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Freizeit
04.04.2021
02.04.2021 09:11 Uhr

Millenials im Brettspiel-Fieber

Es gibt auch anderes als Netflix: Brettspiele und andere Spiele boomen während der Coronazeit. Bild: zvg / Collage Anouk Arbenz
Nicht erst seit Corona boomt die Spielebranche. Vor allem junge Leute suchen den Ausgleich zum Bildschirm. Auch im Linthgebiet wird derzeit fleissig gespielt.

Seitdem wir uns vor allem in den eigenen vier Wänden beschäftigen müssen, haben Brettspiele und andere Spiele  ein Revival erlebt. Laut Alex Hämmerli, Senior PR Manager bei Digitec Galaxus, hat sich der Verkauf von Brettspielen beim Online-Warenhaus innert fünf Jahren verachtfacht. Das zeigt, dass der Trend schon vor der Corona-Pandemie begann. Dieser ist auch in England, in Deutschland und in den USA zu beobachten.

Schweizweite Bestseller auf Digitec sind derzeit die Spiele Uno, Jass, Schach, Frantic, Fitzek Killer Cruise, 7 Wonders Duel, Zug um Zug, Azul, Exploding Kittens, Stadt Land Voll-pfosten, Drinkopoly und Brändi Dog. 

Monopoly – eine Belastungsprobe?

Laut Hämmerli werden Frantic und Uno auch in der Region am meisten verkauft. Hinzu kommt hier noch Monopol – ein umstrittenes Spiel. Denn Monopoly bringt für die meisten nur Frust. Der Klassiker wird damit zum Belastungstest für Familie und Freunde. Oftmals ist es so, dass der Sieger schon in den ersten paar Minuten feststeht, denn wer vorne liegt, erhält immer mehr. Ein Monopoly-Experte bricht zu Beginn eine handfeste Immobilie vom Zaun und versucht dann, so viele Grundstücke wie möglich zu erwerben. Je schneller man ein Monopol in Form einer Reihe zusammengehörender Liegenschaften hat, desto besser. Warum dann ist Monopoly so beliebt? «Mehrere Generationen sind mit diesen Klassikern aufgewachsen und kennen neuere Spiele gar nicht», sagt Benjamin Kühnis, Gründer des Zürcher Spielbrett-Cafés Dubischdra. Das liegt sicher auch daran, dass heute kaum noch für Brettspiele gross Werbung gemacht wird.

Alex Hämmerlis Lieblingsspiel ist «Zug um Zug». Bild: zvg

Ein anderes Spiel, das die Macht hat, Freundschaften zu zerstören, ist Frantic. Das Spiel erschien 2015 als Crowd-funding-Projekt und wurde 2018 von Game-Factory erstmals in Deutschland vorgestellt. Das Spiel ist eine Weiterführung von Uno, wobei Karten auch getauscht, verschenkt oder entsorgt werden können. Gelegentlich bringen Sonderkarten das Spiel durcheinander. Wer noch Karten auf der Hand hat, erhält Minuspunkte – je nach Kartenwert –, und bis zu 42 Minuspunkte für die weniger beliebte «Fuck You Karte».

Elsbeth Anderegg Martys Lieblingsspiel ist «Codenames», bei dem es um Wörter und Denkweise geht. Bild: zvg

Dank «Queen's Gambit»: Schach ist wieder «In»

Im Spiel + Läselade in Lachen verkauft Inhaberin und Geschäftsführerin Elsbeth Anderegg Marty seit Weihnachten viele Puzzles, anspruchsvollere Brettspiele und Quizspiele. Kinder und Jugendliche würden vor allem die Exit- und Escape-Spiele lieben. Aber auch klassische Brettspiele wie Schach – wohl dank der Netflix-Serie «Queen’s Gambit» –, Backgammon und die ganze Reihe der «Catan»-Spiele erlebten gerade einen Hype. Auch im Spiel + Läselade gehörten Frantic, Brändi Dog und Exploding Kittens zu den Meistverkauften unter jungen Erwachsenen. Aber auch das Aufbauspiel «Anno 1800» und das Spiel des Jahres «Nova Luna» stehen auf der Favoritenliste. Bei Letzterem geht es darum, Quadratische Plättchen so anzuordnen, dass die zahlreichen auf ihnen abgebildeten Aufgaben möglichst effektiv erfüllt werden. Bei den Quiz- und Partyspielen sind es «Just one», «Held oder Weichei» und «Klugscheisser», die oft gekauft werden.

Neuere Spiele ab acht bis 10 Jahre, die Anderegg Marty empfehlen kann, sind «Pictures», ein kreatives Ratespiel, das Legacy-Spiel «My City», «Die Crew», ein kooperativer Stich-Jass, und das Würfelspiel «Gönnen können».

  • Tichu. Bild: zvg
    1 / 7
  • Azul. Bild: zvg
    2 / 7
  • Ohne Furcht und Adel. Bild: zvg
    3 / 7
  • Love Letter. Bild: zvg
    4 / 7
  • Pandemic Legacy. Bild: zvg
    5 / 7
  • Puzzle Bild: zvg
    6 / 7
  • Decrypto. Bild: zvg
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7 Empfehlungen von Linth24

Decrypto: Eine aussergewöhnlich spannende und schön aufge-machte Spielidee, die jeder Fan von kreativen Wortspielen unbedingt ausprobieren sollte. Am besten zu sechst spielen.

Puzzles: erfordern Konzentration, haben aber auch einen grossen Trance- und Befriedigungsfaktor.

Pandemic Legacy: Passend zur Zeit dieses kooperative Spiel, das mehr ein Erlebnis als ein Spiel ist. Für zwei bis vier Spieler.

Tichu: Das taktische Partner- Kartenspiel stammt aus der Schweiz und ähnelt dem Jassen. Achtung, macht süchtig!

Azul: Im Spiel des Jahres 2018 geht es um taktisches Legen von Mosaikplatten. Schön gemachtes Spiel, von dem man nie genug hat.

Ohne Furcht und Adel: Spiel des Jahres 2000 à la «Werwölfeln». Kartenspiel mit wechselnden Identitäten für grössere Spielrunden.

Love Letter: Kurze Runden und einfaches Spielprinzip mit verschiedenen Charak-teren, die bestimmte Fähigkeiten haben.

Anouk Arbenz, Linth24/Höfe24