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09.01.2021

«Umfahrung ist eine Gefahr für das Kaltbrunner Riet»

Aus Sicht der IGMRU ist höchste Zeit, das Projekt geplante Verbindungsstrasse A15-Gaster fallen zu lassen.
Aus Sicht der IGMRU ist höchste Zeit, das Projekt geplante Verbindungsstrasse A15-Gaster fallen zu lassen. Bild: ZVG / www.a15-gaster.ch
Seit mehreren Jahren schon äussert sich die IG Mobilität Region Uznach mit vielen Argumenten, unter anderem mit der Gefahr für das Schutzgebiet, gegen die geplante Umfahrung.

Die Umfahrung Uznach ist nicht «das Gelbe vom Ei». Schon in der Zweckmässigkeitsbeurteilung (ZMB) aus dem Jahr 2011 ist zu lesen, dass die Zweckmässigkeit von keiner Variante eindeutig positiv beurteilt werden konnte und die Variante 19SR die negativsten Auswirkungen mit sich bringt. Dessen ist sich die IGMRU schon lange bewusst und setzt sich deshalb seit Jahren für Mitbestimmung und die aktive Prüfung von Alternativen ein.

Naturschutzgebiet wird massiv tangiert

Nun bestätigt dies die ENHK in ihrem Gutachten in einem zentralen Punkt: Die geplante Umfahrung Uznach würde über rund 500 m Länge direkt am Naturschutzgebiet Benkner-, Burger- und Kaltbrunner-Riet entlangführen und dieses massiv tangieren. Das Gebiet geniesst als Flachmoor, Amphibienlaichgebiet und Wasser- und Zugvogelgebiet nationalen, als Ramsar-Feuchtgebiet gar internationalen Schutz und ist sehr artenreich.

Umso mehr erstaunt es nicht, dass die ENHK zum Schluss kommt, dass die Strasse die Schutzziele des Kaltbrunner Riets gefährdet. Vor allem die Lebensräume verschiedenster Vogelarten würden durch die Strasse schwerwiegend beeinträchtigt. Bisher ist das Gutachten der ENHK noch nicht öffentlich zugänglich.

«Höchste Zeit, das Projekt fallen zu lassen»

Für den Kanton und die Region Zürichsee Linth kommt dieses Gutachten natürlich sehr ungelegen. Es sollen weitere Gutachten erstellt und Anpassungen vorgenommen werden. Damit soll noch mehr Geld in ein Projekt mit schlechtem Kosten-Nutzen-Verhältnis und drastischen Auswirkungen auf ein wichtiges Naturschutzgebiet sowie vielen negativen Einflüssen weiterverfolgt werden. Aus Sicht der IGMRU darf das nicht sein!

Es ist höchste Zeit, das Projekt fallen zu lassen. Die Politik und insbesondere die Region Zürichsee-Linth sollte zur Einsicht gelangen, dass auf die «falsche Karte» gesetzt wurde. Damit endlich die nachhaltigeren und nutzenbringenderen Alternativen geprüft werden können, muss die aktuelle «mit dem Kopf durch die Wand» Strategie gestoppt werden.

Geplante Linienführung verunmöglicht

Dass der Naturschutz auf rechtlicher Ebene ein hohes schutzwürdiges Interesse geniesst, hat nicht zuletzt das Strassenprojekt im Zürcher Oberland gezeigt. Die Autobahn sollte dort ebenfalls durch ein geschütztes Moorgebiet geführt werden. Das Projekt wurde trotz Einsprachen leider nicht zurückgezogen. Schliesslich gab das Bundesgericht aber den Schutzinteressen Recht und verunmöglichte die geplante Linienführung.

IG Mobilität Region Uznach