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Gommiswald
10.03.2021
10.03.2021 11:23 Uhr

«Die Beamten nahmen alles mit: Kasse, Stockgeld, Lieferscheine»

Am Samstag wurde im «Älpli» Gommiswald trotz Polizeieinsatz gefeiert. Die Veranstalter bleiben hart. Bild: zvg
Feiernde Ärzte im Spital, illegale Parties in Stadt und Land – der Wunsch nach Freiheit übersteigt zunehmend den Gehorsam. Auch bei den Veranstaltern in Gommiswald, die auf ihre «Grundrechte bestehen».

Am letzten Samstag lud Silvio Forster Freunde und Verwandte ins Restaurant Älpli in Gommiswald ein, rund 90 Personen kamen zur Veranstaltung. Im Vorfeld hatte er sich umfassend informiert und kam zum Schluss, dass dem Treffen nach geltendem Recht nichts im Weg stehe. «Ich halte mich an Gesetze, die Behörden entscheiden nach Verordnungen», sagt Silvio Forster gegenüber Linth24. Er bestehe auf seine Grundrechte und fühle sich abgesichert.

Die Polizei bekam durch einen Informanten Wind vom Vorhaben. Ramona Kessler, Wirtin im «Älpli»: «Polizei und Gemeinde riefen mich mehrmals an, um mich davon abzubringen. Man drohte mir mit Bussen und weiteren Konsequenzen.» Sie liess sich nicht beirren. Eingeladen und aufgetreten ist auch Armin Schmid, Ingenieur FH und Corona-Kritiker, um über Rechte, Gesetze und den Umgang mit den Massnahmen zu informieren.

Die Wirtin berichtet weiter. «Die ankommenden Gäste erwartete ein grosses Polizeiaufgebot und ihnen wurde mitgeteilt, dass man sie beim Betreten des Lokals verzeigen und büssen würde. Uns wird Unverhältnismässigkeit vorgeworfen, aber als die Meisten schon da waren, hat die Polizei noch alle Zufahrtstrassen zum Dorfplatz kontrolliert. Durchlass gewährt wurde nur denjenigen, die glaubhaft versichern konnten, dass sie nicht zu uns wollten. Steht das im Verhältnis zu unserem Anlass?»

Stimmung immer friedlich

Silvio Forster weiter: «Von Polizei und Medien werden wir alle als Corona-Gegner diffamiert. Niemand hat uns persönlich kontaktiert, unsere Gründe und Überlegungen wurden nicht angefragt. Mir wird ein Geburtstagsfest vorgeworfen. Dabei war es ein Privatanlass zweier religiöser Gruppen und wir haben alles Notwendige dazu eingehalten.» Die Stimmung sei jederzeit friedlich geblieben bis zum Schluss – trotz Polizeieinsatz: Nach langen Diskussionen und einem Telefonat eines leitenden Beamten hätten die Polizisten den Ort wieder verlassen.

Am Montag kamen die Ordnungshüter dann mit einem Durchsuchungsbefehl fürs Restaurant und für die Wohnadresse von Silvio Forster: «Man hat mein Handy beschlagnahmt.» Weil er selbständig sei und seine Kontakte dringend für seine Arbeit benötige, hofft er auf eine rasche Rückgabe.

Im Alpbeizli war die Polizei nicht zimperlich. Ramona Kessler: «Die Beamten nahmen alles mit, Kasse, Stockgeld, Lieferscheine. Auch Sachen, die gar nichts mit dem Anlass zu tun haben, wie das Geld, das ich über das ganze vergangene Jahr für Gutscheine erhalten habe.» Wie es nun weiter geht? Linth24 wird wieder berichten...

Video zur Veranstaltung.

Markus Arnitz, freier Mitarbeiter Linth24