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Uznach
19.07.2022

Schulareal Mitte: Energie für Eigenbedarf erzeugen

Der im Schulareal Mitte aus Photovoltaik erzeugte Strom soll künftig vor Ort verwertet werden. (Symbolbild)
Der im Schulareal Mitte aus Photovoltaik erzeugte Strom soll künftig vor Ort verwertet werden. (Symbolbild) Bild: zVg
Die Gemeinde Uznach will den auf eigenen Dächern produzierten Solarstrom möglichst selbst nutzen. Für den geplanten Zusammenschluss zum Eigenverbrauch im Schulareal Mitte hat sie nun Aufträge vergeben.

Mitte 2017 hat der Gemeinderat beschlossen, die gemeindeeigenen Stromgrossbezüger auf die Frage hin überprüfen zu lassen, ob ein Netzebenenwechsel von der Netzebene 7 auf die Netzebene 5 mittelfristig nicht zu Kosteneinsparungen führen würde. Der Planungsauftrag wurde nachträglich ergänzt mit dem Wunsch, den Eigenverbrauch des auf Dächern der gemeindeeigenen Liegenschaften produzierten Solarstroms zu maximieren.

Damit kann verhindert werden, dass Solarstrom (tagsüber) mit einer tieferen Rückvergütung ins Netz eingespeist wird als die Gemeinde (nachts) den Strom zu höherem Tarif einkaufen muss. Anlass hierfür war nicht nur der Bau einer PV-Anlage auf dem Oberstufenschulzentrum, sondern insbesondere der Plan, auch auf dem Turnhallendach Haslen eine PV-Anlage zu erstellen. Die Lösung ist der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) Schulareal Mitte.

Mit der Bildung eines ZEV:

  • können Anschlussbeiträge und Gebühren eingespart werden,
  • kann direkt vor Ort nachhaltig produzierter Strom aus den eigenen PV-Anlagen verlustlos selber verwertet werden, womit weniger/kein teurer Fremdstrom eingekauft werden muss,
  • können mittelfristig Ohnehin-Kosten von rund Fr. 40'000 für die Netzverstärkung Oberstufenschulzentrum und Herrenacker gespart werden,
  • kann die Gemeinde Uznach zum Vorbild werden.

Im Rahmen der Projektentwicklung durch die d.jud consulting hat sich herausgestellt, dass sich das Schulareal Mitte hervorragend für einen ZEV eignet. Dieses erstreckt sich von den Schulbauten Letzi mit Turnhalle, Werkgebäude und Schlössli, Büel und Haslen mit Doppelturnhalle über das Hallenbad bis zum Herrenacker und die Reiheneinfamilienhäuser an der Schulhausstrasse.

Sechs Gründe, warum der ZEV wirtschaftlich funktioniert

Der ZEV funktioniert wirtschaftlich, weil:

  • das Schulareal insbesondere mit dem Hallenbad eine hohe Eigenverbrauchsquote aufweist,
  • aus einer Kilowattstunde Solarstrom fünf Kilowattstunden Wärme mit einer Wärmepumpe produziert werden können,
  • mit dem Leitsystem Infos gewonnen werden können, die den Energieverbrauch optimieren lassen,
  • die Miete von etlichen Stromzählern in den Gebäuden entfällt,
  • die Installation innerhalb der vorgesehenen Dauer abgeschrieben werden kann (wenn mit steigenden Netz- und Strompreisen nicht sogar schneller),
  • die Möglichkeit genutzt werden kann, zusätzliche PV-Anlagen auf dem Schulhaus Herrenacker und/oder dem Schwimmbad zu realisieren und im Verbund mit einer neuen Wärmepumpe den Bedarf an fossilen Energieträgern auf dem gesamten Schulareal weiter zu reduzieren.

Es hat sich aber auch gezeigt, dass der Netzebenenwechsel oder auch der Eigenauftritt auf dem liberalisierten Strommarkt für eine Gemeinde zu aufwendig wären. Hier verlässt sich die Gemeinde gerne weiterhin auf die Partnerschaft und Fachkompetenz der Elektrizitätswerk Uznach AG.

Komplexität, Kostenanstieg und positive externe Beurteilung

Aufgrund von personellen Engpässen, der Sanierung der Turnhalle Haslen und der Komplexität immer neuer Fragen hat die Planung lange gedauert. Diese Komplexität hat auch dazu geführt, dass die Netzanschlussverstärkung zu einem Kostenanstieg geführt hat. Statt nur Fr. 240'000 sind neu Fr. 300'000 notwendig (darin enthalten: Fr. 40'000 Ohnehin-Kosten, siehe Spalte 1). Der entsprechende Nachtragskredit ist bis 5. April dem fakultativen Referendum unterstellt worden; dieses ist nicht ergriffen worden.

Während der Auflagefrist hat sich die EWU AG an den Gemeindepräsidenten gewandt. Aufgrund der Referendumsunterlagen haben sich den Fachleuten Fragen gestellt, die die Gemeindevertreter nicht ohne weiteres beantworten konnten – auch der Gemeinderat kann und weiss nicht alles.

Die RatsvertreterInnen haben in der Folge ein unabhängiges Fachbüro beigezogen und mit den Projektverantwortlichen die Missverständnisse bereinigt. Das Fachbüro kommt zum Schluss, dass das Projekt «ZEV Schulareal Mitte» aus technischer und wirtschaftlicher Sicht als korrekt und sinnvoll erachtet wird. Es empfiehlt die Weiterführung und Umsetzung des Projekts. Die Aufträge hierzu sind erteilt worden.

Gemeinde Uznach / LinthSicht