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Rapperswil-Jona
24.04.2021
25.04.2021 06:57 Uhr

«Rappi hat sich vor einer Bewilligung gedrückt»

Ohne den Druck mutiger Leute auf der Strasse hätten wir heute einige Lockerungen nicht, so Christopher Chandiramani. Bild: Linth24
Kantonsrat Christopher Chandiramani kommentiert die Rapperswiler Corona-Demonstration. Er applaudiert den mutigen Menschen, die auf die Strasse gehen, damit es uns bald wieder besser geht.

Am Samstagnachmittag fand in unserer Stadt die angekündigte, aber nicht bewilligte Kundgebung gegen die Covid-19-Massnahmen des Bundesrates statt. Bereits in Liestal, Altdorf und Schaffhausen hatten die Leute – Männer, Frauen, Alt und Jung – auf ähnliche Art demonstriert. Je nach Quelle nahmen heute zwischen 1'000 und 4'000 Personen daran teil. Zum Glück blieb alles friedlich, auch die Polizei hielt sich zurück. Wir Menschen wollen unsere Freiheit zurück, die man uns genommen hat.

Der Stadtrat hat gekuscht

Eigentlich hätte der Rapperswil-Joner Stadtrat die Demonstration bewilligen sollen, hat sich aber davor gedrückt.

Die Versammlungsfreiheit und das Demonstrationsrecht sind in der Bundesverfassung garantiert. Verfassungsrecht kann nicht durch Notrecht aufgehoben werden. Die Kerngrundrechte sind ohne Referendum nicht abänderbar. Die Schweiz hat die Europäische Menschenrechtscharta unterschrieben.

Die Ausrede, dass eine Durchsetzung der Maskenpflicht nicht möglich wäre, das ist kein Grund für den Entzug einer Bewilligung. Das Einzige was man gelten lassen kann, das ist der grosse Aufwand für eine Organisation, die umfangreiche Platzreinigung und die Kosten für den Steuerzahlenden. Aber grosse Events wie z.B. das Seenachtsfest sind ebenfalls durchführbar, sogar angenehmer mit etwas mehr Aufwand, Verpflegungsständen und Toiletten.

Zu späte Lockerungen

Seit mehr als einem Jahr ärgert uns der Bundesrat mit den Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krankheit.
Zu Beginn war noch nicht klar, was uns erwartet. Richtig war, jedes Virus ernst zu nehmen, aber heute weiss man, dass 99.9 Prozent eine Ansteckung überleben. Die meisten Positiv-Getesteten haben meist gar keine Symptome. Also warum für 0.1 Prozent der Bevölkerung alle einsperren, Veranstaltungen und Arbeit verbieten, Zehntausende in die Arbeitslosigkeit schicken und zerstörte Existenzen riskieren, der Wirtschaft einen 100 Milliardenschaden zuführen?
Die Lockerungen kamen viel zu spät. Insgesamt haben die Gegenmassnahmen mehr Schaden angerichtet als die Krankheit selbst.

Leute mit Zivilcourage gesucht

Ein grosses Bravo den mutigen Menschen, welche auf die Strasse gehen, demonstrieren und kämpfen, der Regierung Druck aufsetzen, damit es uns bald wieder besser geht. Ohne solche Leute hätten wir heute noch keine offene Restaurantterrassen, Sport, Kinos, Museen und andere Lockerungen.

Dank mutigen Menschen mit Zivilcourage haben wir ganz generell auch eine direkte Demokratie in der heutigen Form (Rütlischwur), das Frauenstimmrecht oder andere weitergehende Gleichberechtigung. Auf internationaler Ebene denke man auch an Kämpferinnen und Kämpfer wie Ghandi, Mandela, Martin Luther King, Mutter Theresa, usw., welche die Welt zum Positiven verändert haben.

Christopher Chandiramani, freier Mitarbeiter Linth24