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Rapperswil-Jona
15.06.2021
15.06.2021 10:48 Uhr

Nerviger Verkehr im Gutenberg Quartier

Wer die Fahrverbote ignoriert und kein LKW ist, der muss wenden.
Wer die Fahrverbote ignoriert und kein LKW ist, der muss wenden. Bild: Linth24
Für die Sanierungsarbeiten an der Spinnereistrasse muss der Verkehr umgeleitet werden. Das Konzept dafür zeigt Schwächen und bedeutet eine Herausforderung für die motorisierten Verkehrsteilnehmer.

Mitte Mai begann die erste von 3 Etappen der Bauarbeiten an der Spinnereistrasse zwischen Rapperswil und Jona. Nebst der Sanierung der Randabschlüsse und Beläge im Gehweg und Strasse werden vorgängig die Werkleitungen der Wasserversorgung Rapperswil-Jona (WVRJ), sowie vereinzelte Schächte des Elektrizitätswerkes Jona-Rapperswil (EWJR) erneuert. Für den Individualverkehr bleibt die Strasse während den einzelnen Etappen komplett gesperrt.

Die Spinnereistrasse dient vielen auch als Schleichweg um das Zentrum in Jona zu umfahren. Es leuchtet ein, dass der LKW-Verkehr umgeleitet werden muss, um die Belieferung der an der Spinnereistrasse ansässigen Firmen sicherzustellen. Aus Sicht der Anwohner könnte sich die Bauverwaltung aber statt eines Rosen-, einen Kaktusgarten anlegen!

Kaktus 1: Nicht alle wurden informiert

Nur ein Teil der Anwohner wurde vorgängig direkt informiert. Die Anwohner Gutenbergstrasse 16-26 bekamen ein Schreiben, die Anwohner Hausnummer 1-27c (Reihen-Einfamilienhäuser) nicht. Und wunderten sich die ersten Tage, weshalb der Schwerverkehr durch eine Wohnsiedlung fährt. Der Verkehrsdienst musste für die 30-Tönner jedes Mal die Abschrankung aufschliessen und wegräumen.

  • Die Ein- und Durchfahrt ist verboten. Who cares? Erst beim Verkehrsdienst ist Schluss. Bild: Linth24
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  • PW-Fahrer, die die Verbote ignorieren, müssen wenden. Bild: Linth24
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  • Nur LKWs dürfen durch. Bild: Linth24
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  • Bild: Linth24
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Kaktus 2: Wer liest schon Fahrverbote?

Die Umfahrung wäre eigentlich nur für LKWs. «Wäre». Die PW-Schlaumeier versuchen ihr Glück trotzdem und betrachten dies als «Abkürzung». Enden und wenden an den unüberwindbaren Pfosten zwischen Gutenberg- und Pius Rickenmann-Strasse. Und brausen in ihrem Unmut tagsüber bis spät in die Nacht über den Siedlungsplatz und zurück. Es hat zwar 2 PW-Fahrverbote an der Bildau- und Gutenbergstrasse – aber wer liest schon Verkehrssignale!?

  • Nur LKWs sind erlaubt, doch die Fahrer müssen Geduld beweisen... Bild: Linth24
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  • Nummer wählen und 5 Minuten abwarten – erst dann dürfen LKWs durchfahren. Bild: Linth24
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Kaktus 3: Telefon an die Kavallerie

Auf die Frage von Linth24, wie es denn mit dem Verkehrsdienst weitergehe, antwortet Hansjörg Goldener im Auftrag der Stadt: «Seit Montag 7. Juni können Lastwagen nach telefonischer Rücksprache mit der Bauunternehmung den Strassenabschnitt passieren.» Das sieht dann so aus: Der Lastwagen fährt an die Pfosten, wählt die Nummer. Wartet, Motor läuft. Auf der Baustelle schwingt sich einer der Arbeiter aufs Velo, strampelt zum Pfosten, sperrt auf, Lastwagen fährt durch, Pfosten rein, Arbeiter zurück an Baustelle. Kommt ein paar Minuten später der nächste Brummi, geht das Rennen von vorne los. Nett für die Anwohner...

  • Zu Beginn war der Verkehrsdienst permanent anwesend. Das klappte. Bild: Linth24
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  • Seit Montag muss jedoch immer ein Bauarbeiter herkommen, wodurch es zu Wartezeiten kommt. Bild: Linth24
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Kaktus 4: Sparen am falschen Ort

Linth24: Weshalb wurde der Verkehrsdienst eingestellt? Antwort Stadt: «Mit der neuen Lösung kann eine kostengünstigere Lösung umgesetzt werden.» Diese Aussage könnte so interpretiert werden: Wenn es um die Sicherheit von Quartierbewohnern geht, um die reibungslose Abwicklung von Verkehrshindernissen, dann wird der Geldsäckel zugkneift. Und dieses Chaos dauert noch bis Ende Oktober. Die Fasnachtsgesellschaften müssen sich dieses Mal nicht um Stoff für ihre Schnitzelbänke sorgen...

Markus Arnitz, freier Mitarbeiter Linth24