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Kultur
07.10.2021
07.10.2021 12:06 Uhr

Lang ersehnter Auftakt für St.Galler Blasmusikverband

Im Saal der Neu-Schönstatt-Schwestern zogen die 70 MusikantInnen aus dem ganzen Kanton alle Register.
Im Saal der Neu-Schönstatt-Schwestern zogen die 70 MusikantInnen aus dem ganzen Kanton alle Register. Bild: Michael Kohler
Mit dem Abschlusskonzert des Projektlagers Blasorchester 30plus in Quarten ist die coronabedingte Zwangsruhe des St.Galler Blasmusikverbands fürs Erste gebrochen. Die Faszination Blasmusik lebte wieder auf.

Seit nunmehr 20 Monaten beutelt, paralysiert und lähmt die anhaltende Coronapandemie die gesamte Blasmusikszene. Vom kleinen Dorfverein bis zur grossen Stadtmusik waren und sind Proben und Konzerte wenn überhaupt, dann nur bedingt möglich.

Entsprechend war auch sehr lange unklar, ob und in welcher Form das alljährliche Lager Blasorchester 30plus in Quarten stattfinden kann. Umso grösser war die Freude, als die Geschäftsstelle des organisierenden St.Galler Blasmusikverbandes den rund 70 Musikantinnen und Musikanten aus dem ganzen Kanton St.Gallen die Teilnahmebestätigung für das in den vergangenen Jahren so lieb gewonnene Lager zusenden konnte.

Das war vor mehreren Wochen. Seither hat sich in Sachen Pandemie und Massnahmen einiges verändert, die 3G-Regel wurde eingeführt und die Zertifikatspflicht erweitert. Und trotzdem hielten Veranstalter und Teilnehmende am Viertageslager im Neu-Schönstatt in Quarten fest und brachen damit die ihnen coronabedingt auferlegte Zwangspause. Nicht mit illegalen Kundgebungen und Demonstrationen, sondern mit Pauken und Trompeten – und einem süffisanten und hochstehenden Konzertprogramm.

Asanger, Gäble, Diamond, Tinner

Gefolgt sind dem Ruf zum Abschlusskonzert trotz Zertifikatspflicht an die 100 Personen – viel mehr vermag der Saal der Neu-Schönstatt-Schwestern gar nicht zu fassen.

Das Kommen der Gäste verdankten die Lagerteilnehmenden eingangs mit dem Konzertmarsch «Sympatria» aus der Feder des Österreichers Thomas Asanger. Nicht nur der Name des Werks, sondern auch seine eingängigen Melodien und Fanfaren versinnbildlichen, dass Heimat weniger eine Frage der räumlichen Herkunft, sondern vielmehr der sozialen Zugehörigkeit ist. Oder kurz, wie es Asanger meinte: Heimat ist dort, wo wir uns wohlfühlen.

Bei der Heimat blieben die Musikanten auch beim nächsten Werk des Schweizers Gilbert Tinner: «Celebration and Dance» wurde anlässlich des Eidgenössischen Musikfestes in St.Gallen vor zehn Jahren komponiert und zur offiziellen Hymne erklärt. Es erinnere an Freude, Feiern, Tanzen – und sich coronafrei bewegen.

Es folgten die Rhapsodie «Lignum» von Thiemo Kraas und die Marschpolka «Velburg» von Kurt Gäble und mit ihnen der wohlbekannte, farbenfrohe musikalische Blumenstrauss. Unter der musikalischen Leitung von Dirigent Markus Egger zogen die Musikantinnen und Musikanten alle Register, präsentierten weitere Klassiker wie «Sweet Caroline» von Neil Diamond oder «Under the Boardwalk» von The Drifters mit einem Flügelhornsolo des Melsers Roland Kohler, seines Zeichens Präsident des St.Galler Blasmusikverbandes.

Dank, der von Herzen kommt

Höhepunkt des rund stündigen Konzertes bildeten nicht nur die beiden abschliessenden Werke «Highlights from The Music Man» und «With Sword and Lance», sondern auch die Ansprachen, die ans Herz gingen. Kohler bedankte sich nicht nur bei Gesamtleiter Egger, der Geschäftsstelle des SGBV, den Sponsoren und den Schwestern von Neu-Schönstatt, sondern auch bei den Zuschauern, die «diesen lange herbeigesehnten Moment mit uns teilen und sich von der wieder lebendig gewordenen Musik verzaubern lassen».

Am Ende schloss sich Schwester Renata Maria im Namen der gastgebenden Neu-Schönstatt-Schwestern den Dankesworten an. «Ihr habt nach zwei Jahren die Musik wieder bei uns einkehren lassen.»

  • An die 100 Personen verfolgten das Abschlusskonzert in Quarten. Bild: Michael Kohler
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  • Gespielt wurde unter anderem die Rhapsodie «Lignum» von Thiemo Kraas. Bild: Michael Kohler
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  • Beim viertägigen Lager durfte das Orchester die Faszination der Blasmusik wieder aufleben lassen. Bild: Michael Kohler
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  • Die musikalische Leitung oblag Dirigent Markus Egger. Bild: Michael Kohler
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Michael Kohler, Mels