Nach einer genaueren Erfassung der Wärmepotenziale auf Basis der Feuerungsdaten pro Leitungsstrang und vereinzelter Nachfrage des effektiven Wärmebedarfs grösserer Gebäude, wurden mit verschiedensten, möglichen Partner Gespräche geführt.
Public-Privat-Partnership-Lösung
Die Arbeitsgruppe ist sich einig, dass es nicht Aufgabe der Gemeinde ist, das Fernwärmenetz aufzubauen. Bevorzugt wird eine Public-Privat-Partnership-Lösung, wo die Gemeinde z.B. im Rahmen der bisher getätigten Investitionen beteiligt ist.
Bei der vollständigen Übergabe an einen grossen Energieversorger wird befürchtet, dass dieser bei veränderter Marktsituation die Preise beliebig erhöhen kann.
Die Gespräche mit möglichen Partnern zeigen, dass es für den Betrieb des Fernwärmenetzes diverse Interessenten gibt. Soll das Wärmenetz auch weiter aufgebaut werden, wird die Auswahl an Interessenten kleiner.
Das Verhältnis zwischen interessierten Unternehmen, die mit der Gemeinde eine gemeinsame Lösung sehen oder jenen, die alles in eigener Regie ausführen möchten, ist etwa gleich.
Keine Holzschnitzelheizung
Die Hoffnung, auf Basis einer Holzschnitzelheizung innert nützlicher Frist eine eigene Wärmeerzeugung aufzubauen, kann nicht erfüllt werden. Aufgrund des kleinen Potenzials an Holzschnitzeln in Weesen und der generellen Marktsituation in der Schweiz gibt es keinen Interessenten, der in Weesen ein Netz auf dieser Basis aufbauen möchte.
Offen ist zudem die Frage eines Standortes in Bezug auf Grösse, Geruchsemissionen in Wohngebieten und der Verkehrserschliessung für die Anlieferung.
KVA Linth und Lachsfarm
Der Anschluss an die KVA Linth bleibt die ökologisch und energiepolitisch sinnvollste und längerfristig wirtschaftlichere Lösung, doch konnte für die Finanzierung der Verbindungsleitung ins Wärmenetz der KVA Linth bisher keine Lösung gefunden werden. Ein zeitnaher Bau durch die KVA Linth erscheint wenig realistisch.
Ein möglicher Partner sieht eine interessante Kombination in einem Energiecontracting mit der Lachsfarm von Swiss Blue Salmon und dem Fernwärmenetz Weesen. Die beiden Anforderungen an eine gemeinsame Seewasserfassung ergänzten sich ausgezeichnet und die Nutzung der Abwärme erhöhte die Effizienz beider Systeme.
Ein weiterer, möglicher Partner sieht grössere Chancen in der Seewassernutzung mit Wärmepumpen als im Anschluss an die KVA. Er erwartet aber eher hohe Energiepreise und entsprechend eine tiefere Anschlussdichte. Vielleicht öffnet sich da mit der Kombination der Lachsfarm eine weitere Option.
Tendenz Seewassernutzung
Die Fachhochschule OST in Rapperswil hat die Idee kleiner Wärmenetze mit weitgehender Nutzung vorhandener Heizinfrastrukturen. Sie schlägt dazu vor, mit Einbezug eines interessierten Partners eine Machbarkeitsstudie zu erstellen.
Aktuell geht die Tendenz in Richtung Seewassernutzung, welche früher aufgrund hoher Kosten und Risiken bei der Seewasserfassung und hoher Strompreise ausgeschlossen wurde.
Weiteres Vorgehen
Die Arbeitsgruppe ist sich einig, dass zwar das Ziel verfehlt wurde, bis Ende 2025 mindestens eine wirtschaftlich und zeitnah umsetzbare Lösung zu präsentieren, es aber auch falsch wäre, aufgrund der offenen Gespräche die Arbeit abzubrechen.
Die Gespräche und Abklärungen sollen 2026 mit gleicher Intensität fortgesetzt werden. Auf Grund von nicht beeinflussbaren Abhängigkeiten kann keine zeitliche Prognose gestellt werden.