Rapperswil-Jona
10.02.2020
10.02.2020 12:15 Uhr

Lido-Badi: Exklusive Bilder und 700 Unterschriften

Die Lido-Badi ist top im Stand, wie exklusive Fotos von Linth24 zeigen.
Rapperswils Lido-Badi ist in gutem Zustand. Das belegen exklusive Bilder von Linth24. Trotzdem soll sie geschlossen bleiben. Die Badi-Petition haben schon 700 Personen unterzeichnet.

Am letzten 19. Dezember mutete der Stadtrat von Rapperswil-Jona seinen Bürgern eine weitere schlechte Nachricht zu: Das Projekt für ein neues Freibad im Lido werde versenkt. Die Kosten würden aus dem Ruder laufen.

Dass der Stadtrat das Debakel erst vier Monate vor Baubeginn realisierte, stellt ihm ein weiteres bedenkliches Zeugnis aus.

Zugleich teilte der Rat mit, der Betrieb der Lido-Badi sei «in der heutigen Form nicht mehr möglich». Das Bad bleibe geschlossen. Es fehle die Konzession für den Betrieb. Ausserdem seien die Filteranlagen und das Schwimmbecken defekt. Und der Zufluss des Seewassers sei abgehängt.

Fragwürdige Schliessungs-Argumente

Diese Argumente machen stutzig. Die Filter- und Wasseranlagen im Lido wurden nämlich vor wenigen Jahren erneuert. Das belegen auch die exklusiven Fotos von Linth24 in diesem Bericht. Die Anlagen sehen aus, als wären sie gestern montiert worden. Auch, dass das Schwimmbecken ausgerechnet jetzt leck ist, ist wenig überzeugend. Und die Seewasserleitung sollte wieder aktivierbar sein. Sie war auch früher nur provisorisch in Betrieb.

Wahrscheinlicher könnte sein, dass sich der Stadtrat und sein Bauchef die peinliche Schmach ersparen wolen, die Badi nach dem feierlichen Abschiedsfest «bye bye Lido» vom letzten September wieder eröffnen zu müssen.  

Hochfahren gibt Arbeit

Stadtpräsident Martin Stöckling, der das Badi-Dossier dem Bauchef wegnahm und zu seiner persönlichen Aufgabe machte, hat nun zwei Möglichkeiten: Entweder er springt über seinen Schatten und eröffnet die Badi wieder. Das dürfte ihm aber Arbeit bescheren: Es müsste das schon in andere Funktionen delegierte Lido-Personal wieder zurückbeordern und die trockengelegte Badi betriebsbereit machen. Zudem wären wohl einige Bewilligungen einzuholen.

Schon über 700 Petitions-Unterschriften

Oder der Stadtrat bleibt bei der zweiten Möglichkeit und stemmt sich gegen die Badi-Wieder-Eröffnung. Dann aber sitzt ihm die Petition von glp-Kantonsratskandidatin und Südquartiervereins-Vorstandsmitglied Bianca Brunner im Nacken.

Sie und viele Helfer haben für die Badi-Eröffnung in einer Woche schon über 700 Unterschriften gesammelt. Jeden Tag erhalte sie neue Unterschriften, sagt sie Linth24.
Das Petitions-Formular liegt im Lido-Lädeli im Südquartier auf. Oder es kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:   

Petition für die Eröffnung der Lido Badi

Bianca Brunner sagt, gestern Sonntag hätte sich am Strandweg sogar eine Schlang mit Leuten gebildet, die die Petition unterschreiben wollten. Sie danke allen, die mitmachen würden.

Bianca Brunner (rechts), Katrin Denzler (Mitte) mit einer Passantin, die die Petition zur Eröffnung der Badi unterschreibt.

Stadt muss an die Arbeit

In der Linth-Zeitung sagte Stadtpräsident Marin Stöckling letzte Woche, «er nehme die Petition zur Kenntnis. Detailliert Stellung» nehme er, wenn die Unterschriftenbögen eingereicht worden seien.

Das erstaunt: Dass die Unterschriftenbögen eingereicht werden, ist keine Frage. Vielmehr geht es jetzt darum, die Eröffnung der Badi an die Hand zu nehmen. Oder das Volk mit der künftig geschlossenen Badi Lido zu enttäuschen.

Bruno Hug, Linth24
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