Eschenbach
01.06.2019

BACHSANIERUNG UND WILDTIERKORRIDOR IN ESCHENBACH

Der Gemeinderat stimmte dem Gemeindeprojekt zur Vergrösserung des Bachdurchlasses Industriestrasse und zur Erstellung eines Wildtierkorridors bei der Industrie Neuhaus zu.

Im Zusammenhang mit der Ortsplanung der ehemaligen Gemeinde Eschenbach, die im April 2011 rechtskräftig wurde, konnten für die zweite Etappe des Industriegebiets Neuhaus mit den beiden Organisationen WWF St. Gallen und Pro Natura St. Gallen-Appenzell einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Durch das Grenzgebiet von Eschenbach und den Gemeinden Uznach und Schmerikon führt ein Wildtierkorridor. Dieses Gebiet ist im Zonenplan der Gemeinde Eschenbach als 'Grünzone Naturschutz' ausgeschieden. Damit die Einzonung der Industrie Neuhaus für die damaligen Grundstücke Nr. 371 und 375 sowie 1324 gelingen konnte, verpflichtete sich die Politische Gemeinde Eschenbach, entlang des Baches zum Schutz des Wildes Hecken und Sträucher zu pflanzen, damit die Wildtiere in der Wildwechselzone genügend Deckung haben. Es wurde zugesichert, diese Arbeiten dann in Angriff zu nehmen, wenn sich das Industriegebiet entwickelt habe.

Vor ein paar Jahren gab es auf dem Grundstück Nr. 374E der Johann Müller AG (JMS) wegen eines starken Unwetters einen grösseren Hangrutsch, der sich im Laufe der Zeit vergrössert hat. Die Firma JMS ist in der Pflicht, den eingedolten Bach zu öffnen und den Hangrutsch auszubessern. Zu diesem Thema fanden auch schon verschiedene Augenscheine mit dem Amt für Umwelt des Kantons St. Gallen (AFU) statt. Die Firma JMS hat inzwischen das Ingenieurbüro Ammann AG, Eschenbach, beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten. Dieses ist nun der Gemeinde vorgestellt worden. Es ist geplant, den Bach zu öffnen und den bisher entstandenen Abriss zu befestigen. Ebenfalls wird vorgeschlagen, einen Teil der Parzelle im Umfang von rund 2'700 m2 zu bewalden als Ersatzaufforstung für den Waldsaum im Gebiet Blesshof-Mettlen, Eschenbach. Damit können die Bedingungen für den Wildwechsel noch besser aufgewertet werden.

Damit die Gemeinde Eschenbach ebenfalls ihrer Verpflichtung mit der Gestaltung des Wildtierkorridors nachkommen kann, macht es Sinn, dieses Projekt anzuhängen, zumal aufgrund des Vorkommnisses mit dem Erdrutsch der Durchlass unter der Industriestrasse durch ein grösseres Kaliber ersetzt werden muss. Gleichzeitig soll der Einlass auf dem Grundstück Nr. 375E verbessert werden.

Weitergehende Bachsanierungen ausserhalb des Perimeters sind nicht geplant. Im Auftrag der Gemeinde hat die Firma Ammann Ingenieurbüro AG zusammen mit der SJB Kempter Fitze AG für die Realisierung dieser Verbesserungen ein Kostendach berechnet. Die Hauptkosten erwachsen aus dem Bau des neuen Bachdurchlasses mit rund Fr. 67'000.–. Insgesamt werden für die Neugestaltung Fr. 109'000.– für den die Gemeinde betreffenden Teil veranschlagt.

Zeitrahmen und Finanzierung

Sollte die Gesamtsituation sich nicht verändern, kann die Realisierung des Projekts, das auch seitens der Firma JMS noch Vorlauf- und Abklärungszeit benötigt, auf das Jahr 2020 geplant werden. Das Projekt kann über einen Reservebezug aus der Rücklage Industrie Neuhaus finanziert werden.

Die auf das Gemeindeprojekt entfallenden Kosten von voraussichtlich 109'000.– Franken inkl. MwSt. gemäss Kostenschätzung abzüglich Planungs- und Bewilligungskosten werden ins Budget 2020 aufgenommen. Ebenso ist der entsprechende Bezug aus der Rücklage Industrie Neuhaus zu budgetieren. Das Planungs- und Bewilligungsverfahren wird schätzungsweise viel Zeit in Anspruch nehmen. Um das Projekt im Jahr 2020 realisieren zu können, ist es deshalb erforderlich, mit der Projektierung und dem Bewilligungsverfahren bereits im laufenden Jahr zu beginnen. Für die anteilmässigen Kosten der Projektierung und Baueingabe bzw. des Bewilligungsverfahrens samt Plan- und Kopieraufwand inkl. MwSt. wird deshalb gestützt auf die Kostenschätzung ein Betrag von 12'000 Franken als bei der Beschlussfassung über das Budget unvorhersehbare neue Ausgabe zulasten der Erfolgsrechnung 2019 genehmigt.

(OM)