Amden
06.11.2019
06.11.2019 11:02 Uhr

Grosses Interesse an 5G

Am Dienstag, 22. Oktober 2019 fand auf Einladung des Vereins ProDorf, Amden, eine Informationsveranstaltung zum Thema 5G statt. Der Saal war voll.

Die drei Initiantinnen Margarita Zemp, Christine Lampen und Madeleine Senn wollten aufgrund eines persönlichen Erlebnisses mit Funkbestrahlung der interessierten Bevölkerung direkte Informationen zur Verfügung stellen. Die beiden eingeladenen Fachleute, Dr. med. Victor von Toenges, Ganzheitsmedizin, und Peter Schlegel, Dipl.Ing. ETH, Baubiologe, referierten zu folgenden Themen:

  • Was sollten wir über Mobilfunkstrahlung wissen?
  • Wie können wir Mobilfunk gesundheitsbewusst einsetzen?
  • Gesundheitsgefahren vermeiden, speziell bei Kindern.
  • Praktische Hinweise für sinnvollen Umgang mit Mobilfunk.

Im Anschluss daran schilderte eine Initiantin eine persönliche, äusserst unangenehme Erfahrung.

Die Schilderungen von Dr. von Toenges lassen aufhorchen: Funkstrahlung ist nicht einfach harmlos, eine Vielzahl von Studien und Metastudien belegen einen Zusammenhang von gesundheitlichen Beschwerden wie Schlaf- und Herzrhythmusstörungen, brennendes Hautgefühl, Schwindel, Kopfschmerzen. Längst nicht alle Menschen sind empfindlich, aber die Zahl derjenigen mit Beschwerden ist deutlich im Steigen. Dies wird nicht erst mit 5G zu beobachten sein, sondern ist schon so seit der Einführung von 2G. Eindrücklich war die Darstellung der Eindringtiefe von Mobiltelefonstrahlen ins Gehirn: bei einem Erwachsenen etwa bis zu einem Viertel des Durchmessers, bei einem Jugendlichen etwa zur Hälfte und bei einem Säugling praktisch durch den ganzen Kopf. Letzteres macht vor allem nachdenklich, wenn man Schwangeren zusehen muss, die mit dem Smartphone auf dem Bauch Videos schauen.

Nach diesen Beobachtungen und Ausführungen aus ärztlicher Sicht führte Peter Schlegel durch die für Laien nicht ganz einfachen physikalischen Zusammenhänge. Eine Tatsache ist, dass Funkstrahlungsquellen aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Wir sind – immer mehr – umgeben und unter Dauerbestrahlung von Smartphone, WLAN, Funkkopfhörer, TV-Gerät, Sendemasten (die offenbar häufig als Kamine getarnt sind). Der globale mobile Datenverkehr (2018) stammt zu 60% von Videostreaming; für 2024 sind 74% prognostiziert. Aus seiner Messungs- und Beratungspraxis schätzt er den Bevölkerungsanteil mit unterschiedlicher Elektroüberempfindlichkeit auf ca. 20%. Wie kann man sich schützen? Damit der Körper sich mindestens über Nacht erholen kann, empfiehlt der Fachmann die komplette Abschaltung aller Geräte, nicht bloss Stand-by, und möglichst auf LAN-Kabelverbindungen zu setzen. Ein Hauptproblem bei 5G: die per 1.6.19 angepasste NIS-Verordnung legt fest, dass bei adaptiven Antennen für die Einhaltung der Grenzwerte die Variabilität von Senderichtung und Antennendiagramm berücksichtigt wird. Nur: Nirgends wird deklariert, ob der Grenzwert für den Basis-, Mittel- oder Höchstwert gilt? Und: es gibt noch gar keine Messmethoden für so stark strahlende Antennen!

Es ist letztlich wie bei allem: die Dosis machts. Die Fragerunde am Schluss wurde vom übervollen Saal rege genutzt.

Ruedi Senn, Präsident Verein ProDorf