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Uznach
07.09.2022

Uzner «Altersberatung mit Gutscheinen» startet 2023

Ab 2023 erhalten ältere UznerInnen ein kostenloses Beratungsangebot. Die besprochenen Hilfestellungen werden mit Gutscheinen (mit)finanziert. (Symbolbild)
Ab 2023 erhalten ältere UznerInnen ein kostenloses Beratungsangebot. Die besprochenen Hilfestellungen werden mit Gutscheinen (mit)finanziert. (Symbolbild) Bild: Adobe Stock
Im Rahmen der Neuausrichtung der Altersversorgung kündigt der Uzner Gemeinderat den Start des Projekts «Altersberatung mit Gutscheinen» für 2023 an. Der Kanton St.Gallen übernimmt die Hälfte der Kosten.

Für die ältere Bevölkerung und ihre Angehörigen soll ab 2023 eine Altersberatung zur Verfügung stehen. Es handelt sich um eine niederschwellige Beratungs- und Triagestelle, die kostenlose Beratungen, vor allem zuhause, anbietet. Im Zentrum stehen Fragestellungen rund um die Gesundheit und das Wohlbefinden. Gemeinsam werden individuelle Lösungen entwickelt und entsprechende Lösungsschritte aufgezeigt. Je nach Problemstellung:

  • kann ein Hausarztbesuch vorbereitet werden,
  • können Stolperfallen direkt vor Ort behoben werden,
  • kann Unterstützung im Haushalt eingefädelt werden,
  • kann Entlastung für pflegende Angehörige organisiert werden.

Diese Aufzählung ist nicht abschliessend, sondern nennt nur ein paar mögliche Beispiele. Bei knappen finanziellen Mitteln können die besprochenen Hilfestellungen mit Gutscheinen (mit)finanziert werden.

Zielsetzungen der Altersberatung mit Gutscheinen

Die Altersberatung mit Gutscheinen hat folgende Zielsetzungen:

  1. Die Lebensqualität der betroffenen Personen wird erhöht.
  2. Es wird verhindert, dass Personen nur aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen in eine stationäre Einrichtung eintreten müssen.
  3. Pflegende Angehörige werden besser entlastet.

Damit diese Ziele erreicht werden, sind folgende zwei Aspekte sehr wichtig:

  1. Die Altersberatung muss unabhängig sein. Nur so können eine neutrale Beratung und die effektive Verwendung der Steuergelder für die Gutscheine sichergestellt werden.
  2. Ohne Altersberatung können keine Gutscheine gesprochen werden, da zuerst der Bedarf gemeinsam mit der Altersberatung festgestellt werden muss.

Der Kanton hat das Projekt als sehr erfolgsversprechend eingestuft und unterstützt es darum mit Fr. 320'000 für die vierjährige Pilotphase (50 % der Projektkosten).

Wichtige Elemente der Gesundheitsversorgung im Alter

Neben dieser sehr wichtigen Altersberatung mit Gutscheinen sind vier weitere wichtige Elemente der Gesundheitsversorgung auch im Alter geplant:

  1. Die Nachtspitex soll dazu beitragen, dass sich insbesondere die ältere Bevölkerung auch nachts sicher fühlen kann. Dieses Angebot soll allen Einwohnern/-innen der gesamten Region Zürichsee-Linth zur Verfügung stehen; entsprechend laufen zurzeit Gespräche in der Region Zürichsee-Linth (RZL).
  2. Damit jenen Menschen, die gerne zu Hause sterben möchten, dies auch eher ermöglicht werden kann, wird die Zusammenarbeit mit einem mobilen Palliativ Care Team angestrebt. Dieses Team unterstützt Spitex Linth in der Pflege und Betreuung zuhause. Rapperswil-Jona verfügt bereits über eine entsprechende Leistungsvereinbarung.
  3. Der Entlastungsdienst ist eine wichtige Dienstleistung für alle Personen, die sich in einer gesundheitlich schwierigen Situation befinden. Bis anhin werden diese Dienstleistungen nur mit Spendengeldern finanziert. Mit einer Leistungsvereinbarung sollen dieser Missstand behoben und die Leistungen entsprechend von der Gemeinde mitfinanziert werden.
  4. Die Umfrage zu Wohnformen im Alter hat klar gezeigt, dass vor allem betreute Wohnungen in Uznach fehlen. Diese Wohnform wird zunehmend die jetzigen Alters- und Pflegeheime ersetzen, da sie mehr Selbstbestimmung bei gleichzeitigem Pflege- und Betreuungsbedarf ermöglichen. Eine erste Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Altersheims Städtli hat zwei Wege aufgezeigt, wie rund zehn betreute 2 ½-Zimmer-Wohnungen erstellt werden könnten. Eine vertiefte Analyse soll nun aufzeigen, welche Kosten damit verbunden wären. Daneben ist Uznach bestrebt, das Areal des Pflegezentrums Linthgebiet zu erwerben. Neben anderen Dienstleistungen sind dort auch betreute Wohnungen geplant. Das Streuli-Areal wäre ein weiterer Standort, um Alterswohnungen zu realisieren. Auch hier ist die Gemeinde mit der Besitzerin im Gespräch.

Dies sind die vorerst wichtigsten Meilensteine des Pilotprojekts Altersversorgung. Mit Ausnahme der betreuten Wohnformen könnten die anderen Elemente ab 2023 eingeführt werden.

Mit diesen Investitionen wird dem Wunsch der Bevölkerung nachgekommen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu können. Damit sollen auch die stetig steigenden Kosten der Pflegefinanzierung gebremst werden. Aktuell fallen in der Gemeinde rund 90 Prozent der Gesundheitskosten im Alter für die Personen in Heimen an und nur 10 Prozent für die gleich grosse Gruppe, die zuhause mit Unterstützungsbedarf lebt.

Mit der Investition in die Erweiterung der ambulanten Angebote verbessert sich in Uznach sowohl die Altersversorgung als auch die Gesundheitsversorgung im Allgemeinen. Davon profitieren schlussendlich alle Uznerinnen und Uzner.

Nächster Info-Anlass zur Alterspolitik Ende Oktober

Das nächste Mal können Sie sich am 27. Oktober 2022 in der Aula des Schulhauses Haslen über den aktuellen Stand der Alterspolitik informieren.

Die Präsentation der Informationsveranstaltung vom 5. Juli 2022 sowie alle Informationen zu den Angeboten fürs Alter finden Sie auf der Gemeinde-Website «Angebote fürs Alter – Gemeinde Uznach».

Gemeinderat Uznach / LinthSicht