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Kanton
04.12.2020
04.12.2020 17:17 Uhr

Die neuen Corona-Massnahmen im Überblick

Der Bundesrat verzichtet auf Kapazitätsbeschränkungen in den Skigebieten. (Bild: Keystone)
Der Bundesrat verzichtet auf Einschränkungen der Kapazitäten in Skigebieten. Im Hinblick auf die Festtage hat er am Freitag jedoch neue Massnahmen gegen die Corona-Ausbreitung beschlossen.

Die epidemiologische Lage in der Schweiz bleibe äusserst angespannt, hält der Bundesrat in seiner Mitteilung fest. In der ganzen Schweiz würden die Fallzahlen zwar sinken, in einigen Kantonen jedoch stagnierten die Fallzahlen oder stiegen gar an. Die Situation in den Spitälern sei noch immer sehr angespannt.

Ziel sei es nun, die Fallzahlen weiter zu reduzieren – insbesondere mit Blick auf die Festtage.

Die neuen Regelungen im Überblick

  • Skigebiete bleiben offen, überall gilt die Maskenpflicht
  • Gondeln, Kabinen und Züge dürfen ab 9. Dezember nur zu 2/3 besetzt werden
  • Ab 22. Dezember brauchen Skigebiete eine kantonale Bewilligung, abhängig von der aktuellen Kapazität der Spitäler in der jeweiligen Region
  • Kundenzahl in Läden wird begrenzt: von 4m2 auf 10m2 pro Person
  • Kontaktdaten in Restaurants sind schweizweit Pflicht
  • An Silvester dürfen Restaurants bis 01 Uhr offen bleiben, sonst bis 23 Uhr
  • Singen ist verboten
  • Private Treffen weiterhin für 10 Personen erlaubt
  • Empfehlung, Treffen im Privaten und in Restaurants auf 2 Haushalte zu beschränken

Zwischenbeurteilung vom Bundesrat erfolgt am nächsten Dienstag 8. Dezember, allfällige strengere Massnahmen werden am 11. Dezember kommuniziert.

Skigebiete bleiben offen

Das Skifahren soll laut Bundesrat weiterhin möglich sein, auch die Kapazitäten werden nicht eingeschränkt. Im Vorfeld hatten die vom Bundesrat geplanten Kapazitätsbeschränkungen zu Diskussionen geführt. So verabschiedete der Nationalrat am Donnerstag eine Erklärung zu den Skigebieten. Darin wurde der Bundesrat aufgefordert, möglichst auf Kapazitätseinschränkungen zu verzichten.

In allen geschlossenen Transportmitteln, also beispielsweise in Zügen, Kabinen und Gondeln, dürfen aber ab dem 9. Dezember nur zwei Drittel der Plätze besetzt werden. Das gilt für Sitzplätze und Stehplätze.

Die Skigebiete brauchen ab dem 22. Dezember zudem eine Bewilligung des Kantons. Der Kanton darf die Bewilligung nur erteilen, wenn es die Kapazität der Spitäler erlaubt, die Corona-Tests normal durchgeführt werden können und das Contact Tracing des Kantons funktioniert.

Skigebiete: «Strenge Schutzkonzepte»

Die Skigebiete müssen den Kantonen «strenge Schutzkonzepte» vorlegen, die sich nach den Vorgaben des Bundes zu richten haben. Ziel sei es, eine Verbreitung des Virus in den Tourismusgebieten zu verhindern.

Für die Skifahrerinnen und Skifahrer gilt auf allen Bahnen – auch Skiliften und Sesselliften – eine Maskenpflicht. Ebenso gilt die Maskenpflicht beim Anstehen. In den Restaurants in Skigebieten dürfen sich nur Personen aufhalten, die an einem Sitzplatz konsumieren. Auf den Terrassen gelten die bestehenden Regeln: Konsumation nur sitzend und maximal vier Personen pro Tisch. Von der Regel ausgenommen sind Eltern mit Kindern.

Läden: Begrenzung der Kundenzahl

Um die Kontakte vor Weihnachten auf ein Minimum zu beschränken, will der Bundesrat die Bevölkerung ausserdem dazu bewegen, die Einkäufe bewusster zu planen.

Deshalb wird die Zahl der Personen, die sich gleichzeitig in einem Laden aufhalten dürfen, reduziert. In grösseren Läden müssen pro Person statt wie heute vier Quadratmeter neu zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. Die Regelung gilt ab dem kommenden Mittwoch, 9. Dezember, bis auf weiteres.

Restaurants: Kontaktdaten jetzt landesweit

Die Registrierungspflicht in Restaurants ist heute kantonal geregelt. In einigen Kantonen gilt sie, in anderen nicht.

Neu führt der Bundesrat ein, dass in der ganzen Schweiz pro Tisch die Kontaktdaten eines Gastes registriert werden müssen. Die Sperrstunde in Restaurants bleibt bei 23 Uhr. In der Silvesternacht wird diese ausnahmsweise bis 01 Uhr verlängert.

Empfehlungen: Treffen, Homeoffice und Singen

Für private Treffen gilt weiterhin eine Obergrenze von zehn Personen. «Der Bundesrat empfiehlt dringend, Treffen im Privaten und in Restaurants auf zwei Haushalte zu beschränken», heisst es weiter.

Die Arbeitgeber ruft der Bundesrat auf, die Homeoffice-Empfehlungen konsequent umzusetzen. Auf eine Homeoffice-Pflicht verzichtet der Bundesrat jedoch. Singen ist neu ausserhalb des Familienkreises und der obligatorischen Schule verboten – sowohl im Freien als auch in Innenräumen.

Druck auf die Kantone wird erhöht

Der Bundesrat erhöht schliesslich auch den Druck auf die Kantone. Wenn die Lage sich verschlechtere oder die Fallzahlen auf hohem Niveau stagnierten, müssten die Kantone neue Massnahmen ergreifen.

Der Bundesrat werde an einer ausserordentlichen Sitzung am Dienstag, 8. Dezember, eine Zwischenbeurteilung vornehmen und am Freitag, 11. Dezember, strengere Massnahmen beschliessen, sollten die Kantone nicht die nötigen Massnahmen getroffen haben.

Linth24/SDA