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Fussball
29.06.2021
29.06.2021 09:20 Uhr

Schweiz besiegt Weltmeister – in Rappi brechen alle Dämme

Auch in Rappi darf gefeiert werden: Die Schweiz schlägt Frankreich in einem sensationellen Spiel im Penaltyschiessen mit 5:4.
Auch in Rappi darf gefeiert werden: Die Schweiz schlägt Frankreich in einem sensationellen Spiel im Penaltyschiessen mit 5:4. Bild: Linth24
Es ist fast zu schön um wahr zu sein: Die Schweizer Fußballnati steht im EM-Viertelfinale. Beim Public Viewing in Rapperswil-Jona erlebten 500 Fans alle Hochs und Tiefs hautnah mit.

Mit gemischten Gefühlen traten die Schweizer Fans das Achtelfinale am Montag, 28. Juni 2021 an, in welchem die Schweiz auf den grossen Weltmeister Frankreich traf. Manch einer bangte, die Nati würde wieder so kampflos auftreten wie beim Spiel gegen Italien. Doch die Schweiz zeigte, dass sie auch anders kann und steht zum ersten Mal nach 67 Jahren in einem EM-Viertelfinale, nach 5:4 im Penaltyschiessen.

Frühe Führung

Besonders in der ersten Halbzeit nahm die Schweiz das Zepter in die Hand. Konsequent im Zweikampfverhalten, dem Druck der Franzosen standhalten, das Tor von Seferovic in der 15. Minute und der nötige Biss – all das zeigte die Schweiz auf dem Platz in Bukarest und durfte damit verdient mit der Führung in die Pause.

Plötzliche Wende nach der Pause

Nach der Pause, und vor allem nach dem misslungen Elfmeter von Rodriguez, drehten die Franzosen auf. 1:1, 1:2 und schliesslich das 1:3 in der 75. Minute, was dann der vermeintliche Genickbruch sein sollte. Doch da zeigte die Nati, dass sie eben doch Wille und Kampfgeist hatte.

In einem emotionalen und sensationellen Schlussspurt schafften es die Eidgenossen, in der 82. und 90. Minute auszugleichen auf 3:3. Da es in der Verlängerung keine Tore gab, kam es zum Penaltyschiessen, in welchem die Schweizer eiskalt blieben: Alle fünf Schweizer Schützen versenkten den Ball in den Maschen. Torhüter Sommer konnte den letzten Schuss der Franzosen gekonnt abwehren und das Märchen war komplett. 

Im EM-Zelt in Rapperswil-Jona machten die 500 Fans viele Hochs und Tiefs durch und feuerten die Mannschaft bis ganz am Schluss mit aller Kraft an.

  • «Es ist einfach top, was für ein Wille und Biss die Nati heute an den Tag legt.» Bild: Linth24
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  • «Es ist schön, endlich wieder mal mit so vielen Leuten zusammen den Fussball zu geniessen und zu feiern – das macht einfach Stimmung.» Bild: Linth24
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  • «Besonders toll an der Nati finden wir ehrlich gesagt die Vielfältigkeit in der Mannschaft.» Bild: Linth24
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  • «Der Wille und der Kampfgeist der Schweizer Nati ist heute einfach wahnsinnig toll.» Bild: Linth24
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  • In den kritischen Situationen litten die Fans mit der Nati mit. Bild: Linth24
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  • Am Schluss sass praktisch niemand mehr auf den Bänken. Bild: Linth24
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  • Gemeinsam wurde für die Nati gefiebert. Bild: Linth24
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Emotionale Achterbahn in Rapperswil-Jona

Im EM-Zelt in Rapperswil-Jona waren die Fans schon vor dem Anpfiff in Topform und unterstützen die Nati tatkräftig mit Gesang, Gejohle und Applaus. Wegen den neusten Lockerungen dürfen statt 300 neu 500 Leute das Areal betreten, die Maskenpflicht fällt weg und auch die Gästebeschränkung pro Tisch wurde aufgehoben. Somit konnte man im Zelt auf dem Bloom-Areal für 2 Stunden Corona vergessen und so feiern, wie man es immer getan hat. 

Die Stimmung im EM-Zelt hätte nicht besser sein können. Bereits beim Einlaufen und Anpfiff klatschen und johlten die Fans lautstark. Egal ob ein Spieler einem Franzosen den Ball wegnahm, einen Eckball herausholte, einen tollen Pass spielte oder einen Gegner hinter sich liess – die Fans in Rapperswil-Jona jubelten jedes Mal so stark, als ob es ein Tor gegeben hätte.

Rufe, Lieder, Applaus

Dieses liess jedoch nicht all zu lange auf sich warten. Als Seferovic zum 1:0 einnickte, brachen in Rapperswil-Jona schon zum ersten Mal alle Dämme. 500 Mäuler kreischten und jubelten, als die Eidgenossen gegen den Weltmeister in Führung gingen. Und so ging es weiter. «Hopp-Schwiiz»- Rufe, Fussball-Lieder, lautstarker Applaus und Gekreische waren ununterbrochen zu hören.

Doch dann kam der Dämpfer. Frankreich ging fast schon unerwartet und extrem schnell in Führung und konnten diese sogar noch ausbauen. Die Stimmung kippte. Immer mehr Köpfe richteten sich aufs Handy und verzweifelte Blicke waren zu sehen. Doch die Schweizer-Fans in Rapperswil-Jona rappelten sich wieder auf und machten weiter mit dem Gejohle, um die Schweizer Männer bis zum Schluss zu unterstützen. Als die Schweiz dann endlich das 2:3 und das erlösende 3:3 erspielte, gab es kein Halten mehr im EM-Zelt. Pure emotionale Freude war zu verspüren, man umarmte sich herzlich, trank ein, zwei Bier und feuerte gemeinsam die Schweizer Nationalmannschaft an – ein Gefühl der Gemeinsamkeit, welches in der jetzigen Zeit besonders zählt.

Als es schliesslich zum Penaltyschiessen kam, sass niemand mehr auf den Bänken. Alle Fans in Rot-Weiss gekleidet standen gebannt vor dem grossen LED-Screen. Bei jedem Tor der Schweizer brach das Publikum in Jubelgeschrei und Applaus aus. Doch nichts konnte einen vorbereiten auf das was geschah, als Sommer den Franzosen-Schuss neben das Tor leitete. Sehen Sie selbst: 

Nun gilt es, die Schweiz am kommenden Freitag (Anpfiff 18:00 Uhr) zu unterstützen, wenn sie auf Spanien trifft. Beim Public Viewing in Rapperswil-Jona gilt immer noch die Gästebeschränkung, nun dürfen jedoch maximal 500 Personen auf das Areal. Es lohnt sich also, früh da zu sein.

Linda Barberi, Linth24