Uznach
26.11.2019

Pflegezentrum Linth: Keine Kündigungen

Die Neuausrichtung des Pflegezentrums Linth in Uznach ist auf gutem Weg, schreibt der Verwaltungsrat. Das Defizit bis Ende Jahr beträgt eine halbe Million Franken. Kündigungen gibt es bisher keine.

Mitte September 2019 hat der Verwaltungsrat des Pflegezentrums Linthgebiet aus betriebswirtschaftlichen Gründen die Schliessung einer Bettenstation angekündigt. Damit geht auch der Abbau von rund 30 Arbeitsstellen einher. Die Entwicklung in den vergangenen zwei Monaten hat gezeigt, dass ein grosser Teil des Stellenabbaus über die natürliche Fluktuation und über ordentliche Pensionierungen erreicht werden kann. Kündigungen werden vorerst nicht ausgesprochen. Ein Sozialplan ist weit vorangeschritten.

Halbe Million Franken Defizit im 2019

Nach einem Verlust von 600'000 Franken im Jahr 2018 zeichnet sich kurz vor Jahresende für das Pflegezentrum Linthgebiet im Jahr 2019 ein Defizit von rund 500'000 Franken ab. Aufgrund dieser schwierigen Situation hat der Verwaltungsrat Massnahmen geprüft, um die Betriebskosten schnellst möglich zu senken und den Betrieb zu stabilisieren. Damit wird Zeit geschaffen, das Zentrum mittel- bis langfrisitig neu zu positionieren und den Fortbestand langfristig zu sichern.

Am 12. September wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die geplante Schliessung von einer der drei Bettenstationen informiert. Dieses Vorhaben hat Auswirkungen auf den zukünftigen Personalbestand: Von den rund 100 Arbeitsplätzen bleiben voraussichtlich rund 70 erhalten.

Anzahl der Stellen wird redzuziert

Mit dieser Information wurde das Konsultationsverfahren eingeleitet. Den Mitarbeitenden wurde die Möglichkeit gegeben, Vorschläge zu machen, wie der Stellenabbau vermieden oder eingeschränkt werden kann. Das Konsultationsverfahren endete am 15. Oktober. Die Geschäftsleitung hat einzelne Vorschläge entgegengenommen, die punktuell Wirkung zeigen, den Stellenabbau insgesamt aber nicht verhindern können.

Unverändertes Leistungsangebot

Es ist vorgesehen, die Bettenstation im obersten Stock bis spätestens Ende 2020 zu schliessen. Neuzugänge der Langzeitpflege sind vorübergehend, bis zum Erreichen der angestrebten Zahl von 40 Betten, eingestellt. Vereinzelt werden Bewohnerinnen und Bewohner seit einigen Wochen auf die verbleibenden zwei Bettenstationen umgeteilt. Das Leistungsangebot mit Langzeitpflege einerseits und Kurzaufenthalten andererseits wird nach Abschluss der Reduktion unverändert weitergeführt. Zudem wird angestrebt, in verstärkter Kooperation mit Partnerinstitutionen wie dem Altersheim Städtli und dem benachbarten Spital Linth Ressourcen und Know-how gemeinsam zu nutzen.

Keine kurzfristigen Entlassungen

Die Personalentwicklung in den letzten Monaten hat gezeigt, dass ein grosser Teil des Stellenabbaus über die natürliche Fluktuation und über ordentliche Pensionierungen erreicht werden kann. Entlassungen werden, sofern erforderlich, erst im ersten Quartal und auf der Grundlage eines freiwilligen Sozialplans ausgesprochen. Die Verhandlungen mit den Sozialpartnern stehen kurz vor dem Abschluss.

Den Betrieb stabilisieren und langfristig sichern

Die finanzielle Entwicklung des Betriebs führt der Verwaltungsrat in erster Linie auf die in den letzten Jahren unbefriedigende Auslastung im Bereich der Langzeitpflege zurück. Nachdem die Alters- und Pflegeheime in den umliegenden Gemeinden in den letzten Jahren beträchtliche Mittel in den Ausbau der Infrastruktur und in die Spezialisierung ihres Leistungsangebots investierten, geriet das Pflegezentrum Linthgebiet zunehmend unter Druck. Gegenüber den Heimen der eigenen Trägergemeinden weist es Nachteile auf, da das Erscheinungsbild und die zahlreichen Zweibettzimmer nicht mehr den heutigen Bedürfnissen genügen.

Neuausrichtung der Leistungen

Vor diesem Hintergrund hat der Verwaltungsrat bereits 2018 einen Strategieprozess für die mittel- bis langfristige Neuausrichtung des Betriebs in die Wege geleitet.  Er sieht an diesem Standort hervorragende Marktchancen für spezialisierte pflegerische Angebote. So besteht in der Region unter anderem Bedarf für komplexe Pflege, Palliative Care, Gerontopsychiatrie, Akut- und Übergangspflege. Um die Neuausrichtung erfolgreich umsetzen zu können, gilt es in einem ersten Schritt, den Betrieb zu stabilisieren. Dieses Ziel dürfte schneller als erwartet noch vor Ende 2020 erreicht sein.

Über das Pflegezentrum Linth

Das Pflegezentrum Linthgebiet in Uznach verfügt aktuell über rund 70 Pflegeplätze und beschäftigt knapp 100 Mitarbeitende. Träger des Zweckverbandes sind die Gemeinden Benken, Eschenbach, Gommiswald, Kaltbrunn, Rapperswil-Jona, Schmerikon und Uznach. Das Pflegezentrum wurde 1972 als regionales Pflegeheim eröffnet. Es befindet sich in den Räumlichkeiten des alten Uznacher Spitals und in unmittelbarer Nachbarschaft des heutigen Regionalspitals Linth. Von 2005 bis 2007 wurde das über 100-jährige Gebäude unter Berücksichtigung strenger denkmalpflegerischer Auflagen letztmals saniert.

Félix Brunschwiler, VR-Präsident Pflegezentrum Linth
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