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Leserbrief
Kanton
27.10.2020

«5G-Grenzwert höhlt Personenschutz brutal aus»

Alastair Gurtner weist unter anderem auf die Auswirkungen des Anlagegrenzwertes für Antennen. (Symbolbild)
Alastair Gurtner weist unter anderem auf die Auswirkungen des Anlagegrenzwertes für Antennen. (Symbolbild) Bild: Pixabay / F. Muhammad
Ein paar ergänzende Bemerkungen des Lesers Alastair Gurtner zum Linth24-Artikel über 5G im Linthgebiet und in der Schweiz.

Folgende für mehr oder weniger jeden Bürger wichtige Sachen sind im Kontext der 5G-Einführung durchaus wissenswert:

Frequenzbänder als Mangelware: 2G-Abschaltung

Durch die vom 5G zusätzlich belegten Frequenzbänder sind Frequenzbänder Mangelware geworden und deshalb wird mehr oder weniger gleichzeitig das 2G-Netz abgeschaltet.

Das trifft viele: Die Navis mit real-time Verkehrsstau-Infos werden in dieser Funktionalität nicht mehr funktionieren.

Grenzwert: Nah gebaute Antennen nicht mehr einklagbar

Der im Artikel erwähnte zweite Grenzwert, der international sonst kaum oder nicht angewendet wird, wird schon in geringer Antennendistanz erreicht – im Prinzip schon bei etwas mehr als der 10-fachen Antennenlänge.

Zehn Mal weniger Pegel klingt gut, höhlt aber den Personenschutz brutal aus: In der Praxis bedeutet dies, dass sehr nahe an Wohnungen, Schulen, Spitäler gebaute Antennenanlagen nicht mehr einklagbar sind.

5G unnötig, aber Vorwand für Festnetz-Ausstieg

5G geht am Bedarf vorbei, die erwähnten 2% unterstreichen dies.

Die hohe Durchsatzleistung braucht es weder für die Digitalisierung der Wirtschaft noch für das Internet der Dinge noch für weitere vom BAKOM hochgelobten 5G-Anwendungen (darum genügt für ein flächendeckendes NAVI-Verkehrstau-Infosystem das 2G-System). Von 5G profitiert in erster Linie, wer z.B. auf dem Arbeitsweg oder bei der Arbeit in langweiligen Zeiten Filmchen ansehen will.

Vor allem steht der Verdacht im Raum, dass die Netzwerkbetreiber deshalb 5G pushen, um aus der Festnetzverantwortung aussteigen zu können – in jeder neuen Wohnung wird nach wie vor ein Festnetzanschluss eingezogen, aber nur zu einem ständig sinkenden Prozentsatz wird es auch genutzt. Nur ist es landesstrategisch falsch, Festnetze aufgeben zu wollen.

Alastair Gurtner