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Leserbrief
Uznach
07.02.2021

«Ein 40 Jahre altes Projekt ist kaum zukunftsgerichtet»

Roger Zahner: «Die Interpretation der Zahlen der Verkehrszählung 2017 ist mit Fehlern behaftet.» Bild: Linth24
Ein Linth24-Leser aus Uznach schreibt: «Wird die Umfahrung zudem als in die Zukunft gerichtetes Projekt angepriesen, so verstehe ich die Welt nicht mehr.»

«In mehreren Zeitungsartikeln und Leserbriefen wurde jüngst die Entlastungswirkung einer Umfahrung Uznach sowie deren Tauglichkeit für zukünftige Generationen diskutiert. Beim Anteil am Durchgangsverkehr durch Uznach gehen die Meinungen von Gegnern und Befürwortern der Umfahrung auseinander. 2017 wurden Verkehrszählungen durchgeführt.

Interpretation mit Fehlern

Die Interpretation der Zahlen ist aber mit Fehlern behaftet. Erstens erfolgten die Zählungen lediglich in der Abendspitzenstunde zwischen 17 und 18 Uhr, in welcher per se der höchste Anteil an Durchgangsverkehr (Arbeitspendler/innen) zu erwarten ist. Zweitens erreichten auch zu dieser Zeit alle Ein- und Ausfallstrassen zusammen weniger als 50% Durchgangsverkehr! Und drittens spielt sich ein wesentlicher Anteil an Verkehr innerhalb der Grenzen von Uznach ab, welcher bei der Zählung nicht berücksichtigt wurde.

Über den gesamten Tag hinweg würde deshalb der Entlastungseffekt durch die Umfahrung auf den Strassen von Uznach realistisch betrachtet eher bei nur 30-40%, als bei den propagierten 50 oder mehr Prozent liegen.

40 Jahre her

Wird die Umfahrung zudem als ein in die Zukunft gerichtetes Projekt angepriesen, so verstehe ich die Welt nicht mehr. Bald schon zwei Generationen zurück wurde genau dieselbe Linienführung als Süd-Umfahrung diskutiert. Im Zeitungsarchiv des St.Galler Volksblatts ist zum Beispiel die Ausgabe vom 30. April 1982 (!) ein Beleg dafür. 40 Jahre später sind wir also nicht schlauer geworden und glauben immer noch, dass diese Umfahrung ein Projekt ist, das auch unsere Enkel noch sinnvoll finden werden? Sind Sie davon überzeugt?

Ich bin überzeugt, dass unsere Kinder und Enkel mit Geld, Land und Wasserressourcen, Natur und Umwelt etc. sorgsamer umgehen werden als wir in den letzten 50 Jahren. Wenn es keine Alternativen gäbe, als mit Umfahrungsstrassen noch mehr Land und Naherholungszonen zu zerstören und weiteren Verkehr zu generieren, wäre das aus meiner Sicht eine Bankrotterklärung!»

Roger Zahner aus Uznach