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Rapperswil-Jona
14.06.2019
14.06.2019 20:40 Uhr

FRAUENSTREIK AUCH IN RAPPERSWIL - DIE BILDER

Engelplatz kurz nach Mittag, Foto: Sonja Künzle
Engelplatz kurz nach Mittag, Foto: Sonja Künzle
Der Frauenstreiktag begann auf dem Engelsplatz in der Rapperswil Altstadt. Später zog der Umzug zum Bahnhof und auf den Fischmarktplatz.
Auf dem Fischmarktplatz (Foto: Frauenstreik Rapperswil-Jona)
Demo-Umzug vis-à-vis Bahnhof (Foto: Frauenstreik Rapperswil-Jona)
Demo-Umzug (Foto: Frauenstreik Rapperswil-Jona)
Auf dem Engelplatz (Foto: Frauenstreik Rapperswil-Jona)
Auf dem Engelplatz (Foto: Frauenstreik Rapperswil-Jona)
Auf dem Engelplatz (Foto: Frauenstreik Rapperswil-Jona)

Wenn Frau will, steht alles still (Gewerkschaft VPOD)

Heute legen zahlreiche Frauen und solidarische Männer ihre Arbeit nieder. «Mit den Streikmassnahmen weisen sie darauf hin, dass punkto Gleichstellung und Diskriminierungsvorbot tagtäglich gegen die Verfassung verstossen wird», sagt Martin Wyss, Regionalsekretär der Gewerkschaft VPOD Zentralschweiz. Gesetzeswidrige Lohndiskriminierungen sind sowohl in der Privatwirtschaft, wie auch im öffentlichen Dienst an der Tagesordnung. Die Stadt Luzern beispielsweise bezahlt seinem weiblichen Personal 11.2% weniger Lohn. 4.3% des Lohnunterschiedes sind nicht zu erklären und beruhen auf einer strukturellen Lohndiskriminierung. «Eine Stadtangestellte mit einem durchschnittlichen Einkommen wird monatlich um 300.- geprellt. Ungeachtet des Diskriminierungsverbots und ausschliesslich aufgrund ihres Geschlechts. Dieser Zustand ist inakzeptabel und erklärt, warum auch Teile des städtischen Personals heute die Arbeit niederlegen», sagt Wyss weiter.

Das heutige Gleichstellungsgesetz ist zahnlos. Es gibt weder eine Pflicht für regelmässige Lohnkontrollen, noch haben diskriminierende Betriebe ernsthafte Sanktionen zu befürchten. «Diesen Missstand können wir nur mit griffigen Regelungen in den Gesamtarbeitsverträgen beheben», betont Wyss. Momentan liegen in mehreren ausgelagerten Betrieben der Stadt Luzern entsprechende Forderungen seitens der Gewerkschaft auf dem Tisch. Der heutige Frauenstreik zeigt auf, dass nun die Sozialpartner regeln müssen, wozu der Gesetzgeber nicht in der Lage ist.

Linth24/MAL