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Gommiswald
07.04.2021
07.04.2021 06:25 Uhr

Gemeinde Gommiswald zeigt «Älpli»-Wirtin an

Älpli-Wirtin Ramona Kessler wird von der Gemeinde Gommiswald angezeigt, weil sie ihr Bistro trotz Corona geöffnet hatte (rechts Party-Veranstalter Silvio Forster).
Älpli-Wirtin Ramona Kessler wird von der Gemeinde Gommiswald angezeigt, weil sie ihr Bistro trotz Corona geöffnet hatte (rechts Party-Veranstalter Silvio Forster). Bild: Linth24
Anfang März haben im «Älpli» in Gommiswald trotz Corona rund 90 Personen gefeiert. «Wir wollten ein Lächeln und Lebensfreude schenken», so die Veranstalter. Jetzt reicht die Gemeinde Strafanzeige gegen die Wirtin ein.

Drei Wochen nach der Veranstaltung in ihrem Bistro «Älpli» erfährt Wirtin Ramona Kessler bei der Akteneinsicht in der Staatsanwaltschaft in Flums von der Anzeige, welche Gemeindepräsident Peter Hüppi im Namen der Gemeinde gegen sie eingereicht hat. «Per Zufall habe ich von der Anzeige Kenntnis erhalten. Der Gemeindepräsident hat vorher weder das Gespräch mit mir gesucht noch sonst in irgendeiner Form Kontakt mit mir aufgenommen», erzählt sie Linth24. Auf ihren Hinweis hin, dass sie das nicht in Ordnung fände, habe er dann geantwortet, dass dies nicht seine Aufgabe sei.

Am Osterdienstag nun informierte die Gemeinde ihrerseits via Medienmitteilung über das weitere Vorgehen: «Der Gemeinderat verurteilt die durchgeführte Veranstaltung vom 6. März 2021 im Café-Bistro Älpli und hat die Betriebsinhaberin schriftlich verwarnt sowie bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.» Das vollständige Dokument finden Sie hier:

Wirtin Ramona Kessler berichtet weiter: «Weder Veranstalter Silvio Forster noch ich haben bisher eine Busse erhalten. Das Einzige, was ich zurückbekommen habe, waren Bildschirm und Drucker meiner Kasse. Alles andere, auch Geld, das gar nichts mit dem Anlass zu tun hat, wird immer noch einbehalten.»

6 von 90 haben Busse erhalten

Bisher hätten lediglich 6 der 90 Gäste eine Busse erhalten, die sie gleich zurückgeschickt haben, so Kessler. «Besonders störend ist, dass Gemeindepräsident Hüppi mir einen Tag nach unserem Gespräch ein Schreiben zukommen liess, in welchem unter anderem auch meine fachliche Qualifikation zur Betriebsführung ein Thema ist.» Wie das im Zusammenhang mit der Party-Veranstaltung stehen soll, kann sie schlecht nachvollziehen.

Konkret steht im Gemeinde-Schreiben: «In diesem Sinne weisen wir Sie darauf hin, dass das Patent entzogen werden kann, wenn die Voraussetzungen für eine Patenterteilung nicht mehr erfüllt sind. Die Voraussetzungen sind unter anderem die charakterliche Geeignetheit für eine einwandfreie Betriebsführung.» Das vollständige Schreiben lesen Sie hier:

Markus Arnitz, freier Mitarbeiter Linth24