Leserbrief
Linthgebiet
03.03.2019

LESERBRIEF ZUR SPESEN AFFÄRE AN DER HSG

Der Kanton machte eine Strafanzeige wegen Amtsgeheimnis-Verletzungen, dies nachdem im St. Galler Tagblatt Zitate aus einem internen Gutachten zur HSG-Spesen-Affäre erschienen waren.

Führungsverantwortung wahrnehmen statt Symptome bekämpfen

Mit grosser Erschütterung hat die St.Galler Öffentlichkeit durch eine Indiskretion bzw. Amtsgeheimnisverletzung von einer unglaublichen Selbstbedienungsmentalität verschiedener Angestellten der HSG Kenntnis genommen. Dem interessierten Beobachter der St.Galler Politlandschaft dürfte dies jedoch bekannt vorkommen. In bester bzw. unschöner Erinnerung sind die Untersuchungsberichte, Administrativ-, Disziplinar- und Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Kanti-Leck, welche grösstenteils ohne Ergebnis blieben. Auch damals kam erst durch Indiskretionen zum Vorschein, auf welch dünner oder gar ungenügender Faktenlage das St.Galler Bildungsdepartement den wichtigen Standortentscheid durchboxen wollte. Der Schluss liegt nahe: Involvierte Personen haben offensichtlich keine Möglichkeiten, berechtigte Anliegen im Rahmen der departementsinternen Prozesse einzubringen. Ihnen bleibt nur der Gang an die Öffentlichkeit. Dies ist für mich ein deutliches Warnsignal und zeigt auf, dass die Strukturen und Prozesse sowie die Führungskultur nicht stimmig sind. Es ist aus meiner Sicht an Departementsvorsteher Stefan Kölliker, die Führungsverantwortung wahrzunehmen, statt mit Strafanzeigen die Symptome zu bekämpfen und am Schluss bestenfalls ein beliebiges Bauernopfer zu präsentieren.

Sandro Morelli, Benken, Präsident CVP Linth

Dazu schreibt Sandro Morelli aus Benken den «Leserbrief zur Strafanzeige der kantonalen Finanzkontrolle in Sachen Amtsgeheimnisverletzung.»