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Kanton
08.09.2022
08.09.2022 16:03 Uhr

Dach der Kathedrale St.Gallen zu sanieren

Ganze Ziegelreihen des Kathedralendachs könnten abrutschen, weil die zugehörigen Lattennägel stark korrodiert sind.
Ganze Ziegelreihen des Kathedralendachs könnten abrutschen, weil die zugehörigen Lattennägel stark korrodiert sind. Bild: Roger Fuchs, Katholischer Konfessionsteil des Kantons St.Gallen
Der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen steht als Eigentümer der Kathedrale St.Gallen vor einer grossen Investition: Um das Baudenkmal zu erhalten, braucht es eine umfassende Dachsanierung.

Zwar sieht es von aussen betrachtet so aus, als sei das Dach der Kathedrale St.Gallen in bester Ordnung, beim genauen Hinschauen werden jedoch zu bereinigende Mängel sichtbar. Ganze Ziegelreihen drohen abzurutschen, weil die rund hundertjährigen Nägel in den Latten, auf denen die Ziegelsteine ruhen, stark korrodiert sind. Dadurch sich lösende Latten reissen auch die Ziegel mit.

Sorgen bereiten auch jene Ziegel, die auf Brandwänden eingepflastert sind. Gemäss Pirmin Koster, dem Verantwortlichen für den Gebäudeunterhalt im Stiftsbezirk, fallen immer wieder Ziegel aus dem jahrzehntealten Zement heraus. Undichte Stellen sind die Folge. Festgestellt wurden all diese Mängel im Rahmen der regelmässigen Dachkontrollen. Glücklicherweise blieben lose Ziegel bislang immer im Schneefang oder in der Wasserrinne hängen.

Dachsanierung der St.Galler Kathedrale als «Pflichtaufgabe»

Um die St.Galler Kathedrale – ein Erbe der Fürstabtei – zu erhalten und kommenden Generationen weiterzugeben, ist es Aufgabe der St.Galler Katholikinnen und Katholiken, dieses Gebäude auch zu unterhalten. Bei der anvisierten Dachsanierung spricht der Administrationsrat (Exekutive) des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen von einer Pflichtaufgabe und nicht von einem Wunschvorhaben. «Folglich soll im Budget 2023 für die Detailprojektierung inklusive Expertisen ein Kredit in der Höhe von 400'000 Franken eingestellt werden», sagt Thomas Franck, Verwaltungsdirektor des Katholischen Konfessionsteils.

Die eigentliche Dachsanierung mit voraussichtlichem Start im 2024/25 dürfte mehrere Millionen Franken verschlingen. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass namhafte Beiträge von Bund, Kanton und Stadt eingehen, weil es sich bei der Kathedrale um ein Denkmal unter Bundesschutz handelt.

Pirmin Koster, Verantwortlicher Gebäudeunterhalt im Stiftsbezirk, gibt im Videointerview Auskunft zum anstehenden Projekt.

Fachlich anspruchsvoll

Bereits heute steht fest: Die Sanierung des Kathedraldachs ist eine grosse Herausforderung und fachlich anspruchsvoll. Für die Arbeiten wird ein Gerüst gestellt werden müssen, und möglicherweise braucht es ein Notdach. Die Sanierung soll, um die Statik und Stabilität der Kathedrale nicht zu gefährden, in drei Etappen erfolgen.

Im Rahmen der Projektierung will man überdies klären, ob zeitgleich mit der Dachsanierung und dem dazu notwendigen Gerüst weitere Arbeiten erledigt werden können, beispielsweise Reparaturen an der Fassade oder Erneuerungen der Isolationen im Dachgeschoss. Letzteres ist gemäss Pirmin Koster aber eine ebenso diffizile Angelegenheit. Zu viel Isolation könnte den Taupunkt verändern und infolgedessen wiederum die Deckengemälde gefährden.

Bereits jetzt umgesetzt wird die letzte Etappe der Erneuerung zahlreicher Fussstege im Dachstock, die jeweils bei der Reinigung desselben benutzt werden. Die Fussbretter bei diesen Stegen, die nur angeseilt betreten werden dürfen, waren mittlerweile alles andere als solide. Deren Sanierung gilt letztlich auch als Vorarbeit zur eigentlichen Dachsanierung, werden sie doch bei einer solchen von den Handwerkern dringend benötigt.

Das Kathedraldach von innen. Für dessen Sanierung soll 2023 ein Projektierungskredit ins Budget eingestellt werden. Bild: Roger Fuchs, Katholischer Konfessionsteil des Kantons St.Gallen
Roger Fuchs, Katholischer Konfessionsteil des Kantons St.Gallen