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Rapperswil-Jona
14.02.2020
14.02.2020 15:12 Uhr

Lido-Badi: Bianca Brunner gewinnt

Plötzlich ging es ganz schnell. Ende Jahr wollte der Stadtrat die Lido Badi für immer schliessen. Dann kam die Petition von Bianca Brunner. Und jetzt wird die Badi wiedereröffnet.

Ende Dezember versenkte der Stadtrat von Rapperswil-Jona das neue Badi-Projekt im Lido. Die Kosten seien aus dem Ruder gelaufen. Die alte Badi bleibe aber trotzdem geschlossen. Und noch vor wenigen Tagen sagte Stadtpräsident Martin Stöckling, er werde sich erst zur alten Badi äussern, wenn die Petition von Bianca Brunner eingereicht sei.

Geplant war diese Eingabe auf Ende Februar. Doch das Rathaus spürte, auch wegen der Berichte von Linth24 (Die Lido-Badi Petition, Funktionierende Lido-Badi Technik), dass die Badi-Schliessung nicht durchzuziehen ist. Gestern Abend gab Stadtpräsident Martin Stöckling am Stadtforum bekannt, die Badi werde wieder eröffnet. Man habe zwar bereits Liegen, Sonnenschirmen und Kassensystem entsorgt, aber es gehe trotzdem. Und weil das Kassensystem fehlt, sind die Eintritte kostenlos. Man verzichtet so auf 100'000 Franken und die Eröffnung selber kostet 150'000 Franken. Plötzlich war keine Rede mehr davon, dass eine Wiederinbetriebnahme aus technischen Gründen nicht möglich sei. Das grösste Problem aktuell ist: Man braucht noch einen Bademeister.

Petitionärin Bianca Brunner schrieb in der Nacht Linth24: «Was für ein Erfolg!» und bedankte sich mit folgender Aussage: «Die Berichte von Linth24 zur Badi-Wiedereröffnung haben beim Unterschriftensammeln extrem geholfen».

Über 1200 Unterschriften
Tatsächlich wurde der Druck auf die Stadt mit jedem Tag grösser. Unter anderem zeigte Linth24 exklusiv Fotos von der intakten Filter- und Wasseranlage der Lido-Badi und widerlegte die von der Stadt im letzten Dezember vorgebrachten Schliessungsargumente. Die Petitionsbögen flogen Bianca Brunner nur so zu. Unterdessen sind 1'200 Unterschriften eingetroffen.

Auf einmal freut sich auch der Stadtrat

Bianca Brunner schrieb nach ihrem Sieg: «Der gesamte Stadtrat freut sich auf die Badesaison.» Und sie übermittelte das Foto, aufgenommen nach dem Stadtforum, mit einem gut gutgelaunten Stadtrat. Am meisten jedoch schien sich die herzhaft lachende Bianca Brunner zu freuen.
Für Sie aber ist die Arbeit trotz Grosserfolg doch noch zu Ende: Sie wird ihre Unterschriften am 26. Februar um 14 Uhr im Rathaus in Jona abgeben. Sie reiche die Petition ein, um damit auch den vielen Menschen zu danken, die sich für die Wiedereröffnung der Badi eingesetzt hätten. Und bis dahin werde noch gesammelt.

Übrigens: Bianca Brunner kandidiert am kommenden 8. März auf Liste 6 der Partei GLP für den St. Galler Kantonsrat. Ob gewollt oder ungewollt, hat sie von all den vielen Kandidaten wohl einen der gescheitesten Wahlkämpfe durchgeführt. Und sollte es für das politisch Amt nicht reichen, hat sie im kommenden Sommer wenigstens genügend Zeit, «ihre» Badi im Lido zu geniessen.

Mario Aldrovandi, Linth24