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Rapperswil-Jona
13.07.2022
13.07.2022 11:21 Uhr

Grosse Ehre für die Feldmusik Jona

Interview mit Stephan Gnädinger, Präsident der Feldmusik Jona (Kreis).
Interview mit Stephan Gnädinger, Präsident der Feldmusik Jona (Kreis). Bild: Feldmusik Jona/Collage Linth24
Die Feldmusik Jona wird vom 16.-23. Juli 2022 als offizielle Delegationsmusik am 104. Internationalen Viertagemarsch in Nijmegen teilnehmen. Von Rolf Lutz

Es ist eine Veranstaltung voller Superlative. Der Viertagemarsch von Nijmegen (Holland) zieht die Massen an. «Am letzten Tag der Veranstaltung werden die Marschierenden von rund 1.5 Mio. Zuschauerinnen und Zuschauer auf den letzten 6 km bis ins Ziel angefeuert», so Stephan Gnädinger von der Feldmusik Jona.

Diese steht mittendrin – als Musikformation begleiten die Joner Musikanten vier Tage lang die Teilnehmenden auf ihrem langen Weg. Und repräsentieren unsere Stadt und die Schweiz an dieser Massenveranstaltung. Auch Rapperswil-Jonas Stadtpräsident Martin Stöckling, der zur Zeit in Holland in den Ferien weilt, wird die Feldmusik Jona am Viertagemarsch begleiten: "Ich freue mich riesig. Es ist eine grosse Ehre für die Feldmusik und es wird mit Bestimmtheit eine unvergessliche Woche."

Was die Teilnahme für die Feldmusik Jona bedeutet, wie sie sich darauf vorbereitet, wie die Vorbereitungen aussehen und vieles mehr wollten wir von Stephan Gnädinger in Erfahrung bringen.

Stephan Gnädinger, die Feldmusik Jona wird bei der grössten Marschveranstaltung der Welt als Delegationsmusik dabei sein. Wie kam es zu dieser grossen Ehre?
Ich bin bereits 14 Mal selber militärisch in Holland mitgelaufen, und jedes Jahr war dies ein eindrückliches Erlebnis. Gerade die Konzerte am Strassenrand oder in der Kirche haben mich besonders fasziniert. Es wurde in der Folge zu einem grossen Traum von mir, einmal mit der eigenen Musikformation in Holland teilzunehmen. Ich habe mich dann mit der Feldmusik Jona beworben, hatte mir durch meine Teilnahmen auch ein Netzwerk erarbeitet und so hat es schlussendlich auch geklappt.

Und wie haben Sie sich gefühlt, als Sie erfahren haben, dass Ihr grosser Traum nun in Erfüllung geht?
Ich hatte eine riesige Freude, da ich, wie gesagt, den Anlass schon kenne und weiss, was das bedeutet. Bei den Mitgliedern herrschte anfangs eine gewisse Ungewissheit und auch Skepsis –denn eine ganze Woche Musik zu machen, mit einem sehr grossen Pensum, das beeindruckt sicher. Aber mittlerweile hat sich dies gelegt und die Freude und Begeisterung hat gewonnen.

Wie habt Ihr Euch vorbereitet?
Seit dem letzten grossen Konzert im März bereiten wir uns intensiv auf Nijmegen vor. Denn in Holland spielen wir eine sehr breite Palette von Marschmusik, konzertanter und volkstümlicher Blasmusikliteratur. Die Marschmusikstrecken sind fünf bis sechs Kilometer lang. Dies erfordert eine ordentliche Kondition und Disziplin von unseren Mitgliedern.

Also sozusagen ein Stück nach dem anderen.
Genau, das fordert enorm – dazu kommen weiter die Platzkonzerte entlang der Marschstrecke, und am Mittwoch folgt ein Galakonzert, mit allen drei beteiligten Formationen in der Kirche Haalderen. Mit uns reist der Tambourenverein aus Elgg (ZH) und eine Kleinformation des Schwyzerörgeliclubs Jona.

Das Rapperswil-Joner Wappen in Holland ist montiert. Bild: Feldmusik Jona

Der Viertagemarsch von Nijmegen ist die grösste Marschveranstaltung der Welt. Wie viele Menschen werden dabei die Feldmusik Jona insgesamt bewundern können?
Das ist noch schwierig zu sagen. Sicher alle Vorbeimarschierenden, das sind rund 45 000 Teilnehmende und dann am Einmarschtag, bei dem wir als zentrales Element zwischen zwei Blöcken der teilnehmenden Schweizer Armeeangehörigen spielen, stehen gegen 1.5 Mio. Menschen links und rechts am Strassenrand.

 

«Ich freue mich riesig für die Feldmusik Jona, denn es wird sicher ein großartiges Erlebnis und eine unvergessliche Woche »
Martin Stöckling, Stadtpräsident von Rapperswil-Jona

Sie haben mit einer Delegation bereits 2019 den Anlass rekognosziert. Was haben Sie dabei erlebt?
Es ist vor allem der Gigantismus, der uns alle so beeindruckt hat. So viele Leute nehmen daran teil und so viele Leute feuern insbesondere am Einmarschtag die Teilnehmenden an, das ist unbeschreiblich. Die Stimmung ist einfach gigantisch, da hat es Menschen, die sind um 04.00 Uhr morgens am Strassenrand und feuern die teilnehmenden Marschierer an. Die Menschen sichern sich Tage zuvor bereits ihren Platz an der Einmarschstrecke. Alle machen mit, alle wollen dabei sein. Stellen Sie sich vor, sogar die an der Einmarschstrecke liegenden Alters- und Pflegeheime stellen die Betten an die Strasse, damit auch wirklich alle dem Erlebnis beiwohnen können. Der ganze Aufenthalt der Feldmusikdelegation wird durch das OK Zwitserse Week in Bemmel (NL) organisiert. 

Wie sieht der Fahrplan für diese Woche aus?
Diesen Donnerstagabend führen wir die finale Hauptprobe durch, am Freitag wird dann das gesamte Material verladen, was eine grosse logistische Übung bedeutet. Und am Samstagmorgen, um 06.00 Uhr, ist Besammlung beim Schulhaus Weiden, Jona, und dann fahren wir los und werden um ca. 18.00 Uhr in Bemmel, Holland, ankommen. Ein Teil wird in einer Massenunterkunft Quartier beziehen und der Rest bei Gastfamilien untergebracht. Es folgen ersteMeetings, um die Gegebenheiten kennenzulernen und am Montag haben wir bereits den ersten Empfang durch die Bürgermeisterin des Gemeindeverbundes Lingwaard. Ja, und dann startet am Dienstag dann der Volksmarsch. Am Samstag, um 09.00 Uhr, geht es dann wieder zurück nach Jona.

Die Feldmusik Jona in Nijmegen

Die Feldmusik Jona wird in drei Folgen auf Linth24 vom Viertagemarsch berichten. Bleiben Sie also  am Ball und verfolgen Sie ab nächster Woche die eindrückliche Zeit der Feldmusik in Holland.

 

 

Rolf Lutz, Linth24