Die Ortspartei FDP greift zu jedem Mittel, um die Steuererhöhung in Rapperswil-Jona von 5 % zu bekämpfen. Neu fordert sie vom Stadtrat sogar, bei der Schule zu sparen, wie FDP-Präsident Marco Steg gestern in der Linth-Zeitung publik machte.
Angriffe am Laufmeter
Schon in seiner Mitteilung zur Steuererhöhung überhäufte FDP-Präsident Steg den Stadtrat mit Angriffen der unteren Kategorie: «Zuerst die Aufgaben machen» usw.
Am Info-Anlass zur Finanzsituation der Stadt vom letzten Donnerstag ging es weiter so. Steg wollte vom Stadtrat vorwurfsvoll wissen, wie viel die Beratungsfirma BDO koste, welche die Stadt bei der – auch von der FDP geforderten – Aufgaben- und Leistungsprüfung unterstützt.
Die Antwort war einfach: 80'000 Franken, also, ein ein moderates Honorar für eine derart wichtige Aufgabe.
Weiter kritisierte Steg, dass das Alters- und Pflegezentrum Schachen im Verwaltungsvermögen der Stadt geführt werde. Die Antwort: Weil der alte Stadtrat unter Ex-Stadtpräsident und FDP-Mitglied Martin Stöckling dies so aufgegleist hat.
In Schule 15 Millionen sparen
Gestern setzte FDP-Präsident Marco Steg seine Stadtrats-Attacken in der Linth-Zeitung fort. Er führte wörtlich aus, bei der Schule gebe es ein «riesiges Sparpotenzial». Im Kanton kämen auf eine Lehrperson 14,9 Schüler. In Rapperswil-Jona seien es – nach seiner Rechnung – nur 9,7.
Deshalb müsse der (neue) Stadtrat «einen Plan entwickeln» um das «10 bis 15 Millionen Franken» zu sparen und den Lehrkörper von Rapperswil-Jona «dem kantonalen Schnitt anzugleichen», also, laut Steg, den Schulkörper um bis zu 100 Lehrpersonen abbauen.
FDP-Praxis seit über 10 Jahren
Wie die Linth-Zeitung jedoch erwähnte, besteht die hohe Anzahl Lehrpersonen in der Stadt aus Qualitätsgründen schon seit «über einem Jahrzehnt».
Damit wird klar: Was die FDP jetzt vom neuen Stadtrat fordert, wurde von Ex-Schulchef und FDP-Mitglied Thomas Rüegg eingeführt. Und so über die letzten acht Jahre beibehalten von FDP-Mitglied und Ex-Stadtpräsident Martin Stöckling beibehalten.
Schule abbauen
Oder andersrum: Der FDP-Präsident fordert vom neuen Stadtrat, in wenigen Monaten zu korrigieren, was seine Partei in den letzten Jahrzehnten angeleiert hat.
Und nochmals andersrum: Die FDP will lieber 100 Lehrpersonen entlassen und die Schule schlechter machen, als den Steuerfuss der Stadt um moderate 5 % ^zu erhöhen.