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Rapperswil-Jona
24.03.2021
24.03.2021 07:38 Uhr

Kehrtwende: Stadt baut Schachen-Zentrum

Die Stadt – und nicht ein fremder Investor – baut das Pflegezentrum Schachen. Bild: zvg
Der neu zusammengesetzte Stadtrat machts möglich: Die Investoren-Lösung beim Pflegezentrum Schachen ist vom Tisch. Die Stadt finanziert und baut den Pflegekomplex selber. Von Bruno Hug

Der Stadtrat hat beim Projekt Pflegezentrum Schachen mit 175 Pflegebetten eine Kehrtwende vollzogen. Er hat entschieden, dass die Stadt den Baukomplex selbst baut und ihn nicht einem fremden Investor übergibt.
Um es vorneweg zu nehmen: Das ist ein kluger Entscheid, der dem Stadtrat viel Ärger und der Stadt unnötige Auseinandersetzungen erspart.

Negative Meldungen zu Investor

Über zwei Jahre lang vertrat der Stadtrat die Meinung, Bau und Unterhalt des Schachens an einen aussenstehenden Investor abzugeben. Viele Bürger konnten dieses Ansinnen nicht verstehen. Die Partei SP machte gehörig Druck, um die Investoren-Lösung vom Tisch zu fegen. Auch das Architekturforum wollte diese wichtige Altersbaute nicht in fremde Hände geben. Rundum war zu hören, die reiche Stadt Rapperswil-Jona mit einem Finanzvermögen von einer Viertelmilliarde Franken können das Projekt selbst finanzieren.

Entsprechend gab es zur Investoren-Lösung «mehrheitlich negative Rückmeldungen», wie Stadtpräsident Martin Stöckling an der Medienkonferenz zur Kehrtwende ausführte, an der auch die Stadträte Luca Eberle und Bauchef Christian Leutenegger teilnahmen.

Stimmung im Volk aufgenommen

Stöckling tat freimütig Kund, dass der Stadtrat «die Stimmung im Volk aufgenommen» habe. Dazu habe auch der neu zusammengesetzte Stadtrat das Seine beigetragen. Deshalb habe man zur Schachen-Finanzierung nochmals «eine politische Auslegeordnung» gemacht und sei darin zum Schluss gekommen, die Investoren-Lösung fallen zu lassen. Hier rückt der neue Bauchef Christian Leutenegger ins Blickfeld. Er stand letzten Herbst anlässlich der Stadtratswahlen offen dazu, beim Schachen die Eigenfinanzierung vorzuziehen. An der Medieninformation sagte Leutenegger, im Wahlkampf sei das seine private Meinung gewesen, nun aber sei es der ganze Stadtrat, der sich zur Neuausrichtung entschieden habe.

Nur noch eine Kreditabstimmung

Die Stimmbürger der Stadt werden aufgrund der Neuausrichtung beim Schachen somit nicht mehr über die zwei Modelle Investoren- oder Eigenfinanzierung abstimmen müssen, sondern lediglich noch darüber, ob sie zum Baukredit des Pflegezentrums ja oder nein sagen wollen.

Noch zwei Einsprachen

Momentan sind zum Projekt Schachen noch zwei Einsprachen gegen den Sondernutzungs- und den Teilstrassenplan hängig. Bauchef Christian Leutenegger zeigte sich zuversichtlich, dass diese in den nächsten Monaten bereinigt werden können. Gelingt dies, dürfte das Schachen-Projekt drei bis vier Monate später zu Abstimmung kommen. Bei einem weiteren reibungslosen Verlauf rechnet die Stadtführung mit der Eröffnung des Pflegezentrums Schachen auf Ende 2024, anfangs 2025.

Die Original-Medienmitteilungen der Stadt finden Sie in den folgenden Dateien:

Bruno Hug