammenstellung.

Mehrere Leser-Zuschriften haben die Redaktion zwischen Sonntag und Mittwoch erreicht. Linth24 gibt hier einige davon wieder. Ausserdem hat auch Christopher Chandiramani eine Bilanz zum Feedback und zu den Kommentaren gezogen, die er erhalten hat.

Jetzt «lupfte» es mir den Deckel

«Da lese ich heute in der Lokalpresse, dass die Demonstranten für Ende Mai nochmals eine ‹Kundgebung› durchführen wollen (obwohl der Stadtrat Rapperswil-Jona dies nicht bewilligen wird).

Was bezwecken die Corona-Gegner damit? Im Grunde genommen sind sie eine kleine Minderheit, aber durch ihre Präsenz in den sozialen Medien und ihr schrilles Auftreten erwecken sie den Eindruck, dass sie das ‹ganze, freiheitsliebende Volk› vertreten. Klar, die SVP pocht auf Meinungsfreiheit ‹unter Einhaltung der Schutzbestimmungen›.

Da die Teilnehmer der Demo letzten Samstag als Maskenverweigerer aufgetreten sind, würden sie auch künftig wohl keine Schutzmasken tragen, das steht fest.

Die Demonstranten verweigern Schutzmasken. Frage: Wer würde sich im Spital einer OP unterziehen, wenn der Operateur maskenfrei operieren würde? Eben. Das Gleiche gilt doch auch bei körperlichem Kontakt der Covid-Leugner, wenn sie sich umarmen, küssen, ohne Distanz husten usw.
Nun zählt die Schweiz über tausend Covid-Tote. Natürlich wären viele ohnehin bald gestorben. Aber wenn man weiss, dass Masken bei engen Kontakten, auch im Freien, vor einer schweren Erkrankung schützen, sollte man sich an die wichtigsten Hygiene-Regeln halten.

Und noch was. Liebe Corona-Skeptiker, schaut nach Indien. Dort hat die Regierung alle Schutzmassnahmen aufgehoben. Teilnehmer an religiösen Ritualen huldigten maskenlos, Körper an Körper ihrer Tradition. Das Resultat: Brennholz fehlt für das Verbrennen von zehntausenden Corona-Toten.»

Heinrich Zihlmann, Jona

«Gesellschaftliche Fehlentwicklung» für Fredy Fässler

«Am vergangenen Samstag, dem 24. April 2021, hat in der Stadt Rapperswil-Jona eine ‹unbewilligte› Demonstration gegen die Corona-Politik des Bundes stattgefunden.
Bereits im Vorfeld wurde von der Stadt und der Kantonspolizei St.Gallen darauf aufmerksam gemacht, nicht nach Rapperswil zu kommen. Über 4'000 Personen jeglicher Couleur, Alters- und Kantonszugehörigkeit sind dann doch gekommen, um – mit Kuhglocken, Schweizerfahnen und Kantons-Flaggen – für ihre Grundrechte einzustehen.

Der Anlass hat höhere Wellen geworfen als im Vorhinein vermutet werden konnte. Die meisten grossen Medienkonzerne sahen sich genötigt, darüber zu berichten und waren gar vor Ort. Die Berichterstattung ist natürlich, wie zu erwarten war, im üblichen Framing abgelaufen. Corona-Skeptiker/innen, Aluhüte, Impfgegner/innen, etc. alle freilich ohne Maske und Abstand und als Gesundheitsgefährdende der restlichen, obrigkeitsgläubigen Bevölkerung.
Es erstaunt, dass einige Medienschaffende (vor allem aus den Leitmedien), welche seit Monaten Angst vor dem Corona-Virus schüren, sich an dieser Demonstration trotzdem unter das Volk getrauen, wo doch der Abstand bei 4'000 Personen kaum eingehalten werden kann? Diese Medienschaffenden scheinen immun zu sein und das nicht nur gegen Corona!

Ein Superspreader-Event? Zumindest im Geiste des Kantonsrats und Präsidenten der GLP Linth & Rapperswil-Jona, Andreas Bisig, welcher in einem Vorstoss an die Regierung eine Einschätzung zum Infektionsrisiko, ausgehend von diesem Anlass, in Erfahrung bringen will.
Solche Einschätzungen von Politik und Wissenschaft sind, wie wir bis anhin feststellen durften, nicht zuverlässig, willkürlich und vor allem das Papier nicht wert, auf das sie geschrieben werden, falls sie es überhaupt auf Papier schaffen (siehe Task-Force).
Die Abriegelung der Stadt, Aufnahme der Personalien, Wegweisungen und das nachträgliche Büssen (Verstösse gegen die Maskentragpflicht) sind für ihn anscheinend geeignete Mittel, um eine friedliche Demonstration zu verhindern und die Versammlungsfreiheit zwingend zu unterbinden. Demonstrieren ja, aber nur mit Abstand und Maske!? Fürs bessere Verständnis: Wer gegen eben diese und weitere Massnahmen demonstriert, zieht sich sicher keinen Maulkorb über und grenzt andere Menschen nicht aus!

Nun aber zum Kern der Sache. Am Montag, 26. April 2021, haben in der Sendung ‹Talk Täglich› von Tele Züri, moderiert von Oliver Steffen, die Zürcher Nationalrätin Priska Seiler Graf (SP), der St.Galler Regierungsrat Fredy Fässler (SP) und der Berner Nationalrat Erich Hess (SVP) zum Thema ‹Corona-Demonstrationen ohne Bewilligung› diskutiert. Auslöser natürlich die unbewilligte Demo in Rapperswil-Jona und die Demos in Altdorf und Schaffhausen.
Selbstverständlich, wie von linker Seite nicht anders zu erwarten, soll die Politik neue Konzepte und Regeln aufstellen, um solche Anlässe bereits im Keime zu ersticken. Keine kritische Reflektion der seit einem Jahr bestehenden Situation mit all den gesellschafts- und wirtschaftsfeindlichen Massnahmen, nicht im Ansatz. Nein, vielmehr Repression und Verbote, um Grundrechte noch weiter oder zumindest weiterhin einzuschränken. Herzlichen Dank dafür (Ironie)!

Befremdend und nachdenklich sollte uns aber die Aussage von Regierungsrat Fredy Fässler, seines Zeichens Rechtsanwalt und Mediator, stimmen. Zitat (sinngemäss): ‹Dass man jetzt versucht, ein gesellschaftliches Problem, resp. eine gesellschaftliche Fehlentwicklung mit der Polizei zu lösen, ist falsch.› (Link, ab Minute 14.30 und 20.50).
Alle für die Grundrechte einstehenden Demonstrationsteilnehmenden werden, aufgrund seiner Aussage, als gesellschaftlich fehlentwickelte Individuen betitelt. Diese Aussage ist despektierlich, übergriffig und zudem völlig unangebracht. Sie dient dem üblichen Framing der Leitmedien. Wie es scheint, ist Regierungsrat Fässler die Bedeutung des Wortes ‹Mediator› (Vermittler in einem Kommunikationsprozess) nicht präsent oder zumindest kurzfristig entfallen. Hoffen wir nicht für immer!
In die gleiche Kerbe schlagen der offensichtlich nicht wirklich neutrale Gesprächsleiter sowie die linke Nationalrätin. Aber leider nicht anders zu erwarten, da von links kommend und mit einem starken ‹Rechtsdrall› gespickt.

Sind die Diskussionsteilnehmenden wirklich bereit, eine ‹gesellschaftliche Fehlentwicklung› zu korrigieren? Dann ist es angebracht, solche friedlichen Demonstrationen zuzulassen, zu hinterfragen, warum die Bevölkerung auf die Strasse geht, und daraus die entsprechenden Schlüsse zu ziehen. Diese Haltung einzunehmen, braucht Mut, Verständnis, Empathie und eine gehörige Portion Rückgrat. Verfügen die gewählten Parlamentarier/innen darüber?

Wir steuern in zügigen Schritten einer Zweiklassengesellschaft respektive einer Gesundheits-Apartheid entgegen. Bundesrat Alain Berset findet die Einteilung und die damit einhergehende Privilegierung bzw. Benachteiligung von Geimpften bzw. Nicht-Geimpften anscheinend völlig in Ordnung. Die Nationale Ethikkommission sieht darin nicht wirklich ein Problem und findet die Vorschläge des Bundesrats mit korrektiven Änderungen unterstützungswürdig.
Wo ist der Aufschrei aller Ethiker/innen? Wer hat den Mut, sich klar zu positionieren? In dieser Sache besteht die Möglichkeit sich für eine wirkliche gesellschaftliche Fehlentwicklung einzusetzen. Grundrechte sind nicht verhandelbar! Grundrechte sind Geburtsrechte und können nicht einfach so entzogen und nach Gutdünken wieder selektiv zugeteilt werden.»

Ruedi Haug, Jona

Demonstranten keine Helden, sondern Verweigerer

«Herr Chandiramani fordert, dass Kundgebungen der Corona-Skeptiker generell bewilligt werden sollten – natürlich mit den notwendigen Schutzmassnahmen.

Dass Schutzmassnahmen (Abstand halten, Maskentragen) eingehalten würden, daran glaubt er ja wohl selber nicht. Es ist einfach unmöglich, eine Masse von Tausenden Demonstranten daran zu hindern, dicht an dicht gedrängt, mit Umarmungen, natürlich ohne Masken zu kontrollieren. Die Rapperswiler Demo-Bilder haben es gezeigt.

Und auch die Behauptung der Corona-Kritiker, im Freien komme es kaum zu Ansteckungen, greift zu kurz (Umarmungen, Körperkontakte). Wenn man sieht, wie nach den religiösen Ritualen der Inder, ohne Maske, dichtgedrängt, die Ansteckungen epidemische Ausmasse angenommen haben, sollte jedem klar sein, dass wir keine solchen Szenen sehen möchten.

Demonstranten sind keine Helden, sondern Verweigerer.»

Heinrich Zihlmann, Jona

Anerkennung für Christopher Chandiramani

«Sehr geehrter Herr Chandiramani

Herzlichen Dank für Ihren Bericht. Es tut gut, wenn es in dieser Zeit noch Leute gibt, die eine eigene Meinung haben und dazu stehen.

Danke auch an die Redaktion die dazu steht.

Vielen Dank»

Willi Brachetto, Cham

Danksagung für offenen und ehrlichen Demo-Bericht

«Ich habe gerade ihren offenen, ehrlichen Bericht gelesen über die Demonstration von gestern.

Ich möchte mich aus tiefsten Herzen bei Ihnen bedanken für die Menschlichkeit, den Mut diese Wahrheit zu schreiben, obwohl viele Medien gekauft sind und freier Journalismus schwierig ist in der heutigen Zeit, obwohl es ein Gesetzesbruch ist und somit ein Angriff auf jeden einzelnen Bürger unserer schönen Schweiz.

Es braucht mehr Menschen wie Sie, evtl. bringt es auch, sich untereinander zu vernetzen, mit anderen freien Journalisten, die sich noch getrauen, für die Wahrheit zu schreiben, um gemeinsam sich zu stärken und um noch mehr Gehör zu erhalten.

Ihr seid super, vielen herzlichen Dank.

Von Herz zu Herz, von Mensch zu Mensch. DANKE.»

Sven Simone

Über Sinn und Unsinn von Schutzmasken

«Ich staune wieder mal über den Sinn bzw. Unsinn von Schutzmasken.

In Rapperswil-Jona fand gestern eine unbewilligte Demo gegen die Corona-Massnahmen statt. Die 4'000 Teilnehmer bewegten sich in der dichten Menge grösstenteils ohne Masken.

Eine Person wurde wegen der Missachtung des Vermummungsverbots festgenommen!

Wie bitte? Maskenpflicht da – Vermummungsverbot dort. Ein Hü und Hott! Till Eulenspiegel lässt grüssen.

Nachfrage: Gilt das Tragen einer Schutzmaske nicht als Vermummung?»

Christoph Odermatt, St.Gallenkappel

Echter Journalismus

«Super Artikel. Es gibt ihn also noch, den echten Jounalismus.»

Dora Gutknecht, Fischbach-Göslikon (ehemals Gommiswald)

Linth24